Ich bin mir sicher, dass viele wissen was ein unzertrennbares Band ist. Für uns ist dieses unzertrennbare Band der 17.06. Für viele ist dasein normaler Tag. Für uns ist es mehr als ein „normaler“ Tag. Es ist ein ganz besonderer Tag. Für uns ist es ein Tag der unser Leben für immer verändert hat.
Ein unzertrennbares Band
Mein 17.06
Am 17.06.2015 begab ich mich zu meinem Hausarzt. Mir gings nicht gut und ich hatte einen Verdacht was los ist. Ich schilderte ihm kurz meine Geschichte und wenige Momente später erhielt ich die Diagnose Diabetes Typ1 habe. Typ1 bedeutet so viel wie, ich bin auf das zuführen externen Insulins angewiesen. Das ist nicht der „schlimme“ oder der „so wild hast du es“ Typ. Es ist der Typ, bei dem mein Körper einfach beschlossen hat, kein Insulin mehr zu produzieren. Du kannst das so sehen wie, wenn dein Körper beschließt den Lungen zu sagen sie sollen aufhören Luft zu pumpen. Na, wie schlimm ist das? Ziemlich endlich, oder? Diabetes ist nicht so tragisch. Damit kann ich gut leben. Wie gut kannst du hier nachlesen. Ich habe den Typ übrigens nicht ausgesucht oder bekommen, weil ich zu viel Süßes gegessen habe. Das passiert einfach. Warum? Das weiß aktuell noch niemand ganz genau.
Es ist aber auch egal woher es kommt und warum es nicht mehr weggeht. Es ist gekommen und zu bleiben. Die Frage ist nur, was ich daraus mache bzw. bereits gemacht habe. Meiner Meinung nach habe ich das Beste daraus gemacht. Mir geht es gut, ich habe meinen Spaß am Leben und würde meinen, dass ich ganz gut beweisen kann, dass Diabetes kein Hindernis darstellt. Zugegeben es bremst mich manchmal aus, aber ich kann es auch wunderbar als Grund verwenden, wenn ich mal keinen Bock auf etwas haben. Wer es nicht selber hat und sich damit nicht auskennt, muss mir einfach glauben, dass es mir nicht gut geht. Punkt für mich und Diabetes. Weil ich meine Diagnose Diabetes aber in einem anderen Beitrag behandle, möchte ich direkt zum nächsten Thema kommen. Nämlich Michis Unfall.
Michis 17.06
Am 17.06.2017 starteten wir in unserem Urlaub mit Freunden eine weitere Motorradtour. Geplant war es in Südtirol ein paar Bergpässe abzufahren, irgendwo Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen und am Abend gemütlich im Hotel ein Bierchen zu trinken und gemeinsam zu essen. Wir fuhren also nach dem Frühstück los und passierten die Grenze. In einem Örtchen bei einer Ampel meldete sich meine Insulinpumpe mit einem Batteriealarm. Die Batterie wird in den nächsten 12 Stunden leer werden. Ein Grund umzudrehen, allerdings wussten wir, dass wir sicher davor wieder im Hotel sind. Dort gibt es eine neue Batterie. Anstatt umzudrehen, setzten wir unsere Tour fort. Irgendwann zu Mittag tauschten Michi und ich das Motorrad. Michi wollte eine Probefahrt machen, weil er sich überlegt hat das gleiche Motorrad zu kaufen. Ich erklärte ihm alles und das er vorsichtig sein muss. Er fuhr schon ein paar Jahre und hatte genug Erfahrung.
Nachdem wir in einer Gruppe unterwegs waren, fuhren wir sowieso gesittet und hielten uns auch an die StVo. Auf den Bergpässen galt allerdings, jeder fährt so schnell wie er will (im gesetzlichen Rahmen natürlich) Auch daran hat sich jeder brav gehalten. Wir kamen zu einem Pass und Michi hatte freie Fahrt. Er fuhr als erste Person und führte die Gruppe an. Es waren viele schöne Kurven die richtig Spaß gemacht haben. Wir waren voller Freude und genossen die Fahrt. Doch dann geschah das Unglück. In einer Kurve passierte ein Fehler, er kam auf die Gegenfahrbahn und krachte in die Leitschiene. Sein linkes Bein war der Puffer zwischen ihm und der Leitschiene. Durch den Aufprall wurde er vom Motorrad geschleudert und nahm Flugstunden. Seine Bruchlandung endete ebenso in der Leitschiene. Unser älterer Bruder, der direkt hinter ihm war, sah den Unfall. Dann kam unser Freund Armin und danach ich.
Der Unfall
Von da an läuft alles ab wie ein Film. Wir sprangen von unseren Motorrädern und liefen zu Michi. Er hat geschrien. Aber nicht vor Schmerzen wie er sofort selbst sagte, sondern um uns zu signalisieren, dass er bei Bewusstsein ist. Sofort setzten wir einen Notruf ab. Wir wussten nicht sofort, wo wir waren. Glücklicherweise kamen Einheimische vorbei. Denen gab ich mein Telefon und machte ihnen mit Händen und Füßen verständlich, dass sie einen Hubschrauber anfordern sollen. Sekunden wurden zu Stunden. Ich sah Michis Bein. Nicht nur sein Bein. Auch seine inneren Werte ragten durch die Ledermontur weiß-rötlich in der Sonne schimmernd heraus. „Scheiße“ schoss es mir durch den Kopf. Michi sah meinen Blick. „Ist es schlimm?“ „Nein geht schon.“ Meinte ich und musste schlucken. „Lüg mich nicht an.“ „Naja sexy ist es nicht.“ Und dann waren wir beschäftigt Schatten für ihn zu machen und auf die Rettung zu warten.
