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Blutzuckermanagement beim Transalpine Run

Blutzuckermanagement beim Transalpine Run

7 Tage hintereinander zu laufen ist eine Sache. Das ganze dann noch in und über die Alpen ist nochmal ein Stück heftiger. Und wenn das dann noch mit Diabetes Diabetes Typ 1 absolviert wird, ist das wohl die Kirsche auf der Torte. Vielleicht stellst du dir nun die Fragen wie sieht da das Blutzuckermanagement aus? Wie viele Kohlenhydrate müssen gegessen werden. Welches Insulin wird verwendet? Welche Menge, wann wird es abgegeben, welches System wird genutzt. Dann bleib dran. Ich werde in den nächsten Zeilen darauf eingehen und versuchen es so gut wie möglich zu erklären. Vorab möchte ich aber darauf hinweisen, dass das meine Erfahrungen sind und ich die Behandlung in dem Moment so entschieden habe. Ich stand dennoch in ständigem Kontakt mit Othmar Moser. Er hat mich aus der Ferne beraten und gemeinsam haben wir über die Behandlung entschieden.

Blutzuckermanagement beim Lauf

Vorab die Erklärung zum Screenshot & Allgemeines

Bevor wir loslegen, erkläre ich noch das Bild. Die schwarzen und weißen Punkte sind die Sensorwerte. Der horizontale graue Balken, in dem sich die Werte die meiste Zeit befinden, ist der Zielbereich (70-180 mg/dl). Die blaue Linie ist die Basisinsulinversorgung. Diese wird vom Loop anhand der Sensorwerte bestimmt und an die Insulinpumpe übermittelt. Die blau strichlierte Linie ist die programmierte Basisinsulinversorgung. Für den Fall, dass der Loop ausfällt. Die Zahlen in den Blasen sind Kohlenhydrate (schwarz) bzw. die abgegebenen Insulineinheiten (blau). Vertikale gelbe (Ease-Off) bzw. rote Balken (Boost) sind Zusatzfunktionen im Loop. Diese Funktionen führen zu einer Verminderung oder Steigerung der Insulinabgabe. Also der Loop wird gemütlicher in der Insulinabgabe oder aggressiver. Das war es fürs erste mit Erklärungen zum Bild. Was Unter (Hypoglykämie)- bzw. Überzucker (Hyperglykämie) ist könnt ihr hier nachlesen.

Sofern ich es nicht explizit in einer Erklärung erwähne, war mein Zielwert während der Etappen immer auf 120-150 mg/dl eingestellt. Die Alarme für einen Hypo hatte ich auf 100 mg/dl gesetzt. Das war stets in Abstimmung mit Othmar geschehen. Außerdem hatten wir 7 Tage Zeit, um uns ein bisschen zu spielen. Ab Tag 3 habe ich in der Nacht einen Zielwert von 120 mg/dl eingestellt. Dies diente dazu Hypos und eine Gegenregulation zu vermeiden. Meine Ernährung war zum Frühstück meistens etwas mit Vollkorn, sofern es das gegeben hat oder Müsli. Beim Laufen selbst war es eine Mischung aus Zuckersirup aus der Tube (a 36g), Proteinriegel (50g Protein, 23 g Kohlenhydrate), Maoam, Cola oder Lower Carb Proteinriegel (11g Kohlenhydrate). Geschmäcker die ich aktuell weniger (gar nich!) konsumiere, Schokolade, Vanille und die Kombination davon und auch Cola.

Jetzt gehts los 😉

Am Vorabend des Starts in das 7 Tage Rennen gab es wie üblich vor Läufen eine Pasta Party. Erstmal richtig Kohlenhydrate schaufeln und dem Briefing lauschen. Mein Essen habe ich mit einer App zusätzlich zum Loop aufgezeichnet. So konnte ich die enthaltenden Kohlenhydrate bestimmen. Die Pasta war mit 96 g eine gute Portion für ein recht spätes Abendessen. Die 4 g danach waren glaube ich eine Mini Manner Schnitte, welche auf meinem Kopfpolster lag. Die Nacht war ok bis ca. Mittenacht. Dann kam es zu einem Hypo. Was eine Gegenregulation zur Folge hatte und meinen BZ wieder ansteigen ließ. Frühstück gab s um kurz nach 6 Uhr. Hier habe ich mehr gegessen als üblich und dafür weniger Insulin abgegeben als normal. Das führte zu einem schönen Anstieg wie man an der Kurve erkennen kann. Zusätzlich verwendete ich zu erst die Ease-Off Funktion und später dann den Boost.

Durch Ease-Off stieg mein Wert auf knapp über 300 mg/dl. Obwohl meine Werte schon erhöht waren, begann ich zu essen. Zum einen war das mit Othmar abgesprochen zum anderen ist es notwendig genug Kohlenhydrate und Kalorien zu konsumieren. Als ich die Boost Funktion aktiviert hatte, fiel mein BZ rasch ab. Trotz ständigem Essen und Trinken bekam ich knapp einen Hypo. Der Screenshot ging an Othmar. Bevor er geantwortet hatte, wusste ich bereits, dass das Einschalten des Boost Modes den Hypo herbeigeführt hatte. Ein Fehler der passiert ist und glücklicherweise ohne große Folgen blieb. Der Start war um 8 Uhr und wir waren um kurz vor 15 Uhr im Ziel. Dort konnten wir mit einem alkoholfreien Bier auf den ersten Tag anstoßen. Zum Abendessen gab es dann Käsespätzle. Also wieder ordentlich Kohlenhydrate zum Auffüllen der Speicher für die nächsten Tage.

Weiter gehts

Ich würde ja behaupten die erste Nacht nach dem Lauf war eine erholsame, aber das war es leider nicht. Ich habe mich beim Abendessen mit der Menge der Kohlenhydrate verschätzt und bekam dadurch einen Hypo. So eine Hypo Nacht ist nicht besonders angenehm. So kam es, dass ich schon sehr geschlaucht zum Frühstück und zum Start ging. Dieses Mal gab ich gar kein Insulin fürs Frühstück ab. Mein BZ (Blutzucker) kletterte auf knapp 200 mg/dl und fiel dann von selbst ab. An diesem Tag war der Start wieder um 8 Uhr. Ich nutzte fast die gesamte Zeit den Ease-Off Mode und musste dennoch ordentlich dazu futtern. Am zweiten Tag habe ich festgestellt, dass mein Körper weit mehr an Nahrung benötigt als ich mir vorgestellt hatte. Um ca. 14:30 waren wir im Ziel und es gab Nudelsalat und alkoholfreies Bier zur Belohnung.

