/* FAQ gesclossen halten */
Das war der Transalpine Run – TAR25

Das war der Transalpine Run – TAR25

So schnell ist eine Woche vorbei und der Transalpine Run 2025 ist Geschichte. Was war das für eine schöne Woche. Voller Höhen und glücklicherweise mit wenig Tiefen. Auch wenn ich euch immer wieder Einblicke in den Lauf und den Alltag gegeben habe, möchte ich es hier nochmals machen. Ich möchte nicht nur Einblicke geben, sondern dich auch fragen, ob du konkrete Fragen hast. Wie war es mental? Welche Tricks habe ich angewendet. Körperlich, mit meinem Diabetesmanagement usw. Lass einfach einen Kommentar hier. Heute gibt es den Breicht der 7 Tage, das Blutzuckermanagement und meine mentalen Tricks folgen in den nächsten Tagen/Wochen.

Viel Spaß beim Lesen meiner Eindrücke.

Die Vorbereitung

Meine Vorbereitung für den TAR2025 lief bis Juni ganz gut und dann gar nicht mehr. Ich habe immer wieder mal mein Schienbein gespürt und deswegen auch den Trainingsumfang verringert. Nachdem ich aber einige Veranstaltungen am Plan hatte, bin ich diese auch gelaufen. Irgendwann war es dann gänzlich zu viel und ich musste eine längere Pause einlegen. 3 Wochen habe ich nichts getan. Kein spazieren oder laufen. Nur Oberkörperkrafttraining habe ich gemacht. Insgesamt dauerte die Pause 12 Wochen. Ich habe mir nur ein Rennrad gekauft. Damit habe ich meine Ausdauer weitertrainieren und vielleicht auch noch verbessern können. Das Radfahren funktionierte ausgezeichnet und so war ich positiv gestimmt, dass auch der Transalpine Run eine eher mentale Herausforderung wird und die Ausdauer vorhanden ist. Ich wusste es aber bis zum Start nicht. Daher war ich seit langem wieder mal nervös vor einem Wettbewerb.

Zur weiteren Vorbereitung zählte Mentaltraining. Ich habe eine Ausbildung als Mentaltrainer abgeschlossen und einige Bücher speziell für Sportler gelesen. Das half mir mich auf den Lauf vorzubereiten. Ich visualisierte immer wieder, dass ich den Lauf schmerzfrei mit einem stabilen Blutzuckermanagement bestreiten werde. Bei jedem Wetter, mit Muskelkater, mit zwicken in den Gelenken. Jede Möglichkeit, die mir einfiel, habe ich versucht zu visualisieren und zu erleben. Ich habe nicht den perfekten Lauf geplant oder mir vorgestellt. Schlechtes Wetter und Probleme habe ich ebenso mit in das Mentaltraining genommen. Jede Eventualität, welche mir eingefallen ist, habe ich eingebaut. Mir war es wichtig so gut es geht vorbereitet zu sein. Damit konnte ich etwas entspannter bleiben. Dadurch habe ich auch sicher besser geschlafen die Tage davor. Falls du dich fragst ob es funktioniert hat, ja das hat es. Sehr gut sogar. Die Zeit, die mir durch das Laufverbot gegeben wurde nutzte ich dafür.

TAR25 der Lauf

Das Team

Ich trat im Team Mylife Runners an. Das Team bestand aus meinem langjährigen Freund Peter und mir. Mit Peter bin ich meinen ersten Marathon gemeinsam gelaufen und seitdem laufen wir immer wieder gemeinsam. Mehr oder weniger verrückte Veranstaltungen. Mehr oder weniger zum Gefallen von Peters Partnerin. Danke Heidi, dass du ihn hin und wieder für unsere Läufe herborgst 😉

Tag 1

Die letzten Sekunden werden heruntergezählt. 3.. 2.. 1.. STARTSCHUSS! Und 1000 Läufer setzten sich von Lech am Arlberg nach Bludenz in Bewegung. Die erste Etappe 39 km mit 2.300 Höhenmeter bergauf und 2.500 bergab. Es wären mehr gewesen, aber auf Grund von Regen und Schneefällen am Vortag musste die erste Etappe geändert werden. Das Ziel war klar. In den ersten beiden Tagen sich nicht abzuschießen. Also eher hinten im Feld starten und gemütlich den ersten Anstieg meistern. Bei den Downhillpassagen aufpassen und ebenso zurückhaltend bleiben. Zeit an die 7-8 Stunden laufen dann regenerieren. Der erste Tag lief bereits super. Unsere Zurückhaltung zu Beginn eskalierte bei den anspruchsvollen Downhills in puren Wahnsinn und wir liefen viel schneller als geplant. Nach knapp 6:40 Stunden waren wir im Ziel. Glücklich den ersten Tag überlebt zu haben und voller Vorfreude auf Tag 2. Ich spürte bereits meine Beine.

Tag 2

Der Startschuss fiel zum zweiten Mal und wir machten uns wieder auf den Weg. Von Bludenz nach Brand mit ein paar kleinen Umwegen im Hinterland. Anders wären wir aber auch nicht auf die Knapp 34 km mit über 2.000 Höhenmeter rauf und runter gekommen. Die Strecke startete durch die Stadt und über Asphalt 4 km bis zum Eingang in eine Klamm. Dort entstand bereits ein langer Stau und wir bereiteten uns schon auf den Aufstieg vor. Von dort weg ging es eigentlich nur mehr bergauf bis zum höchsten Punkt auf 1900 m Seehöhe. Vom höchsten Punkt ging es nach unten. Wieder mit einem Höllentempo krachten wir ins Tal. Wir konnten einige Leute überholen und vor allem am letzten Stück bergab gab es kein Halten mehr. Kurzerhand hab ich mich unfreiwillig auf meine 4 Buchstaben gesetzt. Nichts passiert, ab ins Ziel und regenerieren.

Tag 3 Königsetappe

Es stand die Königsetappe an. 49 km und über 3.400 Höhenmeter rauf nur 3.100 nach unten. Als hätten die ersten beiden Tage mit gesamt 72 km und über 4.000 Höhenmeter nicht schon ausgereicht. Ein Knall und das Starterfeld lief los. Wir spürten unsere Beine und mussten erst unser Tempo finden. Nach 2-3 km einlaufen waren wir wieder in unserem Renntempo und kamen gut voran. Bergauf waren wir flott aber nicht am Limit unterwegs. Das änderte sich als es wieder bergab ging. Beim ersten Downhill überholten wir gefühlt das ganze Starterfeld. Beim Gegenanstieg hatten wir dann wieder mehr Zeit und reduzierten das Tempo erneut. Wir hielten sogar kurz an. Ich führte Ketonmessungen durch und pfiff mir puren Zucker ins Kleinhirn. Nach 2-3 Minuten im Gehtempo bergab rief ich zu Peter „Ok, ready to rumble!“ Die Handbremse wurde gelöst und wir donnerten ins Tal. Geplante Zielzeit 10 h, Ankunft nach 8:26 h.

