Start in die Marathon Saison
Dieses Mal möchte ich vom Start in die Marathonsaison berichten. Ein super schönes und super lustiges Wochenende mit ein bisschen Sightseeing während des Sevilla Marathons.
Sevilla Marathon
Als der flachste Marathon in Europa wird der Sevilla Marathon beworben. Es ist ein schöner Rundkurs der mitten durch die Stadt führt und es gibt wenig sich wiederholende Stellen. Vorbei an Sehenswürdigkeiten durch Alleen von Orangebäumen und Palmen. Zwischendurch kommt es mir vor als würden wir auf einem Highway laufen, der mitten durch die Natur läuft, aber doch irgendwie mitten in der Stadt ist. Die Bäume sind voll mit Orangen und es ist schwer zu erkennen ob mehr Blätter oder mehr Früchte auf den Bäumen sind. Auf jeden Fall ist es ein Anblick, den ich sicher nicht so schnell vergessen werde. In ein paar Wochen setzt die Blüte ein. Ich stelle mir vor, dass dann die ganze Stadt herrlich duften muss. Vielleicht schau ich nochmal spontan auf einen Negroni und ein paar Tapas vorbei.
Markos 1. Marathon
Ich möchte in ein paar Abschnitten von Markos ersten Marathon berichten. Er ist Vertriebsleiter beim Ypsomed Deutschland. Meiner Insulinpumpenfirma. Er wird mit Dirk, seinem Geschäftführer, am Transalpin Run (RUN TWO) teilnehmen. In einem Mail im Jänner fragte ich nach wie es den beiden im Training geht. Kurz darauf kam von Marko die Antwort, dass er in Sevilla den Marathon mitlaufen wird. Leider war der Marathon schon ausverkauft, ansonsten wäre ich sofort mit ihm mitgelaufen. Wie das Schicksal aber so will, hatte ich Glück und er hatte einen zweiten Startplatz. Ich konnte als mit ihm laufen und ihn unterstützen.
Die Vorbereitung
Als der flachste Marathon in Europa wird der Sevilla Marathon beworben. Es ist ein schöner Rundkurs der mitten durch die Stadt führt und es gibt wenig sich wiederholende Stellen. Vorbei an Sehenswürdigkeiten durch Alleen von Orangebäumen und Palmen. Zwischendurch kommt es mir vor als würden wir auf einem Highway laufen, der mitten durch die Natur läuft, aber doch irgendwie mitten in der Stadt ist. Die Bäume sind voll mit Orangen und es ist schwer zu erkennen ob mehr Blätter oder mehr Früchte auf den Bäumen sind. Auf jeden Fall ist es ein Anblick, den ich sicher nicht so schnell vergessen werde. In ein paar Wochen setzt die Blüte ein. Ich stelle mir vor, dass dann die ganze Stadt herrlich duften muss. Vielleicht schau ich nochmal spontan auf einen Negroni und ein paar Tapas vorbei.
Schlauerweise haben wir uns aber nicht komplett umgesoffen. Es war ein amtliches Damenspitzerl. Die Vorbereitung auf einen Marathon sollte dennoch deutlich nüchterner ausfallen. Das geht auf meine Kappe. Ich weiß es besser und dennoch haben wir ganz brav am Zapfhahn gehangen. Um 6 Uhr morgens gingen wir frühstücken. Ich sagte zu Marko er kann alles essen was ihm schmeckt und leicht verdaulich ist. Nach Toastbrot gab es dann Spagetti mit Tomatensauce. Um 6 Uhr morgens sind Spagetti mal ein etwas anderes Frühstück. Gestärkt vom Frühstück versuchten wir nochmal in unseren Zimmern uns auszuruhen und auf den Start vorzubereiten. Treffpunkt 7:55 beim Fahrstuhl, Abmarsch zum Start. Start 08:30. Es war der Wurm drinnen und unser Zeitmanagement ging etwas daneben. Wir trafen uns etwas später und hatten Stress zum Start zu kommen. Wir spazierten dennoch gemütlich los und vergingen uns auch noch.