Blutzuckermanagement bei der Königsetappe

Die Königsetappe hatte knapp 50 km und 3.400 Höhenmeter. Start war schon um 6 Uhr. Nachdem ich die Nacht davor immer im Hypo war, war diese Nacht genau das Gegenteil. Ich war immer im Hyper. Auch nicht viel besser, aber ich konnte durchschlafen und musste nicht in der Nacht essen. Warum der Loop mich nicht in den Zielbereich gebracht hat, ist einfach zu erklären. Weil die Nacht davor dauernd zu tief war versuchte er mich diese Nacht höher zu lassen damit ich nicht das gleiche Problem nochmal habe. Das Frühstück war um kurz nach 4. Wieder gab ich kein Insulin ab und mein BZ stieg nicht wesentlich weiter an. Wir machten uns auf den Weg und rechneten mit einer Zeit von 10 Stunden. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten war, dass mein BZ einwandfrei funktionieren und es und extrem gut gehen wird.

Wir waren nach 8:26 Stunden im Ziel. Deutlich schneller als geplant. Wir konnten einige Teams überholen und viel an Zeit gut machen. Uns kamen die technischen Downhillpassagen zugute. Auf denen ließen wir es richtig krachen. Dadurch das mein BZ auch so gut mitspielte war es noch einfacher. Das Einzige, was interessant war, war dass ich nach ca. der Hälfte meine Ketone gemessen habe. Diese waren erhöht. So musste ich kurzfristig einen manuellen Bolus abgeben und dann ordentlich futtern damit ich keinen Hypo bekomme. Die zusätzliche Energie haben wir gut genutzt und sind flott vorangekommen. Im Ziel gab es dann eine kleine Jause und alkoholfreies Bier. Weil ich das erste Bier vergessen hatte einzugeben und Insulin zu spritzen hatte ich einen ordentlichen BZ-Anstieg gefolgt von einem Hypo. Der rote Punkt beim Hypo ist eine blutige Kontrollmessung mittels Fingerstich und diente auch zur Kalibrierung des Sensors.

Bergsprint

Am vierten Tag war der „Ruhetag“. Bedeutet es waren „nur“ 9,3 km mit 1.300 Höhenmetern auf den Gotschnagrat. An diesem Tag regnete es  die ganze Zeit, es ging Wind und war kalt. Nicht die schönsten Bedingungen aber egal. Wir hatten nichts Besseres zu tun als zu laufen 😉 Für mein Frühstück um 07:30 gab ich knapp 40% an Insulin ab. Ich ließ den Loop einfach arbeiten und wusste, dass ich kurz vorm Ziel einen Wert in Richtung Hypo haben werde. Start war um 09:15 und im Ziel waren wir um kurz vor 11. Dort schnappte ich mir gleich einen Riegel und wir liefen direkt zur Bergstation, um uns Umzuziehen und die Gondel ins Tal zu nehmen. Weil ich für den Riegel kein Insulin abgegeben hatte, schoss mein BZ auf knapp 400. An diesem Tag entschied ich mich dazu, dass der Loop das richten muss und griff nicht ein.

Wie man sieht, hat das super funktioniert und ich kam gut in den Zielbereich. Das Abendessen und die Nacht verliefen ruhig. Am Abend wurde uns beim Briefing für den nächsten Tag mitgeteilt, dass die Strecke aufgrund des anhaltenden schlechten Wetters verkürzt wird. Die Strecke war von 38 km auf 15 km reduziert worden. Es war zu gefährlich auf bis zu 2.700 m Seehöhe aufzusteigen. Die Temperaturen wurden auf bis zu -8°C vorhergesagt. Definitiv kein Wetter bei dem 600 Athleten über einen Berg laufen sollten.

Verkürzter Tag

Nachdem schon bei dieser Etappe die Höhen ausgelassen wurden, galt das auch für mein Blutzuckermanagement. Das Besondere an diesem Tag war, dass sich mein Smartphone selbst gesperrt hatte und ich es während des gesamten Laufes nicht nutzen konnte. Ich musste also blind dem Loop vertrauen. Erst war ich genervt und verärgert, dann war ich sogar richtig froh darüber. Ich hatte mich nur auf die Alarmsignale verlassen und wusste dann, dass ich Zucker benötige. Wir sind um kurz nach 10 Uhr gestartet und waren um kurz vor 12 im Ziel. Wie man sieht, hat der Loop sogar besser gearbeitet, als wenn ich eingreife. Ab diesem Tag ließ ich viel mehr den Loop selbst arbeiten und griff nicht mehr so häufig ein. Das war für mich eine Erkenntnis, die den Lauf wirklich entspannter gemacht hat. Es waren auch nur mehr 2 Tage zu laufen.

Vorletzter Tag

Nachdem es uns bisher gut gegangen ist, haben wir uns für Tag 6 überlegt, welche Zeit wir anstreben werden. Wir gingen von knapp 6 Stunden aus. Start war um 8 Uhr. An diesem Tag lief wieder alles besser als gedacht und auch mein BZ war guter Dinge. Ich war super zufrieden mit dem Blutzuckermanagement. Gegen Ende nahm ich einen Leistungsabfall wahr. 6 Tage laufen machten sich langsam aber sicher bemerkbar. Wir schlossen diesen Tag in knapp 5:26 Stunden ab. Damit waren wir wieder schneller als geplant. Im Ziel sah ich an meinen Beinen hinab und musste feststellen, dass sie deutlich geschwollen waren. Außerdem schmerzten sie auch. Durch die vielen Höhenmeter rauf und runter traten nun Überbelastungserscheinungen auf. Glücklicherweise nahm mir der Loop das Blutzuckermanagement ab und ich musste mich nicht darum sorgen.

Das Finale

Der letzte Tag begann für mich bereits mit heftigen Schmerzen in den Schienbeinen. Der Übergang von den Schienbeinen auf die Knöchel war nicht zu sehen. So geschwollen waren meine Bein. Außerdem hatte ich in der Nacht einen Hypo und war auch deswegen nicht besonders erholt. Die Etappe startete um 8 Uhr. Wir reihten uns eher weiter hinten ein. Die ersten 10 km waren nur bergauf. Knapp 1.800 Höhenmeter waren am Stück bis zum höchsten Punkt auf ca. 3.000 m Seehöhe zu bewältigen. Mit dem Aufstieg stieg auch mein Zucker. Der Loop fiel auch aus und ich lief auf der voreingestellten Basisversorgung. Das funktionierte sehr gut. Als es zum Downhill kam, musste ich feststellen, dass mein BZ das kleinste Problem ist. Meine Beine schmerzten derart, dass ich erstmals im Rennen zu zweifeln begann und mich auf einen extra langen Tag einstellte. Es würde ein Rennen gegen das Zeitlimit werden. Doch dann hatte ich eine Idee.