Tag 4 Bergsprint

Der Bergsprint gilt als „Erholungstag“. Grund dafür ist, dass es nur 9,4 km mit 1.300 Höhenmeter bergauf geht. Und es wäre auch wirklich ein Tag zum Erholen gewesen, wenn da nicht Regenwetter den Tag getrübt hätte. Der Start wurde immer früher angelegt damit möglichst alle trocken ins Ziel kommen. Leider hatte das Wetter die Idee auch früher mit dem Regen zu beginnen und es so lange regnen zu lassen bis auch der Letzte im Ziel war. Wir starteten gemütlich, ab der Hälfte der Strecke wurde es mir zu kalt und ich erhöhte das Tempo. Ich sah nicht mal zu Peter zurück, ich wusste er ist fitter als ich und bleibt dran. Bergauf ist nicht unsere Königsdisziplin aber die geplante Zielzeit von 2 h unterschritten wir dennoch. Zielzeit 1:42. IM Ziel sofort umziehen, ab in die Gondel, duschen umziehen, essen gehen, Massage und Powernap. Ruhetag eben.

Tag 5 verkürzte Etappe

Die Etappe musste aufgrund des Wetters deutlich verkürzt werden. Damit ergab sich ein zweiter Tag zum Erholen. Nur 15 km mit 750 Höhenmeter waren zu bewältigen. Zum Start musste man aber 2,5 km hinwandern. Der Start erfolgte fliegend. Sobald man ankam, lief man los. 3 h durften benötigt werden. Wir hatten wieder 2 h am Plan. Peter war besser drauf und ließ mich erst bergauf schnaufen und bergab sogar stehen. Die Folge er musste im Tal warten. Dann kam eine flache Passage auf Asphalt. Mag ich normalerweise. Bei Regen und nach 130 km in den Beinen mit über 8.000 Höhenmeter hielt sich meine Begeisterung aber in Grenzen. Die einzige Verpflegungsstation ließen wir aus und rannten weiter ins Ziel. Mein Handy entschied sich komplett zu sperren. Ich hatte keine Messwerte und durfte blind auf meinen Zucker vertrauen. Hat geklappt und nach 1:41 h waren wir komplett durchnässt im Ziel.

Tag 6

Ich dachte die Strecke wird auf Grund des Wetters der letzten Tage sicher wieder verkürzt. Falsch gedacht. Es waren 34 km und der höchste Punkt war auf knapp 2.700 m Seehöhe. Da ist die Luft schon ganz schön dünn. Der Start war in Zernez und es ging nach Scoul. Die ersten 2 km waren auf der gesperrten Bundesstraße, bevor es über einen Singletrail zum höchsten Punkt ging. Kurz vor dem Gipfel klingelte mein Telefon. Thunderstruck war zu hören gefolgt von einem, „Seas Andi bin im Urlaub. Spaziere gerade a bissl durch die Schweiz. Bin nächste Woche wieder da.“ Ich entschuldigte mich bei den restlichen Teilnehmern in meinem Umfeld, dass ich noch telefonieren konnte, während sie um Luft ringen musste. Einige kostete es ein Lachen. Am höchsten Punkt angekommen ließen wir es wieder krachen. 2 mal noch rauf und wieder runter und wir waren im Ziel. Geplant 6h Ziel 5:26h. Meine Schienbeine hatten aber gelitten. Ordentlich!

Tag 7 Das Finale

Der letzte Tag war vom Aufstehen weg mühsam. Meine Schienbeine schmerzten ordentlich. Es tat richtig weh. Mein Ziel war es ins Ziel zu kommen. Irgendwie. Wir gingen an den Start und platzierten uns weit hinten. Die Luft war erst mal draußen. Keine Zielzeit mehr geplant. Nur vor dem Zeitlimit ins Ziel kommen. Es gab nur einen großen Anstieg. Gleich zu Beginn. 10 km 1.800 m nach oben auf knapp 3.000 m Seehöhe. Knapp innerhalb des Zeitlimits erledigt. Der Downhill war die pure Qual. Peter und ich stellten uns auf einen langen Tag ein. Nach dem ultralangsamen Downhill beschloss ich am kurzen Anstieg eine Schmerztablette zu nehmen. Würde ich sonst nie machen, aber nach 200 km durch die Alpen beende ich nicht freiwillig das Rennen. Verpflegungsstation 2 immer noch im Zeitlimit. Die Tablette wirkt. Langsam konnten wir wieder Tempo aufnehmen und sogar laufen. Es sah zwar aus als hätte mich jemand angefahren, aber ich konnte laufen.

Während des Rennens dachten wir, dass wir eine der letzten sein werden, die ins Ziel kommen. Allerdings ging es mir dann zunehmend besser und wir wurden wieder schneller. Die Schmerzen wurden wieder erträglich. Laufen war wieder möglich. Das stimmte uns glücklich und wir kamen dem Ziel rasch näher. Nach 7:15 h waren wir im Ziel. Nach 7 Tagesetappen hatten wir eine Zielzeit 37:58:17,0 h für 223 km und 13.200 Höhenmeter benötigt. Wir beide sind glücklich es geschafft zu haben. Auch wenn es zwischendurch anstrengend war konnten wir viel mitnehmen, lernen, sehen und erleben. Ein unvergessliches Erlebnis.

Danke

An dieser Stelle möchte ich danke an alle sagen die uns unterstützt haben. Allen voran Mylife Diabetescare. Sie haben unser Startgeld beglichen und so unser Erlebnis erst möglich gemacht. Danke an Peter, dass er sich der Herausforderung gestellt und diese gemeinsam mit mir gemeistert hat. Ebenso ein Dankeschön an meine Familie, die mich aus der Ferne unterstützt haben. Danke auch an Othmar Moser. Das Blutzuckermanagement wurde durch ihn überwacht und er stand mit seiner Expertise erfolgreich zur Seite. Danke auch an die Organisatoren, die so ein Event veranstalten und es unvergesslich machen. Und danke auch an meinen Physiotherapeuten Peter, er hatte rasch Zeit sich mein Schienbein anzusehen, mich zum richtigen Arzt (auch ein Peter😉 ) zu schicken und das Training anzupassen. Und ein weiterer Dank geht an Christian Almer von der Sportmed Graz. Bis zu meiner Verletzung konnte ich erfolgreich nach seinem Plan trainieren und mich vorbereiten.

Das war der TAR

Das war der Transalpine Run 2025. Ein Erlebnis, welches mir sicher in Erinnerung bleibt. Ich hoffe, du hattest beim Lesen so eine Freude wie ich beim Laufen. Wie versprochen werde ich in den nächsten Tagen und Wochen noch ausführlicher über mein Blutzuckermanagement, mein mentales Training und Herausforderung sowie auf die Fragen von euch eingehen. Ich freue mich schon davon zu berichten und von dir zu hören. Schreib doch in die Kommentare was dich besonders interessiert. Teile den Beitrag und lass doch ein Like da. Und falls du noch andere Projekte nachlesen möchtest bist du hier richtig. Bis bald!