Der Start
Wir kamen immer näher zum Startbereich und doch waren wir ordentlich weit entfernt. Über die Lautsprecher wurde bereits mitgeteilt, dass nur mehr 2 Minuten bis zum Start sind. Wir hatten keinen Plan, wo wir in den Start kommen würden. Von den Ordnern wurden wir einmal am Start vorbei gelotst und kamen dann doch in den Startbereich. Etwas später als geplant. Der Startschuss erfolgte noch bevor wir an der Startlinie waren. Glücklicherweise ist das egal. Es gibt eine Brutto und eine Nettozeit. Wir starteten zwar um ca. 8 Minuten später, liefen in Summe aber trotzdem schneller als geplant. Markos Ziel war es unter 4:30 Stunden zu bleiben. Das ist für den ersten Marathon, vor allem wenn dieser mehr oder weniger spontan ist, schon eine Ansage. Für mich ist dann klar das erste Ziel ist durchkommen und das zweite die Zeit zu unterbieten bzw. einzuhalten.
Mitten im Marathon
Während des Marathons habe ich mich gut und lange mit Marko über alles Mögliche unterhalten können. Das schöne bei so einem Lauf ist, dass man sehr viel Zeit hat sich auszutauschen. Es wird früh gestartet, man ist früh fertig und man kann sich dann ein wohlverdientes Bierchen gönnen. Bereits während des Laufes haben wir vom ersten kalten Bier nach dem Zieleinlauf gesprochen. Die Motivation soll hochgehalten werden. Umso einfacher, dass wir die gleichen Interessen haben nach einem Marathon. Nadja war immer wieder an der Strecke und hat Fotos und Videos von uns gemacht. Ich habe alle 5 km ein Selfie von Marko und mir geschossen. Der Verlauf der Selfies gibt allerdings keinen Aufschluss darüber, wie es Marko während des Laufes gegangen ist. Er war immer tapfer und für die Fotos topfit. Also spulten wir Kilometer um Kilometer ab. Mit jedem Schritt kamen wir näher ans Ziel.
Zu Beginn haben wir noch sehr viel gesprochen. Im letzten Viertel des Marathons war ich dann schon fast Alleinunterhalter. Das ist aber völlig normal und Marko konnte sich mit sich selbst beschäftigen. Ich sah es ein wenig als meine Aufgabe ihn von den Anstrengungen abzulenken. Auch das der Mann mit dem Hammer kommt versuchte ich tunlichst zu vermeiden. Irgendwann kam er dann aber doch und Marko hatte immer mehr zu kämpfen. Und hier möchte ich sagen er hat es perfekt verstanden auf seine Leistung zu schauen. Als Fußballer hat er einiges an Erfahrung. Wenn wir zu schnell wurden, dann hat er sofort gesagt wir sollen einen Schritt langsamer laufen. Ich reduzierte dann das Tempo, um an seiner Seite zu bleiben. Wir kamen immer näher ans Ziel und wir konnten das kalte Bier schon schmecken.
Zielsprint
Wenige Kilometer vor dem Ziel fragte mich Marko wie viel wir schneller laufen müssten um unter 4:15 Stunden zu bleiben. Nach einer kurzen Rechenaufgabe meinerseits, stellten wir gemeinsam fest, dass das Tempo dafür zu hoch wäre. Also hielten wir an unserer Pace fest. Das Ziel unter 4:30 Stunden zu bleiben war in Griffweite und das wollten wir beide unbedingt schaffen. In Anbetracht dessen, dass wir am Vorabend einige Hopfentorpedos erfolgreich in unsere Körper gefeuert hatten, war das eine beachtliche Leistung. Auf den letzten Kilometern sah ich die zunehmende Anstrengung bei Marko. Das Sprechen hat er fast vollkommen eingestellt. Er konnte aber immer noch lächeln und mit seinem Kampfgeist meisterte er die letzten Meter. Am Ende gab es sogar wirklich noch einen Zielsprint seinerseits. Das am Ende noch ein Teppich für alle Läufer im Ziel ausgelegt war, gab nochmal extra Power dafür.