Bevor wir zur zweiten Verpflegungsstation kamen, nahm ich eine Schmerztablette. In meiner gesamten Laufkarriere war das das erste Mal, dass ich zu so einem Hilfsmittel griff. Erst wurde ich müde und die Schmerzen wurden schlimmer. Nach 30 Minuten und der Verpflegung wurde es besser und ich konnte sogar wieder laufen. Mein BZ war auch in Ordnung und wir steigerten wieder das Tempo. Mit dem guten Blutzuckermanagement und dem Ziel vor Augen konnten wieder Tempo aufnehmen. Es ging besser und ich freute mich auf das erste normale Bier seit Wochen. Per WahtsApp wurde mir Mut zugesprochen und Peter nahm mir bergab meinen Rucksack ab. Damit wurde alles leichter und wir flogen ins Ziel. Nach 7:15 Stunden hatten wir es geschafft. Es war unglaublich. Wir waren erleichtert, dass alles so gut geklappt hat und es uns so gut gegangen ist.

Fazit zum Blutzuckermanagement

Ich bin mit dem Blutzuckermanagement wirklich sehr zufrieden. Es hat bis auf Kleinigkeiten super funktioniert. Ich habe mich absolut wohl gefühlt und bin ziemlich sorgenfrei gelaufen. Dass es ab und zu mal nicht klappt ist einfach so. Das ist wie immer im Leben und gehört ein bisschen dazu. Ich habe gelernt je mehr ich auf den Loop vertraue, desto besser funktioniert es und macht seine Arbeit. Mittlerweile bin ich viel lockerer im Umgang damit und lasse den Loop einfach arbeiten. Es gibt mir mehr Freiheit und ich bin nicht mehr so gestresst. Ich habe jetzt mehr Zeit für andere Sorgen 😉 Hast du noch Fragen zum Blutzuckermanagement oder zum Loop? Infos zur Insulinpumpe findest du hier zum Loop findest du die Infos hier. Ansonsten schreib mir doch gerne einen Kommentar dazu, lass ein Like da oder teile den Artikel. Ich freue mich auf deine Rückmeldung.

An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass ich hier keine Behandlungs- oder Therapieempfehlungen abgebe. Es sind meine Erfahrungen und Berichte im Umgang mit meinem Blutzuckermanagement. Wenn du gezielte Therapiemöglichkeiten benötigst, besprich diese bitte mit deinem Arzt oder Diabetesberater. Es gibt mittlerweile internationale Trainingsempfehlungen mit Diabetes. Diese Empfehlungen gibt es für die meisten gängigen Loops und wurde von international anerkannten Wissenschaftlern in Studien ermittelt und verfasst. Ich habe mich persönlich an diesen Guidelines orientiert und es in Rücksprache individuell angepasst. Bei konkreten Fragen hilft dir dein Arzt oder Diabetesberater sicher gerne weiter. Viel Spaß beim Training mit Diabetes. Lass dich nicht unterkriegen und denk immer daran, Diabetes ist kein Hindernis deinem Hobby nachzugehen.

Vorschau

Im nächsten Artikel werde ich von meinen mentalen Tricks berichten. Wenn du schon Fragen dazu hast, dann rein damit in die Kommentare 😉

Wings for Life in Schlapfen, …

Wings for Life in Schlapfen, …

Heute möchte ich den Wings for Life Run nochmal aufwärmen und berichten wie es war mit Schlapfen zu laufen und welche Blutzucker Eskapaden es gab. Viel Spaß beim lesen, kommentieren, liken und teilen. 

In Schlapfen laufen

Warum läuft jemand überhaupt in Schlapfen? Um zu beweisen, dass es möglich ist? Weil derjenige einen Sponsor Vertrag mit dem Hersteller der Schlapfen hat? Weil er leicht verrückt ist und auf Schmerzen steht? Ich glaube hier könnten noch einige Fragen mehr stehen, also warum habe ich das gemacht? So ganz genau weiß ich das selber nicht. Ich war am Samstag vor dem Wings for Life Run bei einer Geburtstagsfeier, bei der ich immer wieder gefragt wurde, ob ich schon mal mit den Schlapfen einen Marathon oder ähnliches gelaufen bin. Das habe ich immer wieder verneint und meinte, dass das nicht möglich ist. Zumindest nicht ohne Blasen an den Füßen und vermutlich heftigen Schmerzen. Irgendwie hat mich die Frage dann aber doch beschäftigt. Wenn mich so etwas beschäftigt, dann ziemlich sicher so lange bis ich es probiert habe und weiß, ob es geht oder nicht.

Als ich munter wurde, dachte ich mir so: „Schei* drauf, ich probier es einfach. Geht ja um die Gaude und wenn es nicht mehr geht, hör ich auf.“ Ich schnappte mein Bierflaschenkostüm, packte meine Tasche und nahm erstmal meine Schlapfen in die Hand. Etwas skeptisch betrachtete ich sie und entschied mich einen Riemen mit einer Schnur anzubringen. Allerdings habe ich zuerst einen Sprint ohne Schnur über ca. 20m gemacht, um zu sehen, ob es überhaupt geht. Es fühlte sich ok an. Also nahm ich die Anpassung an den Schlapfen vor und fuhr mit meinem Bruder und Peter zum Red Bull Ring. Dort angekommen, nahmen wir alle ein isotonisches elektrolythaltiges Hopfengetränk zu uns und unterhielten uns wie wir die Schuhe noch stabiler machen könnten. Immerhin waren wir 2 Ingenieure und ein Diplomingenieur. Zwar nicht für das designen von Schuhen, aber im technischen Bereich.

Auf die Plätze, fertig, los …

Um sicher zu gehen, dass alles hält, wurde noch ein Tape angebracht und die Schuhe mit den Socken verbunden. Wir wurden zur Strecke gebeten, weil wir sonst den Start auch noch versäumen würden. Am Start angekommen begrüßten wir noch Arvid Auner und warteten gemeinsam auf den Startschuss. Punkt um 13 Uhr liefen wir los. Mein Bruder Michi, nahm sein Bein in die Hand und absolvierte die Strecken ohne Prothese auf Krücken. Gleich mal eine Steigung zum Aufwärmen. Ein Kaltstart und dann noch bergauf. Arvid meinte so um die 5 Minuten pro Kilometer wird er laufen. Für Peter und mich klang das passend. Die ersten Meter liefen wir gemeinsam. Beim ersten Abstieg am Ring, gingen mit uns aber die Pferde durch und wir beschleunigten auf unter 4:30 min/km. Arvid meinte er grooved sich bei seiner Pace ein und Peter und ich legten einen Zahn zu.

Bergab war unsere schnellste Zeit 3:18 min/km. Was erstaunlich schnell war. Der Grund war aber einfach. Ich musste so schnell laufen damit meine Schlapfen schneller waren als ich und an meinen Beinen blieben. Peter hielt locker mit. Gegenseitig motivierten wir uns und waren gut unterwegs. Beim Start/Zielbereich wurden wir immer wieder angefeuert und uns wurde Bier gereicht. Unser Bierfalschenkostüm wurde gefeiert. Wir wurden von der Menge angetrieben. So beflügelt liefen wir Runde um Runde und das sogar ohne Red Bull zu trinken. Wir flogen über die Strecke sozusagen. Ab und zu wurden wir von einem Cheering Car eingeholt und angefeuert. Generell war die Rückmeldung auf der Strecke und an der Seite sehr gut. Wir wurden für unser Outfit und für meine Schlapfen gefeiert. Wir hatten sichtlich Spaß dabei. Das Rennen lief sehr gut und am Ende konnten wir über 30 km verbuchen.