 

Mein größter Gegner bin ich!

Mein größter Gegner bin ich!

Was hat es mit dem Titel auf sich? Schon länger plane ich diesen Beitrag zu schreiben. Im Zuge meiner NLP Master und Mentaltrainer Ausbildung habe ich meine Diplomarbeit dazu geschrieben. In der Diplomarbeit ging es um die Bewältigung von Panikattacken (selbst erlebt), um die Entwicklung von Bewältigungs- und Erfolgsstrategien sowie das Beschreiben meiner Motivation. Ich möchte hier aber nicht meine Diplomarbeit präsentieren. Viel mehr möchte ich den Beitrag angelehnt an meine Diplomarbeit schreiben. Schon gespannt? Dann geht’s jetzt los.

Der Vergleich mit anderen

Wie realistisch ist es sich mit Berufssportler zu vergleichen und zufrieden mit den eigenen Ergebnissen zu sein? Nicht besonders, oder? Würde ich mich mit den Größen des Marathons oder Ultramarathons vergleichen, hätte ich gar nie begonnen zu laufen. Und der Grund dazu ist einfach. Meine Chance jemals einen World Major Marathon zu gewinnen ist nicht besonders hoch. Eher gewinne ich im Lotto, noch wahrscheinlicher werde ich von einem Blitz erschlagen. Also warum habe ich mit dem Laufen begonnen, wenn ich nicht gewinnen will? Was treibt mich an? Und warum bin ich der Meinung, dass mein größter Gegner ich selbst bin? Stellst du dir manchmal auch diese Fragen? Der Grund ist einfach. Es macht mir Spaß. Und ich laufe gerne bei der einen oder anderen Veranstaltung mit. Allerdings nicht um zu gewinnen oder mich mit Max Mustermann zu vergleichen. Sondern um mich mit mir selbst zu messen.

Ich habe gelernt es bringt mich nicht weiter oder motiviert mich, wenn ich gegen Max Mustermann oder Susi Sorglos im Vergleich stehe. Sie haben vielleicht mehr Zeit zu trainieren. Oder bereiten sich anders vor als ich. Möglicherweise haben sie auch bessere Voraussetzungen, weil sie schon länger oder härter trainieren. Vielleicht haben sie bessere Gene oder einfach einen besseren Tag als ich. Ich weiß es nicht. Und es ist mir auch egal. Sie stehen gleich wie ich an der Startlinie bei der gleichen Veranstaltung und wollen vermutlich das gleiche wie ich. Ihr Bestes geben. Oder auch einfach nur Spaß haben? Es könnte auch sein, dass sie sich ein persönliches Ziel gesetzt haben, welches sie erreichen wollen. Die ersten 5 km durchlaufen. Einen Marathon schaffen. Ihre persönlich beste Leistung abrufen. Sich selbst beweisen, dass sie alles schaffen können wenn sie wollen und dafür arbeiten.

Egal welches Ziel sie haben, es ist nicht meines. Daher kann ich mich gar nicht mit ihnen vergleichen. Es macht mich nicht glücklich, wenn sie vor mir im Ziel sind. Es macht mich auch nicht glücklich, wenn ich vor ihnen ins Ziel komme. Lange habe ich trotzdem auf die Platzierungen geachtet und mich gefreut, wenn ich unter den besten 10 war. Oder mal unabsichtlich auf einem Podestplatz gelandet bin. Und ja ich habe hart trainiert um gewisse Ziele zu erreichen oder daran zu scheitern. Irgendwann habe ich dann doch gelernt, dass es mir nichts bringt auf die Platzierung anderer zu schauen und mich zu vergleichen. Ich habe aufgehört damit und schlagartig hat mir laufen wieder viel mehr Spaß gemacht. Auch das Training ging leichter von der Hand. Mir wurde klar, wenn ich mich vergleichen möchte, dann nur mit mir.

Mein größter Gegner bin ich

Als ich aufgehört habe mich mit anderen zu vergleichen, habe ich festgestellt, dass ich nur einen Gegner habe. Das bin ich. Und das war nicht nur meine größte Erkenntnis, die ich gewonnen habe, sondern auch meine größte Sorge. Ich kann niemand anderen verantwortlich machen für meinen Erfolg oder das Ausbleiben davon. Es trainiert auch niemand für mich um besser zu werden oder, dass ich meine Fitness erhalten kann. Dafür muss ich selbst arbeiten. Bedeutet, aber auch ich kann mich nur mit mir selbst vergleichen. Und daran erkenne ich Fortschritt, Stagnation oder Rückschritt. Dabei wurde mir auch klar, dass ich nicht mit einer Trainingseinheit besser oder schlechter werde. Es ist die Summe von guten oder schlechten Einheiten, die es ausmachen. Mit dieser Einsicht wurde ein weiterer Skill freigeschaltet. Geduld. Eine Tugend, wenn man so will, dieich nicht kannte. Am liebsten habe ich immer alles gleich und sofort erledigt.

Von da an bin ich nur mehr für und gegen mich gelaufen. Egal ob im Training oder im Wettkampf. Selbst wenn es mir keinen Spaß gemacht hat, oder ich aufgeben wollte, wusste ich der Grund, warum ich aufhören will, ist weil ich nicht mehr mag. Selten habe ich ein Training abgebrochen. Noch seltener einen Wettkampf. Und wenn ich aufgehört habe, dann nur weil ich festgestellt habe, dass es meiner Gesundheit schaden würde weiterzumachen. Mein Ego habe ich dabei ausgeblendet. Das war in dem Moment, wo ich aufhören wollte, weil mein Schweinehund lieber zu Hause faul auf der Couch gesessen wäre, sich ein Bier und Burger einverleibt und anderen beim Sport zugesehen hätte. Das zu unterscheiden durfte ich auch lernen. Und dann begann ich mich mit mir selbst zu vergleichen. Nicht mehr mit anderen oder Ergebnislisten. Meine Siege gegen mich sind fast bei 100%.

Warum nur fast? Ganz einfach. Ich bin auch nur ein Mensch und keine Maschine. Manchmal habe ich einfach keine Lust und höre auf. Das passiert zwar selten, aber es kommt vor. Und das ist genauso gut wie ein Training, welches ich absolviert habe. Manchmal belohne ich mich damit aufzuhören oder ein Training erst gar nicht zu starten. Dann setze ich mich mit meinem Schweinehund in den Garten und genieße es faul zu sein. Es gehört dazu und tut mir gut. Außerdem denk ich mir, wenn ich mal wirklich nicht will, dann brauche ich eine Pause und gönne sie mir. Das Schönste an der Auszeit ist, ich kann sie mir leisten. Ich lebe nicht vom Sport. Viel mehr lebe ich dafür. Damit bleibe ich motiviert und möchte immer weitermachen. Solange ich gesundheitlich in der Lage bin.