Wir erreichten das Ziel nach 4:20:08 Stunden. Die Vorgabe und der Wunsch von Marko unter 4:30 Stunden zu bleiben haben wir damit eindeutig erfüllt. Marko war superglücklich es geschafft zu haben und ich auch. Zugegeben ich habe den Marathon auch gespürt. Die Vorbereitung war alles andere als ideal und vernünftig. Es war aber lustig und wir haben es gemeinsam gemeistert. Die Leistung am Vorabend in den Bars und beim Marathon von Marko war einfach unglaublich. Damit kann er sich auch einen Marathoni nennen. Die Medaille wird er bestimmt in Ehren halten. Was er geschafft hat, muss ihm erstmal jemand nachmachen. Ich bin froh, dass ich dieses Erlebnis mit Marko teilen durfte und wir es gemeinsam geschafft haben. Und damit ich das auch erwähne, mein Blutzucker war sehr stabil während des Laufes. Perfekt eingestellt ging es über die Strecke. Auch hier bin ich sehr zufrieden.
Marathon Nachbereitung
Was die Nachbereitung anbelangt, muss ich sagen hier haben wir uns selbst übertroffen. Unmittelbar nachdem wir im Ziel waren, gingen wir schon in Richtung Hotel und zur ersten Bar. Bevor wir noch im Hotel waren, stolperten wir über die ersten vier Hopfen Smoothies. Dann ging es aber ins Hotel zum Kultivieren und weiter in die Stadt zum Essen. Beflügelt von unserer Leistung beim Lauf, konnten sich weder Bier noch Speisen vor uns verstecken. Wir schaufelten alles in uns rein, was wir gefunden haben. Zu Dritt schafft man fast die gesamte Speisekarte von einem Tapas Restaurant. Und wenn sie einen Schlauch mit Bier zu unserem Tisch gelegt hätten, hätte der Kellner nicht auch noch einen Marathon gehen müssen. Nach dem Essen schlenderten wir weiter. Es musste noch etwas Süßes als Nachtisch her. Also suchten wir einen Crêpes Laden auf bevor wir in eine Rooftopbar gingen.
Das Finale der Nachbereitung war dann in einer Rooftopbar mit Ausblick auf eine Kathedrale. Negroni war unsere Wahl. Nach dem ersten orderten wir einen zweiten. Und weil dieser auch so gut war, erhöhten wir auf 3 Stück. Dann gab es einen Kellnerwechsel und damit war unser Untergang besiegelt. Der neue Kellner war so motiviert uns einen smoked Negroni probieren zu lassen, dass wir nochmal 2 trinken „mussten“. Als hätte das nicht gereicht gab es noch 2 Shots hinterher. Gut benommen ging es dann retour ins Hotel. Allerdings kann ich mich daran bereits nicht mehr erinnern. Das wurde mir am nächsten Tag von Marko und Nadja erzählt. Wir hatten noch ein Bier für den Weg und ein weiteres im Hotel. Pizza gab es auch noch. Der Hunger kam nochmal retour. Meine Uhr hat mir gesagt, dass wir zu Fuß retour sind und ich um 1 Uhr die Aktivität beendet hatte.
Es war mir eine Ehre
Nach diesem Marathonwochenende möchte ich mich bei Marko und Nadja für die schöne und lustige Zeit in Sevilla bedanken. Es war wirklich ein schönes Wochenende, an das ich lange denken werde. Die Medaille bekam einen Ehrenplatz. Ich freue mich schon auf die nächsten Aktionen. Mir hat dieses Wochenende wieder mal gezeigt, wozu ein Körper in der Lage ist. Mit dem richtigen Training geht ein Marathon und auch eine ordentliche Kneipentour. Auch wenn das niemandem zum Empfehlen ist, aber Urlaub ist Urlaub. Und wo bleibt der Spaß, wenn man sich nur quälen würde? Es war eine gute Mischung aus Sport, feiern und genießen. So mag ich meine Urlaube. Nochmals gratuliere an Marko und seiner Leistung. Es war einfach genial.
Die ho?chste Form des Glu?cks ist ein Leben mit einem gewissen grad an Verru?cktheit. Erasmus von Rotterdam