Wie sehen die Beine aus?

30 km sind schon in normalen Schuhen und mit einer Pace von 4:51 ohne Höhenmeter ganz gut. Wir hatten aber noch knapp 600 Höhenmeter zu laufen. Das ganze in meinen Puntiletten (Schlapfen von Puntigamer) war selbst für mich nochmal beeindruckender. Während des Laufs dachte ich mir, dass ich bestimmt viele Blasen und Druckstellen an den Füßen bekommen werde, aber dem war nicht so. Lediglich eine kleine Blase und 2 Druckstellen am rechten Fuß habe ich bekommen. Ansonsten gar nichts. Muskelkater auf Grund des geänderten Laufstils? Kater kann man das nicht nennen. Es war was zu spüren, aber ich bin über 30. Ich könnte mich auch beim Schlafen ungünstig hingelegt haben 😉 Mein Fazit zum Lauf in Schlapfen? Wozu in teure Laufschuhe investieren, wenn man in Schlapfen laufen kann? 😉 Ne Spaß, es ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Das Training und der Laufstil sollten schon passen.

Würde ich nicht so viel trainieren und nicht so fit sein, hätte ich das nicht gemacht. Ich weiß jetzt, wie es ist in Schlapfen zu laufen. Es war zwar ganz lustig, aber ob ich es nochmal machen werde, weiß ich noch nicht. Die Kommentare zum Outfit mit den Schlapfen war positiv und hat die Leute zum Lachen gebracht. Um mehr ging es mir nicht. Und weil es beim Wings for Life Run geregnet hat, waren die Schuhe sogar die passende Wahl. Wenn sie für die Therme oder für zu Hause geeignet sind, dann funktionieren sie auch auf der Rennstrecke. Meinen Beinen und den Schuhen geht’s gut. Also auf zum nächsten Abenteuer.

Wie wars mit dem Diabetes?

Ganz anders als sonst. Positiv? Negativ? 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Beim Loslaufen warf ich einen letzten Blick auf meinen Blutzucker. Alles stabil, knapp 200 mg/dl. Super Startwert für die nächsten Kilometer. Da wir aber sehr schnell im Flow waren, habe ich gar nicht auf den Zucker geachtet. Es fühlte sich gut an und wir liefen einfach. Erst nach 25 km spürte ich einen beginnenden Hypo. Ich nahm mein Smartphone aus der Tasche und musste feststellen, dass mein Sensor sich abgemeldet hatte. „Keine Sensorwerte, warten Sie bis zu 3 Stunden!“ Stand auf dem Display. Naja, was solls, ich erkenne einen Hypo im Sport. Bei der Verpflegungsstation schnappte ich schnell etwas und wir liefen weiter. Weit würde es sowieso nicht mehr gehen, weil die fahrende Ziellinie bereits knapp hinter uns war. Den nächsten langen Anstieg schafften wir nur mehr zur Hälfte und dann war das Rennen zu Ende. Wir wanderten zurück zum Start und genossen unser Zielbier.

Sensorausfall bei WFL

Sensorwert vs. Körperwahrnehmung

Nach dem Rennen fuhren wir nach Hause. Wir lieferten Peter bei ihm ab und Michi und ich fuhren heim. Daheim angekommen bestellten wir uns was vom Chinesen. Mein Sensor schien wieder zu funktionieren. Die Werte passten zu meiner Wahrnehmung. Nachdem Essen ging ich relativ bald ins Bett. Ich war ziemlich müde. Mein Sensor hatte eine andere Idee für mich. Permanent ging ein Alarm los. „Bald niedriger Wert“ „Bald niedriger Wert, dringend!“ Schlafen war also nicht. Ich organisierte mir ein Twix und ging mit meinen zwei Schokoschnitten zurück ins Bett. 2-3 Bissen und weiterschlafen. Falsch gedacht. Schlafen war nicht möglich. Ich bekam Durst und musste dauernd aufs WC. Sehr nervig. Nach dem 3 Mal trinken und entleeren entschied ich mich blutig meinen Zucker messen zu gehen. Sensorwert 53 mg/dl, blutige Messung 580 mg/dl !!! Heftiger Unterschied. Dann war mir aber klar warum ich mich so mies gefühlt habe.

Sofort kalibrierte ich den Sensor. Keine Chance das zu richten. Ich musste ihn tauschen. Es war eh schon 3 Uhr morgens und ich habe so gut wie nicht geschlafen. Sensortausch. 9,5 Insulineinheiten Korrektur. Nachdem ich nicht schlafen konnte, nahm ich noch ein paar Messungen vor und sah zu wie mein Blutzucker sich wieder in den Normalbereich bewegte. Dann war ich so erleichtert, dass ich doch noch 15 Minuten eingeschlafen bin. Ich bin ein Fan von der Technik im Bereich Diabetes. Was ich aber auch sagen möchte ist, dass es wichtig ist sich nicht zu 100% darauf zu verlassen. Sie kann Fehler haben oder mal ausfallen. Dann muss ich wissen, was ich tun muss bzw. kann und es dementsprechend korrigieren. Mittlerweile läuft alles wieder gut. Mir geht es gut und mein Blutzucker hat sich eingependelt. Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser!

schwarze Punkte = Sensorwerte
rote Punkte = blutig gemessen Werte am durch Fingerstich
blaue Linie = Basis Insulinversorgung
blaue punktierte Linie = programmierte Basis Insulinversorgung
gelber vertikaler Balken = Ease-Off Modus
graue Kästchen mit Werte .. g = konsumierte Kohlenhydrate
blaue Kästchen mit Werten .. IE = abgegebene Insulineinheiten (Bolus oder Korrektur)

Fazit

Mein Fazit vom Wings for Life Run ist dennoch ein positives. Es war sehr lustig mitzulaufen und Kilometer für die zu sammeln die selbst nicht laufen können. Ich weiß nun auch wie es ist in Schlapfen zu laufen. Und nach knapp 10 Jahren Diabetes bin ich froh, dass ich eine geschärfte Wahrnehmung für meinen Körper habe. Ich weiß ohne Sensorwerte wann sich ein Hypo oder Hyper anbahnt und was ich dagegen unternehmen kann. Die Technik ist gut, aber es ist auch wichtig sich selbst zu kennen. Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist und nichts weiter passiert ist. Wie war dein Wochenende? Warst du auch beim Wings for Life Run? Oder hast du Diabetes und schon mal was ähnliches erlebt? Schreib es in die Kommentare, oder lass doch ein Like da, ich freue mich auch wenn du den Beitrag teilst. Übrigens findest du mich auch auf Instagram. 