Meine Motivation

Ich wurde schon des Öfteren gefragt was mich motiviert und antreibt einen Marathon zu laufen oder überhaupt so viel Sport zu treiben. Es ist die Freude an der Bewegung. Die Freude andere zu motivieren sich zu bewegen. Ihren Sport auszuüben und an ihren Zielen dranzubleiben und sie auch zu erreichen. Die Geschichten die Sport schreibt sind so vielseitig wie das Leben. Erfolg und Misserfolg liegen oft so knapp aneinander. Und nichts funktioniert ohne das andere. Erfolge motivieren mich weiterzumachen. Misserfolge motivieren mich härter zu arbeiten oder meine Ziele zu überdenken. Meine Ziele setze ich meistens realistisch und schaffbar, selten sind sie himmelhochtrabend und kaum zu bewältigen. Ich liebe die Herausforderung und mich selbst an meine Grenzen zu bringen. Die Komfortzone ist für mich ein Bereich, in dem ich mich oft lange genug aufhalte. Daher rührt meine Motivation. Mich selbst zu fordern und meine Grenzen zu erforschen oder zu verschieben.

Dann ist da noch mein treuer Begleiter Diabetes. Auch das ist für mich mehr Motivation als ein Hindernis. Es gibt genug Personen, die glauben das hindert mich im Alltag, oder im Sport. Ganz im Gegenteil. Es treibt mich an. Ich weiß, dass ich mehr bedenken und planen muss. Besser auf mich und meinen Körper schauen darf als Dagobert Durchschnitt. Ich sehe darin keinen Nachteil. Es ist meiner Meinung nach ein Vorteil. Ich kenne mich sehr gut. Meine Gefühlzustände oder wann ich Kohlenhydrate, Salz oder Wasser im Training/Wettkampf konsumieren muss. Wenn das kein Vorteil ist, dann weiß ich auch nicht. Selbst wenn die Technik versagt und ich bei einem Wettbewerb auf die „alte“ Technik ohne Sensor und Insulinpumpe umsteigen muss, dann kann ich das. Weil ich es gelernt habe und im Notfall können muss. Das beruhigt mich. Und es treibt mich an. Damit möchte ich auch anderen Mut machen.

Und diesen Mut, den ich für mich selbst entdeckt habe, möchte ich weitergeben. Mut den ich ohne meine Diabetes Diagnose vielleicht gar nicht entdeckt hätte. Sowie ich mein größter Gegner bin, bin ich auch mein größter Motivator, Unterstützer und Fan. Klingt vielleicht egoistisch oder eingebildet, aber das Gegenteil ist der Fall. Durch mein Vertrauen in mich selbst, weiß ich wozu ich in der Lage bin und was ich alles schaffen kann. Das Wissen in meine Fähigkeiten gibt mir Sicherheit und Halt bei meinem Zielen. Mein Antrieb ist mir selbst und anderen zu zeigen, was mit Diabetes möglich ist. Und alles, was mit Diabetes möglich ist, ist auch ohne mit Sicherheit zu schaffen. Das ist meine Motivation, das ist mein Treibstoff, der mich antreibt. Das und Cordon Bleus 😉

„Das Einzige, was zwischen dir und deinem Ziel steht, ist der Bullshit, den du dir selbst erzählst, warum du es nicht erreichen kannst.“
– Jordan Belfort

Hat dir der Beitrag gefallen? Lass doch ein Like oder Kommentar hier. Was treibt dich an? Wer ist dein größter Gegner. Ich würde mich auch freuen wenn du diese Beitrag teilst.

 

Ein unzertrennbares Band

Ein unzertrennbares Band

Ich bin mir sicher, dass viele wissen was ein unzertrennbares Band ist. Für uns ist dieses unzertrennbare Band der 17.06. Für viele ist dasein normaler Tag. Für uns ist es mehr als ein „normaler“ Tag. Es ist ein ganz besonderer Tag. Für uns ist es ein Tag der unser Leben für immer verändert hat. 

Ein unzertrennbares Band

Mein 17.06

Am 17.06.2015 begab ich mich zu meinem Hausarzt. Mir gings nicht gut und ich hatte einen Verdacht was los ist. Ich schilderte ihm kurz meine Geschichte und wenige Momente später erhielt ich die Diagnose Diabetes Typ1 habe. Typ1 bedeutet so viel wie, ich bin auf das zuführen externen Insulins angewiesen. Das ist nicht der „schlimme“ oder der „so wild hast du es“ Typ. Es ist der Typ, bei dem mein Körper einfach beschlossen hat, kein Insulin mehr zu produzieren. Du kannst das so sehen wie, wenn dein Körper beschließt den Lungen zu sagen sie sollen aufhören Luft zu pumpen. Na, wie schlimm ist das? Ziemlich endlich, oder? Diabetes ist nicht so tragisch. Damit kann ich gut leben. Wie gut kannst du hier nachlesen. Ich habe den Typ übrigens nicht ausgesucht oder bekommen, weil ich zu viel Süßes gegessen habe. Das passiert einfach. Warum? Das weiß aktuell noch niemand ganz genau.

Es ist aber auch egal woher es kommt und warum es nicht mehr weggeht. Es ist gekommen und zu bleiben. Die Frage ist nur, was ich daraus mache bzw. bereits gemacht habe. Meiner Meinung nach habe ich das Beste daraus gemacht. Mir geht es gut, ich habe meinen Spaß am Leben und würde meinen, dass ich ganz gut beweisen kann, dass Diabetes kein Hindernis darstellt. Zugegeben es bremst mich manchmal aus, aber ich kann es auch wunderbar als Grund verwenden, wenn ich mal keinen Bock auf etwas haben. Wer es nicht selber hat und sich damit nicht auskennt, muss mir einfach glauben, dass es mir nicht gut geht. Punkt für mich und Diabetes. Weil ich meine Diagnose Diabetes aber in einem anderen Beitrag behandle, möchte ich direkt zum nächsten Thema kommen. Nämlich Michis Unfall.

Michis 17.06

Am 17.06.2017 starteten wir in unserem Urlaub mit Freunden eine weitere Motorradtour. Geplant war es in Südtirol ein paar Bergpässe abzufahren, irgendwo Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen und am Abend gemütlich im Hotel ein Bierchen zu trinken und gemeinsam zu essen. Wir fuhren also nach dem Frühstück los und passierten die Grenze. In einem Örtchen bei einer Ampel meldete sich meine Insulinpumpe mit einem Batteriealarm. Die Batterie wird in den nächsten 12 Stunden leer werden. Ein Grund umzudrehen, allerdings wussten wir, dass wir sicher davor wieder im Hotel sind. Dort gibt es eine neue Batterie. Anstatt umzudrehen, setzten wir unsere Tour fort. Irgendwann zu Mittag tauschten Michi und ich das Motorrad. Michi wollte eine Probefahrt machen, weil er sich überlegt hat das gleiche Motorrad zu kaufen. Ich erklärte ihm alles und das er vorsichtig sein muss. Er fuhr schon ein paar Jahre und hatte genug Erfahrung.  

Nachdem wir in einer Gruppe unterwegs waren, fuhren wir sowieso gesittet und hielten uns auch an die StVo. Auf den Bergpässen galt allerdings, jeder fährt so schnell wie er will (im gesetzlichen Rahmen natürlich) Auch daran hat sich jeder brav gehalten. Wir kamen zu einem Pass und Michi hatte freie Fahrt. Er fuhr als erste Person und führte die Gruppe an. Es waren viele schöne Kurven die richtig Spaß gemacht haben. Wir waren voller Freude und genossen die Fahrt. Doch dann geschah das Unglück. In einer Kurve passierte ein Fehler, er kam auf die Gegenfahrbahn und krachte in die Leitschiene. Sein linkes Bein war der Puffer zwischen ihm und der Leitschiene. Durch den Aufprall wurde er vom Motorrad geschleudert und nahm Flugstunden. Seine Bruchlandung endete ebenso in der Leitschiene. Unser älterer Bruder, der direkt hinter ihm war, sah den Unfall. Dann kam unser Freund Armin und danach ich.

Der Unfall

Von da an läuft alles ab wie ein Film. Wir sprangen von unseren Motorrädern und liefen zu Michi. Er hat geschrien. Aber nicht vor Schmerzen wie er sofort selbst sagte, sondern um uns zu signalisieren, dass er bei Bewusstsein ist. Sofort setzten wir einen Notruf ab. Wir wussten nicht sofort, wo wir waren. Glücklicherweise kamen Einheimische vorbei. Denen gab ich mein Telefon und machte ihnen mit Händen und Füßen verständlich, dass sie einen Hubschrauber anfordern sollen. Sekunden wurden zu Stunden. Ich sah Michis Bein. Nicht nur sein Bein. Auch seine inneren Werte ragten durch die Ledermontur weiß-rötlich in der Sonne schimmernd heraus. „Scheiße“ schoss es mir durch den Kopf. Michi sah meinen Blick. „Ist es schlimm?“ „Nein geht schon.“ Meinte ich und musste schlucken. „Lüg mich nicht an.“ „Naja sexy ist es nicht.“ Und dann waren wir beschäftigt Schatten für ihn zu machen und auf die Rettung zu warten.

Als erstes traf die Polizei ein. Kurz danach die Rettung und dann erst der Hubschrauber. Der Ernst der Lage wurde immer klarer. Andere Motorradfahrer hielten bereits an und halfen die Unfallstelle zu sichern oder waren dazu da, um die Infusionen für Michi zu halten. Michi wurde aus der Montur geschnitten. Ich wich nicht von seiner Seite, sprach mit ihm und hielt ihm die Hand. Nach einer Stunde Erstversorgung an der Unfallstelle wurde er in den Hubschrauber gebracht. Ich fragte, ob ich mitfliegen darf und hatte Glück. Der Pilot stimmte zu. Michi lag vor mir im Hubschrauber. Ansprechbar, mit einer Sauerstoffmaske im Gesicht und bereits voller Schmerzmittel. Der Flug fühlte sich an wie eine mehrtätige Mission auf der ISS. Michis Gedanken verriet er mir ihm Nachhinein. „Wenn die Schraube vom Rotor zum Hubschrauber flöten geht, dann gehen wir alle drauf“. Er war also auch sehr um uns besorgt.

Die Not OP

Wieder am Boden gelandet wurde er sofort in einem Schockraum gebracht. Nach der ersten Einschätzung durch die Ärzte ging es weiter zur Not Operation. Über 4,5 Stunden hat es gedauert bis ein Arzt aus dem Saal kam und mir mitteilte, dass sie alles, was sie tun konnten, getan haben und es jetzt heißt abzuwarten. Ich fragte mehrmals, ob er es schaffen wird. Ausweichende Antworten, aber Hoffnung war da. Er wird wieder. Mehr wollte ich nicht hören. Nach einer weiteren Stunde durfte ich dann zu ihm auf die Intensivstation. Intubiert, vollgeklebt mit Elektroden und alles voller Leitungen, die in ihn oder aus ihm kamen. Ich stand 5 Minuten an seinem Bett. Drückte ihm nochmal die Hand und sagte, „Michi du hattest einen schweren Unfall. Die Ärzte haben gesagt du hast viel Blut verloren und musst dich jetzt erholen. Aber du wirst wieder. Erhol dich und ich komme wieder. Versprochen!“

Dann verließ ich die Station und begab mich nach draußen. Es war noch immer sehr heiß. Erst jetzt wurde mir klar, dass ich in Bozen bin. Allein und die Batterie meiner Insulinpumpe kurz vorm Ausfallen. Bis auf Frühstück hatte ich den ganzen Tag nichts gegessen. Mein Taxi, mein älterer Bruder mit Freunden, war noch 2 h entfernt. Mir blieb nichts übrig als zu warten. Irgendwann um kurz vor Mitternacht wurde ich dann abgeholt. Gleich wurde ich mit einer neuen Batterie versorgt und bekam ein Lunchpaket. Dann fuhren wir retour ins Hotel. Dort hatte ich noch 2 Bier, bevor ich duschen und ins Bett ging. Nicht wissend, ob Michi die Nacht übersteht oder ob in der Früh ein Anruf am Telefon aufscheint das Unheil verkündet. Glücklicherweise kam es anders. Der Anruf kam, aber alles war gut. Die Nacht war überstanden. Der Rest würde sich in den nächsten Tagen zeigen.

Die Zeit danach

Die Tage danach waren immer gleich, aufstehen, frühstücken, zu Michi ins Krankenhaus gehen, ihm beistehen. Es dauerte 2,5 Tage, bis er wieder aus dem Koma aufgeweckt wurde. Wenigstens war ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr allein. Unser Vater war nachgebracht worden von meiner Tante. Begleitet von unserer Mutter und seiner Freundin. Ich bin froh, dass nur mein Vater blieb und sonst niemand. Nach jedem morgendlichen Besuch ging es zum Mittagessen, dann zum Besuch und dann zum Abendessen. In der Zwischenzeit hielten wir alle Verwandten, Freunde und Bekannten am Laufenden und ich kümmerte mich um den Rücktransport. Nach über einer Woche ging es dann endlich nach Graz in die Heimat. Wo dann der eigentliche lange Rückweg für Michi beginnen sollte. Und auch den meisterte er. Es gab zwar Rückschläge, aber Michi ließ sich nie unterkriegen und so konnte er zurück ins Leben kommen und fand (s)ein neues Hobby. Oder verrückter. 