 

Run 30 Rome the Marathon

Run 30 Rome the Marathon

Run 30 Rome the Marathon hieß es dieses Wochenende am 16.03.2025. Wie schon im Vorjahr sind wir auch dieses Jahr gekommen um den Marathon zu rocken. Doch es kam dann ein wenig anders als geplant.

Die Vorbereitung

Meine Vorbereitung hat schon vor unserer Rom Reise mit einer Dienstreise nach Frankreich(Lyon) begonnen. Und meine Vorbereitung war generell suboptimal. Beginnend mit dem Sevilla Marathon bei dem der Erfolg des ersten Marathons von Marko ordentlich begossen wurde, waren die Wochen davor eher von Party als von Disziplin geprägt. Auf meiner Dienstreise hielt ich mich auch nicht mit ausgelassener Stimmung und einer nicht Marathon tauglichen Ernährung zurück. Wie das so ist, irgendwann bekommt jeder die Rechnung präsentiert.

In Rom angekommen wurde ich nicht nur von meinen Reisebuddies freundlich in Empfang genommen, wir haben auch sofort auf die Reise angestoßen. Nach ein bisschen Sightseeing begleitet von regelmäßigen Trinkpausen gingen wir zum Abendessen und ließen den ersten Abend noch eskalieren.

Der Tag vor dem Marathon war zwar gemütlicher was das Feiern anbelangt aber ideal ist anders. Die Stimmung war gut und so manch einer war auch nervös vor seinem ersten Marathon. Bereits beim Abendessen verspürte ich Schmerzen in meinen Knie und Sprunggelenken. Diese Schmerzen wurden in der Nacht fast unerträglich. Nach der nächtlichen Gabe von Seractil wurde es etwas besser. Mein Schlaf war nicht sehr erholsam. Wie dem auch sei, was muss das muss und so ging es an den Start. Rechtzeitig davor stellte sich noch Bauchweh ein. Bis auf 1-2 Ausnahmen waren aber alle topfit und nur etwas mehr oder weniger nervös.

Der Marathon

Der Marathon selbst ist dann wie immer ein Erlebnis. Dieses Mal war es eine Überraschungsei. Ich wusste nicht was passieren wird und ob ich nicht doch aufgeben muss. Doch dann fiel der Startschuss und es ging los. Motiviert und voller Adrenalin waren bei mir erstmal keine Schmerzen zu spüren. Das Bauchweh wurde allerdings schlimmer. Bei allen anderen lief es gut. Keine Beschwerden.

Nach ein paar Kilometern trennte sich unsere Gruppe in Anna Lena als flotte Läuferin und erkundete die Strecke. Manuel, Arnold, Michi, Sebi und ich räumten das Feld von hinten auf. Für Anna Lena und Sebi war es der erste Marathon. Somit war das Ziel für beide klar. Durchkommen und Spaß haben. Was bei Anna Lena gut funktionierte stellte sich bei Sebi als schwereres Unterfangen dar. Seine Vorbereitung war gut und er war bereit. Ein Marathon schreibt allerdings seine eigenen Regeln.

Anna Lena

Anna Lena hat sich am Donnerstag vor dem Marathon spontan dazu entschieden mit nach Rom zu kommen und den Marathon zu laufen. Bis 21,1 km ist sie bisher gelaufen. Gezielt trainiert hat sie für den Marathon aber nicht. Also ebenso ein Überraschungsei für sie. Es ging ihr sehr gut und sie kam gleich in den Flow der sie durch Rom trug. Ab km 24 wurde sie durch Manu unterstützt der die Gruppe der Nachzügler dafür verlassen musste. Bis km 30 problemlos dann musste sie ein wenig spazieren. Bis auf so Kleinigkeiten rockte sie den Marathon und kam gut und happy ins Ziel. Zwar mit einigen Blasen an den Beinen, aber glücklich und gesund.

Sebi

Bei Sebi war es etwas anders. Er bekam relativ früh im Rennen Kopfweh. Der Versuch mit Seractil das Problem zu lösen war vergebens. Leider war es für ihn zwischendurch so heftig, dass wir von einem Run auf einen Powerwalk umstellten. Mit gutem Zuspruch unsererseits und blöden Witzen hat er Biss bewiesen und den Marathon fertig gemacht. Auch wenn er seine gewünschte Zielzeit versäumt hat, hat er seinen ersten Marathon erledigt und ist bereit für mehr. Der nächste wird kommen. Und er wird ihn wieder meistern.

Der Rest von uns

Beim Rest von uns bleibt nur mehr zu sagen, dass es alle geschafft haben. Für Manu der voriges Jahr seinen ersten Marathon hier in Rom gemacht hat war es schön zurück zukommen und andere Runningbuddys zu supporten. Er hatte einen fetten Dauergrinser und hat den Marathon mit Leichtigkeit gemeistert.

Per Arnold war es bereits auch der dritte Marathon. Er meinte zwar, dass die Dauer anstrengend ist aber ansonsten ging es ihm gut. Dasselbe kann man von Michi sagen. Er lief auch vor einem Jahr in Rom seinen erste. Marathon. Seine Vorbereitung war wie meine suboptimal was sicher an mir liegt.

Für mich war es wohl einer der blöderen Marathons. Die Gelenksschmerzen kamen und gingen wieder und waren zwischendurch äußerst unangenehm. Mein Bauchweh war ständiger Begleiter und gipfelte in Durchfall. Auch etwas was sich niemand wünscht beim Marathon. Egal, Erfahrung gesammelt, Arzttermin ausgemacht und weiter geht’s. Trotz den widrigen Bedingungen für mich war mein Blutzucker stabil und ziemlich perfekt sogar. Für einen Marathon der eigentlich beschissen lief bin ich damit sehr zufrieden.

Die Marathon Eindrücke

Bei einem Marathon gibt es viel zu sehen. Besonders in Rom der ewigen Stadt. So viele Sehenswürdigkeiten an denen man vorbeiläuft. So viele Zuseher die einen anfeuern. So viel Wasser, Obst und Kekse die es gibt. Doch genau so viele Dixi Klos die man nicht sehen will aber dennoch sehen muss. Bei so manchem Heisl war ich ekelig überrascht dennoch beeindruckt. Und zwar beeindruckt davon wie weit man die Schüssel verfehlen kann. Wie bunt so ein Haufen sein kann. Wie viel Spannung man in den Oberschenkel aufbauen und halten kann um nichts zu berühren und sich einzusauen. Das man schnell mal bei einem Mc Donalds aufs Klo geht oder eine öffentliche Toilette besucht um etwas Komfort und Hygiene zu erhalten. Eine Erfahrung die sich einige von uns sicher gerne gespart hätten.

Alles in allem war es ein gelungener Lauf. Wie es aussieht nehmen wir ihn fix in den Laufkalender auf und werden sicher wieder mal vorbeikommen.

Die Nachbereitung

Bei unseren beiden Marathonjungfrauen sieht man die Spuren des Gladiatorenkampfes beim Marathon. Das Gangbild ist noch etwas instabil und etwas langsam. Die eine oder andere blutige Blase schmerzt beim Gehen. Vom Muskelkater brauchen wir gar nicht zu sprechen. Dennoch haben sie ein Lächeln im Gesicht und man sieht es ihnen an. Es war geil dabei zu sein und es geschafft zu haben. Sie haben es gerockt. Wer weiß wie viele Marathons noch von ihnen absolviert werden. Ich glaube nicht, dass es der letzte war. Ich freue mich auf viele weitere.

Möchtest du auch mal in Rom oder generell einen Marathon laufen? Lass doch ein Like oder Kommentar hier. Gerne kannst du den Beitrag auch teilen wenn er dir gefallen hat.

Sex, Drugs & Diabetes

Sex, Drugs & Diabetes

Ich glaube, dass Sex, Drugs & Diabetes ein Thema ist, das viele interessiert. Meine Meinung dazu ist, nur weil ich Diabetes habe, heißt das nicht, dass ich auf irgendwas im Leben verzichten muss. Und ja heute geh ich mal etwas tiefer in Themen die vielleicht für den einen oder anderen ein Tabu sind.

Diabetes und Sex

Nur weil ich Diabetes habe, heißt das nicht das ich deswegen keinen Sex habe. Diabetes ist eine Erkrankung, die nicht übertragbar ist. Verhütung ist trotzdem eine gute Sache. Ich will mir nicht zusätzliche Erkrankungen holen. Das fände ich weniger sexy, um ehrlich zu sein. Jetzt stellst du dir vielleicht die Frage wie ist es mit jemanden intim zu werden der Diabetes hat? Naja, wie mit so ziemlich jedem anderen auch. Man zieht sich aus und los geht der Spaß. Ein paar Kleinigkeiten gibt’s dann aber doch zu beachten. Ich habe eine Insulinpumpe. Die muss ich abnehmen, bevor ich mich komplett entblättere. Ich kann sie schlecht irgendwo festklemmen, wenn ich nicht mal eine Unterhose trage. Und würde ich sie wo festklemmen wäre das schmerzhaft. Das brauch ich nicht. Und das wars? Mehr ist nicht zu beachten?

Ein wenig muss ich dann schon noch schauen, was mein Blutzucker macht. Bei Unterzucker kannst du dir das ungefähr so vorstellen, wie wenn du versuchst mit aufgeweichten Papierkarten ein Kartenhaus zu bauen. Schon mal probiert? Das wird nicht funktionieren. Ähnliches gilt für mich, wenn mein Blutzucker viel zu hoch ist. Da steht mein kleiner Zuckerstab nicht auf. Da bleibt der faule Sack hängen und wartet auf stabilere Zeiten. Wenn der Blutzucker aber passt, dann steht einer erotischen Zeit nichts im Wege. Dann stellt sich nur mehr die Frage der Tageszeit, der Dauer und der Intensität. Klingt komisch, ist aber so. Es könnte doch länger dauern oder sportlicher werden als gedacht. Und was ist dann? Wie beim Sport, es gibt „SportBE“! Die sollte ich aber rechtzeitig konsumieren, ansonsten stürzt das Kartenhaus ganz schnell wieder ein. Ziemlicher Erotikkiller, oder? Eigentlich nicht, ich weiß ja was ich tun muss damit es funktioniert.

Gefahren bei Sex mit Diabetes

Wirkliche Gefahren gibt es nicht. Ok ich könnte meinen Sensor verlieren, wenn es zu wild wird. Mein Insulinkatheder könnte mir abfallen oder rausgerissen werden. Dann sind wir aber bei den blutigen Angelegenheiten schon am Ende. Der Rest ist die Blutzuckereinstellung. Die ist schon interessanter. Hier sollte es schon gut passen. Ähnlich wie beim Sport sollte der Blutzucker im Zielbereich sein und nicht am Schwanken wie ein betrunkener Matrose bei starkem Seegang am Schiff. Je stabiler der Blutzucker, desto sorgenfreier das Erlebnis mit der Partnerin. Und was passiert, wenn der Sensor oder der Katheder vom Körper entfernt wird? Gar nichts. Ich muss es einfach neu setzen. Kann ich das beim Hersteller reklamieren? Klar, versuch es doch. Entweder bleibst du bei der Wahrheit und bekommst es ersetzt oder du wirst kreativ und lässt dir eine glaubhafte Ausrede einfallen. Es könnte eine lustige Story sein, dann haben auch die Mitarbeiter was zu lachen.

Und das wars? Mehr gibt’s wirklich nicht zu beachten? Nicht das ich wüsste. Zumindest denke ich nicht an weitere Sachen. Und ich lege auch keine Ersatzkatheder oder Sensoren bereit. Das wäre wieder ein Erotikkiller. Meine Hypohelfer habe ich sowieso meistens in Griffweite in meinem Haus. Wenn ich auswärts bin, muss ich mir etwas überlegen. Aber auch hier finde ich Lösungen. Ich könnte ja Schokolade, Schlag und Obst mitbringen. Könnte nicht nur die Stimmung aufpeppen, sondern auch den Blutzucker aus dem Keller holen und für Stimmung sorgen. Wie du siehst, ist Diabetes kein Problem Sex zu haben. Und habe ich Sex? Kaum. Ich bin Single und viel unterwegs. Aber ich bin ein Mann und um dieses Klischee zu bedienen, wenn ich in eine erotische Situation stolpere, dann werde ich nur selten nein sagen 😉

Diabetes und Drogen

Was? Du nimmst Drogen? Ich stell mir gerade vor, dass das deine Frage ist. Nein natürlich mache ich das nicht. Es ist ja illegal. Nur zu deiner Info möchte ich dir aber mitteilen, dass Insulin auf der Dopingliste steht und somit irgendwie schon eine „Droge“ ist. Dennoch ist es zulässig mit Diabetes Profisport zu betreiben. Wir benötigen Insulin, um zu überleben und nicht um im Sport besser als andere zu sein. Warum schreibe ich jetzt aber Diabetes und Drogen? Weil Medikamente und Alkohol auch in diese Kategorie fallen. Zum Thema Diabetes und Party habe ich einen Beitrag verfasst. Für den Teil mit den Medikamenten und Drogen schreibe ich hier ein wenig. Was ist bei der Einnahme von Medikamenten zu beachten? Wie können die sich auf meinen Zucker auswirken? Und was passiert, wenn ich zum Beispiel Cannabis konsumiere. Neugierig geworden? Dann lies weiter.