Unser 17.06

Seit meiner Diagnose und dem Unfall von Michi, ist der 17.06 unser 2er Feiertag. Für ihn ein zweiter Geburtstag und für mich gibt’s Kuchen. Diabetes habe ich schon und den Teil mit der Amputation des Beines hat Michi erledigt. Damit haben wir alles abgedeckt. Wir feiern das selten, um ehrlich zu sein. Meistens bin ich Urlaub und Michi darf arbeiten. Wir holen das dann häufig nach. Grillen, chillen, und Bierli killen. Gemeinsam schauen dann auf unsere Erlebnisse zurück und sind froh, dass es uns so gut geht. Wir sind sehr ähnlich in unserer Art und Humor. Es kann dann schon vorkommen, dass wir vergessen die Bier zu zählen und rechtzeitig aufzuhören. Dann wanken wir nach dem einen oder anderen Bier, als ob uns beiden mindestens ein Bein fehlen würde. Was uns beide auch stark verbindet ist unsere Stärke mit Rückschlägen umzugehen und die positiven Dinge versuchen zu sehen.

Was ist daran positiv?

Vieles ist daran positiv. Michi kann nicht mehr mit dem falschen Bein aufstehen. Er wird sich auch kein Bein ausreißen nur um etwas zu erreichen. Wenn jemand fragt, ob es läuft, sagt er nein es humpelt. Und davon gibt es noch unzählige weitere Sprüche. Ich bin süß, auch wenn ich Sauer heiße. Ich antworte auf Fragen zu meinem Diabetes meistens mit dummen Antworten. Außerdem darf ich, nein ich muss sogar, legal dopen. Insulin steht auf der Dopingliste und ohne geht es bei mir nicht mehr. Auch hier könnte ich noch viele weitere Dinge anführen die ich als positiv beurteilen würde. Eines ist noch zu erwähnen. Michi hat seit neuestem einen Flaschenöffner in seinem Schaft. Man kann wunderbar Bier öffnen oder auch andere Getränke. Ist also nicht nur positiv sondern auch ein Partygag und kommt verdammt cool rüber.

Was wir beide als positiv empfinden ist unsere Neugier einfach immer wieder was auszuprobieren. Wir wollen anderen Mut machen und zeigen, dass auch Rückschläge nicht der Weltuntergang sind. Jeder von uns hat die Möglichkeit das Beste aus seiner Situation zu machen. Wenn wir es allein nicht schaffen, dann haben wir jemanden der uns helfen kann, oder wir suchen jemanden. Und haben wir keinen in unserem Bekanntenkreis dann suchen wir uns jemanden außerhalb. Irgendwie geht es immer weiter. Unser Leitspruch ist auch „Wenn der Kopf bis zum Hals in Scheiße steckt, dann lassen wir ihn lieber nicht hängen!“ Und so kommen wir immer voran. Die Richtung ist dabei egal. Wir möchten ein Vorbild sein und andere motivieren den Kopf nicht hängen zu lassen. Den egal was das Leben für dich bereit hält, du hast immer Möglichkeiten. Du kannst aufgeben, nachgeben oder Alles geben. Wir geben (fast) immer alles.

Auf die nächsten Jahre

Wir wissen beide nicht, was das Leben für uns noch bereithält. Wir wissen nur, wir werden es nehmen, wie es kommt, und uns gegenseitig zur Seite stehen und unterstützen, wo wir nur können. Es wird sicher die eine oder andere Meinungsverschiedenheit geben, bisher konnten wir noch alle lösen. Sei es durch direkte Aufforderung oder durch ein klärendes ruhiges Gespräch. Das meiste machen wir uns beim Kochen, Grillen und Bier trinken aus. Das hat bisher gut funktioniert und wird es auch weiterhin. Für uns ist klar, was auch immer passiert, es wird immer einen Weg geben, der für uns passt und den wir gemeinsam gehen bzw. humpeln können. Uns rennt nichts davon und falls doch, hole ich es ein und halte es fest 😉

Und damit beende ich den Beitrag für heute. Ich hoffe, er hat dir gefallen. Über ein Like, Kommentar oder wenn du es teilst, freue ich mich sehr. Wie gehst du mit Rückschlägen um? Feierst du auch einen zweiten Geburtstag oder irgendeine Diagnose wie Diabetes?

Krank mit Diabetes

Krank mit Diabetes

Diabetes ist für sich oft genug schwer zu meistern. Aber wie ist es, wenn man zusätzlich noch krank wird. Was passiert dann mit meinem Diabetes?

Ich bin krank – was passiert mit meinem Blutzucker

Der Körper versucht natürlich alle Krankheitserreger, völlig egal ob Viren oder Bakterien, zu eliminieren. Das stresst den Körper. Es äußerst sich in den verschiedensten Formen. Bei manchen Erkrankungen ist Fieber etwas sehr Typisches. Die Körpertemperatur steigt an. Man fühlt sich unwohl, schwitzt, ist permanent müde und ausgelaugt. Man geht zum Arzt, lässt sich untersuchen und bekommt eine Diagnose. Aktuell um die Jahreszeit gibt’s mehr oder weniger immer die gleiche Leier. Es ist die Grippe, ein grippaler Infekt, Corona, eine Lungenentzündung usw. Diese Liste ließe sich noch lange fortführen. Eines haben sie aber alle gemeinsam. Wenn man Diabetes hat, wird es deutlich schwieriger als sonst den Blutzucker zu kontrollieren. Was passiert also mit meinem Blutzucker?

Der Insulinbedarf …

… erhöht sich. Ich benötige deutlich mehr Insulin als sonst. Mein Körper nimmt es auf wie Wasser. Es rinnt förmlich aus meiner Pumpe durch meinen Katheder in meinen Körper. Die Mengen die mein Körper während einer Krankheit braucht benötige ich nicht einmal bei einem All You Can Eat Buffet. Das ist vergleichbar mit einer alten Dampflok die einen Berg hinauffährt. Damit sie das schaffen kann, müssen die Kohleschaufler ordentlich schuften und richtig viel Kohle ins Feuer hauen. Und so ähnlich ist es mit dem Insulin. Je nach Verlauf der Krankheit benötige ich viel mehr Insulin oder nur ein wenig mehr. Bei mir war das während der echten Grippe ungefähr um 100% mehr als normal. Der Bedarf war einfach mehr. Ohne, dass ich etwas gegessen oder getrunken hatte. Damals hatte ich aber auch hohes Fieber. Bei leichten Infekten benötige ich nur ein wenig Insulin mehr. Zwischen 25 und 50% mehr.