Diabetes und Medikamente

Diabetes und Medikamente ist eigentlich ganz einfach. Dein Arzt sollte wissen, dass du Diabetes hast. Damit kann er dir die richtigen Medikamente in der richtigen Dosierung verschreiben. Des Weiteren sollte dein Arzt wissen, was die Medikamente bei deinem Diabetes für Auswirkungen haben können. Und der Rest ist leider einfach auszuprobieren. Es kann sein, dass manche Medikamente mehr oder weniger auf deinen Blutzucker wirken. Wichtig dabei ist, dass du deinen Blutzucker häufiger kontrollierst und dementsprechend reagierst. Wenn du dir unsicher bist, frag bei deinem Arzt nach. Bestimmt findest du auch hilfreiche Tipps von anderen Personen mit Diabetes. Du wirst feststellen, du bist nicht allein mit deinen Diabetesproblemen. Vielleicht hat jemand ein ähnliches Problem und kann dir Tipps geben, wie du damit besser zurechtkommst. Nicht den Kopf hängen lassen. Der Diabetes bleibt, die Medikamente wirst du hoffentlich irgendwann absetzen können.

Diabetes & Drugs

Cannabis

Jetzt kommt das nächste Thema was dich bestimmt interessiert. Ich möchte gleich vorausschicken, dass ich keine Drogen konsumiere. Es wäre gelogen, wenn ich sage, ich hätte es nie probiert. Ich habe es probiert. Und zwar Cannabis. Das war schon 2019 in Amerika. Ich habe mit meinem Bruder unseren Cousin besucht. Dort war Cannabis bereits legalisiert. Also wollten wir es probieren. Einfach um zu wissen, wie das so ist. In Österreich ist es noch immer verboten, aber in Deutschland oder Holland könnte ich es auch ausprobieren. Wie dem auch sei, es war der Urlaub nach einem meiner Laufprojekte. Unser Cousin hat gesagt, dass es in Kalifornien bei ihm bereits legal ist Cannabis zu konsumieren. Also haben wir uns den Spaß erlaubt einen Joint zu rauchen. Keiner von uns ist Raucher. Bereits nach den ersten Zügen haben wir zu husten begonnen. Die Hunde der Nachbarschaft stimmten in unseren Chor ein.

Nach unserem Konzert mit den Hunden haben wir gewartet was passiert. Es wurde erst lustig, dann wurden wir hungrig. Und mein Blutzucker? Den habe ich gut beobachtet und immer wieder kontrolliert. Der war während des Konsums wie immer. Keine Schwankungen. Hätte mich auch gewundert. Warum sollte rauchen auf den Blutzucker Auswirkungen haben. Danach kamen der Hunger und Durst. Da sah es schon anders aus mit meinem Blutzucker. Wir tranken Bier und stopften alles Essbare in uns. Die Kombination schickte meinen Blutzucker auf eine Mondmission. Er stieg ganz schön hoch. Zu viel korrigieren wollte ich dann auch nicht. Also blieb er einfach höher. Es war ein superlustiger Abend. Im Sinne der Wissenschaft wiederholten wir am nächsten Abend das Experiment. Der Ausgang war der gleiche. Nur dieses Mal war ich bei der Korrektur des Blutzuckers mutiger. Mein Blutzucker verlies nicht die Atmosphäre sondern blieb in kontrollierten Bereichen.

K.O. Tropfen

Diesen Absatz kann ich tatsächlich kurzhalten. K.O. Tropfen habe ich nicht absichtlich genommen. Die wurden mir bei einem Partyurlaub in mein Getränk gekippt. Ich kann mich an nichts erinnern. Das letzte, was ich weiß, ist ich stand vor einer Bühne. Danach wurde ich in meinem Hotelzimmer munter. Mir war kotzübel, mein linkes Knie war blutig und im Bad sah es aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Scheinbar hatte ich  ein Date mit dem Boden. Als ich zu mir kam entdeckte ich keine weiteren Narben oder hatte sonstige Schmerzen. Ich gehe also davon aus, dass ich noch alle Organe habe und meine rektale Jungfräulichkeit erst bei meiner ersten Darmspiegelung verlieren werde. Ein schönes Erlebnis war es nicht. Es ging mir noch 2 Tage dreckig. An meinen Zucker kann ich mich auch nicht erinnern. Dürfte aber ok gewesen sein, sonst könnte ich nicht davon berichten.

Fazit Diabetes & Drugs

Mein Fazit zu Diabetes und Drogen ist auch recht kurz. Wenn man schon so etwas probieren will, dann am besten dort, wo es erlaubt ist. Wenn du schlau bist, hast du auch noch jemanden bei dir der auf dich achten kann und weiß, dass du Diabetes hast. Das hilft, falls es eskaliert und du ins Krankenhaus musst. Dann wissen die Medizinier bereits Bescheid was los ist. Im Idealfall wissen sie dann auch, was du genommen hast. Dann können sie richtig reagieren und dir schnell helfen. Besser ist, aber du bleibst bei den legalen Möglichkeiten. Die sind gefährlich genug. Wie immer im Leben heißt es. Die Dosis macht das Gift. Also vorsichtig sein bei solchen Aktionen und am besten erst gar nicht machen. Dann kann auch nichts passieren. Also Finger weg von Drogen Kinder!

Zu guter Letzt

Und falls du dich jetzt fragst, was ist mit dem los? Der ist doch Sportler und hat Diabetes. Wie kann der Alkohol trinken und Drogen ausprobieren? Das ist doch nicht gesund! Da kann ich dir nur sagen, du hast Recht. Nicht alles davon ist schlau oder gesund. Aber soll ich mir kein schönes Leben machen und manchmal etwas ausprobieren, wenn sich die Möglichkeit habe? Dieses Jahr habe ich meinen Diabetes 10 Jahre. Ich probiere nicht nur gerne neue Speisen, ich probiere auch andere Sachen aus. Sofern es legal, für mich nicht gefährlich ist und ich wissen will, wie es ist. Im Sinne der Wissenschaft natürlich. Ich bin auch nur ein Mensch mit Bedürfnissen und einer Neugier ausgestattet, die mich manchmal über das Ziel hinausschießen lässt. Solange du aber noch von mir hörst, habe ich nichts getan was mir geschadet hätte. Bestes Beispiel 10 Cordons in 10 Tagen! 😉

Noch ganz wichtig. Wenn du Fragen hast oder dir unsicher bei gewissen Themen bist, kontaktiere deinen Arzt/Ärztin. Sie unterliegen der Schweigepflicht und werden dir helfen ohne dich zu verurteilen. Mach dir keine Sorgen. Bevor du etwas falsch machst, frag lieber nach. Dann passiert dir nichts.

Ich hoffe dir hat mein Beitrag von heute gefallen. Es ist sicher kein alltägliches Thema von dem ständig berichtet wird, dennoch glaube ich, ist es wichtig darüber zu reden. Wenn dir der Beitrag gefallen hat, lass doch ein Like da oder kommentiere deine Meinung. Gerne kannst du den Beitrag auch teilen. Bis zum nächsten Mal. (Das Beitragsbild hat netterweise ChatGPT generiert)

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Krank mit Diabetes

Krank mit Diabetes

Diabetes ist für sich oft genug schwer zu meistern. Aber wie ist es, wenn man zusätzlich noch krank wird. Was passiert dann mit meinem Diabetes?