Aktuell habe ich einen grippalen Infekt ohne Fieber, dafür aber mit fürchterlichem Husten. Ich benötige um 25-30% mehr Insulin. Und das nicht nur in der Basisversorgung, sondern auch beim Essen und Trinken. Ich muss bei allem, was ich konsumiere, etwas mehr an Insulin abgeben. Mache ich das nicht, dann kann ich danach häufig Korrekturen spritzen. Mein „Glück“ ist, dass ich, wenn ich krank bin, selten großen Appetit entwickle. Das hilft mir meinen Blutzucker halbwegs stabil zu halten und unterstützt meinen Loop bei der Arbeit. Dennoch bin ich niedergeschlagen, müde und antriebslos. Ich trinke literweise Tee, knabbere Chilikürbiskerne und kuschle mich in meine Decke, wenn mir kalt ist. Dazwischen versuche ich zu lesen, fernsehen oder treibe auf Tinder mein Unwesen. Achja und nach 3 Stunden Aufwärmphase nach dem Aufstehen habe ich begonnen diesen Beitrag zu schreiben.

Der Hybrid-Closed-Loop …

… hilft mir dabei meinen Blutzucker stabil zu halten. Ich muss zwar öfter mein Insulinreservoir auffüllen, dafür geht es mir aber gut und ich erlebe keine Blutzucker Entgleisungen. Bei Medikamenten muss ich auf die Inhaltstoffe achten. Diese können laut dem Hersteller meinen Sensor beeinflussen. Falsche Sensorwerte führen zu einer falschen Insulinabgabe und ich habe wieder ein Problem. Und nicht nur das. Es gibt Medikamente die Zucker enthalten. Auf diesen steht meistens: “Für Diabetiker ungeeignet!“ Ich checke hier die Inhaltsstoffe und wie viel Gramm Kohlenhydrate enthalten sind. Ich betrachte solche Medikamente wie Essen/Trinken mit Kohlenhydraten. Ich konsumiere es und gebe einen Bolus dafür ab. Allerdings auch nur wenn ich es von meiner Ärztin verordnet bekomme oder ich es schon angewandt habe und ich weiß, dass es mir guttut und hilft.

Ein Gamechanger in meiner Therapie war der Hybrid-Closed-Loop. Schon im Alltag hilft mir der Loop meinen Blutzucker stabil und gut kontrollierbar zu halten. Wenn ich krank bin, übernimmt er noch mehr Arbeit als sonst. Wie schon erwähnt steigt zwar mein Insulinbedarf deutlich an, aber der Loop meistert das ohne große Probleme. Vor dem Loop musste ich viel ausprobieren und es ging häufig daneben. Mittlerweile liege ich so entspannt wie möglich herum und freue mich darüber, dass ich mich darum nicht kümmern muss. Was die Firma Ypsomed AG mit mylife Diabetescare hier entwickelt hat, ist einfach großartig. Hier steckt viel Hirnschmalz drinnen. Hirnschmalz, welches ich für meine Genesung verwenden kann. Damit bin ich schneller fit und generell sorgenfreier unterwegs.

Krank – was ist zu beachten?

Jetzt wo du schon weißt, was mit meinem Diabetes passiert, wenn ich krank bin, möchte ich noch sagen, was ich dabei beachte. Das gilt natürlich nur für mich und ist keine allgemeine Empfehlung. Ich bin ja kein ausgebildeter Medizinier oder Diabetesberater, der dir sagen darf, was du tun sollst.

  • Arzt aufsuchen und untersuchen lassen
  • Medikamente wie verordnet einnehmen
  • Ruhe geben, regenerieren und erholen
  • Viel trinken. Ungesüßter Tee und Wasser habe ich am liebsten
  • Sportliche Aktivitäten vermeiden. Damit meine ich auch Hausarbeit. (die perfekte Ausrede nix zu tun ;))
  • Häufigeres Kontrollieren und beobachten des Blutzuckers
  • Wenn es nicht besser wird, retour zum Arzt
  • Nicht zu früh wieder in den Alltag, die Arbeit und den Sport starten. Das kann dich länger ausfallen lassen oder zu einer Folgeerkrankung führen
  • Gesund werden und das Leben genießen

Wie du siehst, ist es ganz schön tricky mit Diabetes krank zu werden. Daher versuchen lieber nicht krank zu werden, aber wer will das schon? Ich kenne niemanden der gerne krank ist. Was machst du, wenn du krank bist? Wie verhält sich dein Blutzucker dabei? Du kannst es gerne in die Kommentare schreiben. Natürlich darfst du den Beitrag auch teilen oder ein Like dalassen. Das gilt natürlich auch für alle ohne Diabetes. 😉 Ich freue mich über alles davon. Und wenn du wieder gesund bist kanns du ja mit Diabetes und auch ohne Party machen 😉

Jahresrückblick

Jahresrückblick

Wenn ich mir so überlege was ich in meinem Jahresrückblick schreiben könnte kommen mir schon die ersten Ideen. 

Laufen lernen

Was meine ich damit. Ich war Ende 2023 etwas angeschlagen und weit weg von meiner Marathonform. Ich wusste im März steht der Rom Marathon an und bis dahin muss ich fit sein. Es war ein anstrengender Weg im Training zurück zur Form zu kommen. Nachdem ich dann aber an 3 Sonntagen hintereinander über 30 km gelaufen bin, wusste ich, dass ich es schaffen werde. Wieder einmal hat sich meine Disziplin bezahlt gemacht.

Rom Marathon

Am 17.03. standen wir an der Startlinie des Rom Marathons. Manuel und Michi liefen ihren ersten Marathon. Es war ein perfekter Tag zum Laufen und die Kulisse war der Wahnsinn. Durch Rom zu laufen und dabei viele Sehenswürdigkeiten bestaunen zu können war genial. Die Stimmung beim Marathon selbst war auch sehr motivierend. Wir mussten ein wenig kämpfen, aber wir haben den Marathon geschafft. Und Manuel war so begeistert, dass er gar nicht mehr aufhören konnte zu laufen. Mittlerweile ist er mit mir beim Welschlauf und ohne mich in Berlin und in Graz einen Marathon gelaufen und hat auch 2 Ultramarathons gemacht. Und das in einem Jahr. Beeindruckend, oder? Nicht nur das, er hat auch einen Laufverein gegründet. Die Runningbuddys. Schaus dir an 😉 Wir haben dieses Erlebnis geteilt und wir machen das auch im Jahr 2025. Ich freu mich schon drauf.

Linz Halbmarathon

2 Wochen später ging es mit den Treeathletes by deisl.com zum Linz Halbmarathon. Geplant war ein gemütlicher Lauf. Es wurde dann eine gemütliche erste Hälfte und eine brutal heiße und schnelle zweite Hälfte. Mit knapp 1.45 Stunden konnte ich diese Veranstaltung abschließen. Ich war zufrieden und konnte wieder einmal Zeit mit meinen sportlichen Kollegen aus Schladming verbringen. Übrigens an diesem Tag war es so heiß, dass einige Teilnehmer kollabierten. Wir waren zwar fertig, aber wenigstens gesund und fit im Ziel.