Ich bin krank – was passiert mit meinem Blutzucker

Der Körper versucht natürlich alle Krankheitserreger, völlig egal ob Viren oder Bakterien, zu eliminieren. Das stresst den Körper. Es äußerst sich in den verschiedensten Formen. Bei manchen Erkrankungen ist Fieber etwas sehr Typisches. Die Körpertemperatur steigt an. Man fühlt sich unwohl, schwitzt, ist permanent müde und ausgelaugt. Man geht zum Arzt, lässt sich untersuchen und bekommt eine Diagnose. Aktuell um die Jahreszeit gibt’s mehr oder weniger immer die gleiche Leier. Es ist die Grippe, ein grippaler Infekt, Corona, eine Lungenentzündung usw. Diese Liste ließe sich noch lange fortführen. Eines haben sie aber alle gemeinsam. Wenn man Diabetes hat, wird es deutlich schwieriger als sonst den Blutzucker zu kontrollieren. Was passiert also mit meinem Blutzucker?

Der Insulinbedarf …

… erhöht sich. Ich benötige deutlich mehr Insulin als sonst. Mein Körper nimmt es auf wie Wasser. Es rinnt förmlich aus meiner Pumpe durch meinen Katheder in meinen Körper. Die Mengen die mein Körper während einer Krankheit braucht benötige ich nicht einmal bei einem All You Can Eat Buffet. Das ist vergleichbar mit einer alten Dampflok die einen Berg hinauffährt. Damit sie das schaffen kann, müssen die Kohleschaufler ordentlich schuften und richtig viel Kohle ins Feuer hauen. Und so ähnlich ist es mit dem Insulin. Je nach Verlauf der Krankheit benötige ich viel mehr Insulin oder nur ein wenig mehr. Bei mir war das während der echten Grippe ungefähr um 100% mehr als normal. Der Bedarf war einfach mehr. Ohne, dass ich etwas gegessen oder getrunken hatte. Damals hatte ich aber auch hohes Fieber. Bei leichten Infekten benötige ich nur ein wenig Insulin mehr. Zwischen 25 und 50% mehr.

Aktuell habe ich einen grippalen Infekt ohne Fieber, dafür aber mit fürchterlichem Husten. Ich benötige um 25-30% mehr Insulin. Und das nicht nur in der Basisversorgung, sondern auch beim Essen und Trinken. Ich muss bei allem, was ich konsumiere, etwas mehr an Insulin abgeben. Mache ich das nicht, dann kann ich danach häufig Korrekturen spritzen. Mein „Glück“ ist, dass ich, wenn ich krank bin, selten großen Appetit entwickle. Das hilft mir meinen Blutzucker halbwegs stabil zu halten und unterstützt meinen Loop bei der Arbeit. Dennoch bin ich niedergeschlagen, müde und antriebslos. Ich trinke literweise Tee, knabbere Chilikürbiskerne und kuschle mich in meine Decke, wenn mir kalt ist. Dazwischen versuche ich zu lesen, fernsehen oder treibe auf Tinder mein Unwesen. Achja und nach 3 Stunden Aufwärmphase nach dem Aufstehen habe ich begonnen diesen Beitrag zu schreiben.

Der Hybrid-Closed-Loop …

… hilft mir dabei meinen Blutzucker stabil zu halten. Ich muss zwar öfter mein Insulinreservoir auffüllen, dafür geht es mir aber gut und ich erlebe keine Blutzucker Entgleisungen. Bei Medikamenten muss ich auf die Inhaltstoffe achten. Diese können laut dem Hersteller meinen Sensor beeinflussen. Falsche Sensorwerte führen zu einer falschen Insulinabgabe und ich habe wieder ein Problem. Und nicht nur das. Es gibt Medikamente die Zucker enthalten. Auf diesen steht meistens: “Für Diabetiker ungeeignet!“ Ich checke hier die Inhaltsstoffe und wie viel Gramm Kohlenhydrate enthalten sind. Ich betrachte solche Medikamente wie Essen/Trinken mit Kohlenhydraten. Ich konsumiere es und gebe einen Bolus dafür ab. Allerdings auch nur wenn ich es von meiner Ärztin verordnet bekomme oder ich es schon angewandt habe und ich weiß, dass es mir guttut und hilft.

Ein Gamechanger in meiner Therapie war der Hybrid-Closed-Loop. Schon im Alltag hilft mir der Loop meinen Blutzucker stabil und gut kontrollierbar zu halten. Wenn ich krank bin, übernimmt er noch mehr Arbeit als sonst. Wie schon erwähnt steigt zwar mein Insulinbedarf deutlich an, aber der Loop meistert das ohne große Probleme. Vor dem Loop musste ich viel ausprobieren und es ging häufig daneben. Mittlerweile liege ich so entspannt wie möglich herum und freue mich darüber, dass ich mich darum nicht kümmern muss. Was die Firma Ypsomed AG mit mylife Diabetescare hier entwickelt hat, ist einfach großartig. Hier steckt viel Hirnschmalz drinnen. Hirnschmalz, welches ich für meine Genesung verwenden kann. Damit bin ich schneller fit und generell sorgenfreier unterwegs.

Krank – was ist zu beachten?

Jetzt wo du schon weißt, was mit meinem Diabetes passiert, wenn ich krank bin, möchte ich noch sagen, was ich dabei beachte. Das gilt natürlich nur für mich und ist keine allgemeine Empfehlung. Ich bin ja kein ausgebildeter Medizinier oder Diabetesberater, der dir sagen darf, was du tun sollst.

  • Arzt aufsuchen und untersuchen lassen
  • Medikamente wie verordnet einnehmen
  • Ruhe geben, regenerieren und erholen
  • Viel trinken. Ungesüßter Tee und Wasser habe ich am liebsten
  • Sportliche Aktivitäten vermeiden. Damit meine ich auch Hausarbeit. (die perfekte Ausrede nix zu tun ;))
  • Häufigeres Kontrollieren und beobachten des Blutzuckers
  • Wenn es nicht besser wird, retour zum Arzt
  • Nicht zu früh wieder in den Alltag, die Arbeit und den Sport starten. Das kann dich länger ausfallen lassen oder zu einer Folgeerkrankung führen
  • Gesund werden und das Leben genießen

Wie du siehst, ist es ganz schön tricky mit Diabetes krank zu werden. Daher versuchen lieber nicht krank zu werden, aber wer will das schon? Ich kenne niemanden der gerne krank ist. Was machst du, wenn du krank bist? Wie verhält sich dein Blutzucker dabei? Du kannst es gerne in die Kommentare schreiben. Natürlich darfst du den Beitrag auch teilen oder ein Like dalassen. Das gilt natürlich auch für alle ohne Diabetes. 😉 Ich freue mich über alles davon. Und wenn du wieder gesund bist kanns du ja mit Diabetes und auch ohne Party machen 😉