Zürich Marathon

Und dann war ich schon beim Zürich Marathon. Direkt von Barcelona nach Zürich war allein vom Wetter eine grobe Änderung. Sonnenschein und 20°C Grad in Barcelona, und -2°C – +2°C Regen, Schneeregen und Graupelschauer in Zürich. Hier lief Rico, der CEO unseres Schweizer Unternehmens, seinen ersten Marathon. Ich hatte die Ehre ihn zu begleiten. Bei richtig miserablem Wetter standen wir an der Startlinie und begannen einfach zu laufen. Trotz des schlechten Wetters und der grauenhaften Bedingungen schaffte Rico seinen ersten Marathon. Wir hatten eine gute Zeit auf der Strecke und konnten uns unterhalten und kennenlernen. Rico ist an diesem Tag nicht nur zum Marathonläufer geworden, wir sind auch zu Freunden geworden. Der nächste Zürich Marathon ist 2025 und wir sind angemeldet und motiviert unsere Zeit zu verbessern.

Welschlauf

Weiter geht es im Jahresrückblick. Kurz nach Zürich kam auch schon der Welschlauf. Gemeinsam mit Peter, Wolfi und Manu nahmen wir als Gretzel teil. Wir liefen verkleidet als Kernölflaschen mit einer Scheibtruhe (Schubkarren) und unterhielten die Leute auf und an der Strecke. Wir genossen die Kulinarik und hatten einen schönen Tag. Am Ende wurde dieser sogar mit dem 2en Platz in der Gretzelwertung belohnt. Dazu sei aber gesagt, es gab nur 2 Teams. Wir hatten aber definitiv mehr Spaß.

Weitere Bewerbe im Jahresrückblick

Ich möchte gar nicht alle weiteren Bewerbe aufzählen. Das würde jetzt doch einiges in Anspruch nehmen. Aber eine kurze Übersicht möchte ich schon noch geben. Ich nahm noch am Großglockner Trail über 58 km mit 4.000 Höhenmeter teil. Peter und ich konnten hier unsere Zeit um ein paar Minuten verbessern. Nächstes Jahr nehmen wir hier an 2 Tagen und 2 Bewerben teil. Für uns ist das die Vorbereitung auf den Transalpin Run 2025.

Im September durfte ich auch noch am Jungfrau Marathon teilnehmen und auf den Eiger Gletscher laufen. 42,2 km mit 2.000 Höhenmeter bergauf. In 4:50 Stunden war ich fertig und damit deutlich schneller als von mir geplant. Es war der schönste Lauf, an dem ich je teilnehmen durfte.

Eines meiner persönlichen Highlights war es in Graz verkleidet als Frizi der schnelle Hecht einen ganzen Marathon als Maskottchen zu bestreiten. Dazu gibt es einen eigenen Artikel. 

Meinen bisher anstrengendsten Marathon durfte ich in Hannover am Laufband absolvieren. Während des Deutschen Diabetes Kongresses am Stand meiner Insulinpumpenfirma. Auch wenn es mir nur wenige angesehen haben, aber ich war bei diesem Lauf am Limit.

Deutscher Diabetes Kongress

Dieses Jahr durfte ich auch am Deutschen Diabetes Kongress teilnehmen. Und zwar einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Im Frühjahr liefen wir als mylife Diabetescare Team beim 5 km Diabeteslauf mit. Wir hatten am Messestand eine großartige Zeit und ich durfte viele neue nette Menschen kennenlernen. Über Social Media sind wir seitdem vernetzt.  Bei der Frühjahrestagung entstand auch die Idee mit dem Marathon am Laufband. Diese wurde dann im Herbst umgesetzt.

Des Weiteren möchte ich bei meinem Jahresrückblick auch erwähnen, dass ich das eine oder andere Interview führen durfte sowie an einer Podiumsdiskussion über Diabetes im Leistungssport teilnehmen konnte. Das war für mich echt spannend mit anderen Betroffenen und Experten mich auf einer Bühne vor hunderten Leuten auszutauschen. Es war sehr interessant und spannend andere Sichtweisen zu hören.

Ich nahm auch noch an einem Kundenevent in Leipzig teil. Hier durfte ich gemeinsam mit Othmar Moser und Sabine Carstensen medizinisches Personal über Diabetesfälle und Diabetes und Sport schulen. Für mich war dieses Diabetesjahr ein sehr gelungenes. Und ich freue mich schon auf 2025 und noch einige andere Events.

Was fehlt noch im Jahresrückblick?

Ich glaube ich habe das meiste bereits erwähnt. Vielleicht noch die Statistik zum Laufen. Ich bin dieses Jahr 2578 km (16km laufe ich jetzt im Anschluss) gelaufen, habe dabei über 26.000 Höhenmeter zurückgelegt und war insgesamt 271 Stunden unterwegs. Meine längste Strecke war knapp 58 km lang und dauerte 10:33 Stunden. Das ist zwar nicht mein stärkstes Jahr, aber das macht nichts. Ich bin am Aufbauen für die kommende Saison und den Transalpin Run. Ich freue mich schon sehr darauf und das Training macht mir richtig Spaß. Endlich wieder nach Plan trainieren und gemeinsam mit Sportmed Graz meine Ziele erreichen.

Besonders stolz bin ich auf die Erstellung meines Blogs. Angefangen mit einer Idee und der Versuch die Homepage selbst zu bauen, bis zur professionellen Umsetzung durch Fabian. Es gibt ein Logo, einen Slogan und eine Homepage, die ich sehr gerne präsentiere. Danke Fabian, dass du das gemeinsam mit mir gestemmt hast. Ich habe eine große Freude damit. Und sowie die Homepage schon aussieht wird sie im neuen Jahr noch weiterwachsen. Wir haben da ein paar Ideen. Ihr dürft also gespannt sein, was noch alles kommt. Dazu aber mehr im neuen Jahr.

Das wars, vielen Dank 2024

Und damit möchte ich meinen Jahresrückblick schließen. Ich habe schon ein paar Kleinigkeiten für das nächste Jahr verraten. Für den Rest wird es wieder einen eigenen Beitrag geben. Danke für dein Vertrauen und dass du meinen Blog liest. Es macht mir Spaß etwas geschaffen zu haben auf das ich stolz sein kann. Meine Texte schreibe ich übrigens ohne ChatGPT, der könnte bestimmt noch was lernen von mir 😉

Ich wünsche dir, deiner Familie und Freunde einen guten Rutsch ins neue Jahr. Gesundheit und Erfolg, aber das Wichtigste ein glückliches Jahr 2025. Viel Spaß beim Feiern und bis nächstes Jahr. Und wie jedes Mal, gerne darfst du ein Like oder Kommentar hierlassen. Gerne darfst du den Beitrag auch teilen. Es würde mich sehr freuen im nächsten Jahr noch mehr Reichweite zu bekommen. Prosit Neujahr!