Als erstes traf die Polizei ein. Kurz danach die Rettung und dann erst der Hubschrauber. Der Ernst der Lage wurde immer klarer. Andere Motorradfahrer hielten bereits an und halfen die Unfallstelle zu sichern oder waren dazu da, um die Infusionen für Michi zu halten. Michi wurde aus der Montur geschnitten. Ich wich nicht von seiner Seite, sprach mit ihm und hielt ihm die Hand. Nach einer Stunde Erstversorgung an der Unfallstelle wurde er in den Hubschrauber gebracht. Ich fragte, ob ich mitfliegen darf und hatte Glück. Der Pilot stimmte zu. Michi lag vor mir im Hubschrauber. Ansprechbar, mit einer Sauerstoffmaske im Gesicht und bereits voller Schmerzmittel. Der Flug fühlte sich an wie eine mehrtätige Mission auf der ISS. Michis Gedanken verriet er mir ihm Nachhinein. „Wenn die Schraube vom Rotor zum Hubschrauber flöten geht, dann gehen wir alle drauf“. Er war also auch sehr um uns besorgt.
Die Not OP
Wieder am Boden gelandet wurde er sofort in einem Schockraum gebracht. Nach der ersten Einschätzung durch die Ärzte ging es weiter zur Not Operation. Über 4,5 Stunden hat es gedauert bis ein Arzt aus dem Saal kam und mir mitteilte, dass sie alles, was sie tun konnten, getan haben und es jetzt heißt abzuwarten. Ich fragte mehrmals, ob er es schaffen wird. Ausweichende Antworten, aber Hoffnung war da. Er wird wieder. Mehr wollte ich nicht hören. Nach einer weiteren Stunde durfte ich dann zu ihm auf die Intensivstation. Intubiert, vollgeklebt mit Elektroden und alles voller Leitungen, die in ihn oder aus ihm kamen. Ich stand 5 Minuten an seinem Bett. Drückte ihm nochmal die Hand und sagte, „Michi du hattest einen schweren Unfall. Die Ärzte haben gesagt du hast viel Blut verloren und musst dich jetzt erholen. Aber du wirst wieder. Erhol dich und ich komme wieder. Versprochen!“
Dann verließ ich die Station und begab mich nach draußen. Es war noch immer sehr heiß. Erst jetzt wurde mir klar, dass ich in Bozen bin. Allein und die Batterie meiner Insulinpumpe kurz vorm Ausfallen. Bis auf Frühstück hatte ich den ganzen Tag nichts gegessen. Mein Taxi, mein älterer Bruder mit Freunden, war noch 2 h entfernt. Mir blieb nichts übrig als zu warten. Irgendwann um kurz vor Mitternacht wurde ich dann abgeholt. Gleich wurde ich mit einer neuen Batterie versorgt und bekam ein Lunchpaket. Dann fuhren wir retour ins Hotel. Dort hatte ich noch 2 Bier, bevor ich duschen und ins Bett ging. Nicht wissend, ob Michi die Nacht übersteht oder ob in der Früh ein Anruf am Telefon aufscheint das Unheil verkündet. Glücklicherweise kam es anders. Der Anruf kam, aber alles war gut. Die Nacht war überstanden. Der Rest würde sich in den nächsten Tagen zeigen.
Die Zeit danach
Die Tage danach waren immer gleich, aufstehen, frühstücken, zu Michi ins Krankenhaus gehen, ihm beistehen. Es dauerte 2,5 Tage, bis er wieder aus dem Koma aufgeweckt wurde. Wenigstens war ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr allein. Unser Vater war nachgebracht worden von meiner Tante. Begleitet von unserer Mutter und seiner Freundin. Ich bin froh, dass nur mein Vater blieb und sonst niemand. Nach jedem morgendlichen Besuch ging es zum Mittagessen, dann zum Besuch und dann zum Abendessen. In der Zwischenzeit hielten wir alle Verwandten, Freunde und Bekannten am Laufenden und ich kümmerte mich um den Rücktransport. Nach über einer Woche ging es dann endlich nach Graz in die Heimat. Wo dann der eigentliche lange Rückweg für Michi beginnen sollte. Und auch den meisterte er. Es gab zwar Rückschläge, aber Michi ließ sich nie unterkriegen und so konnte er zurück ins Leben kommen und fand (s)ein neues Hobby. Oder verrückter.
Unser 17.06
Seit meiner Diagnose und dem Unfall von Michi, ist der 17.06 unser 2er Feiertag. Für ihn ein zweiter Geburtstag und für mich gibt’s Kuchen. Diabetes habe ich schon und den Teil mit der Amputation des Beines hat Michi erledigt. Damit haben wir alles abgedeckt. Wir feiern das selten, um ehrlich zu sein. Meistens bin ich Urlaub und Michi darf arbeiten. Wir holen das dann häufig nach. Grillen, chillen, und Bierli killen. Gemeinsam schauen dann auf unsere Erlebnisse zurück und sind froh, dass es uns so gut geht. Wir sind sehr ähnlich in unserer Art und Humor. Es kann dann schon vorkommen, dass wir vergessen die Bier zu zählen und rechtzeitig aufzuhören. Dann wanken wir nach dem einen oder anderen Bier, als ob uns beiden mindestens ein Bein fehlen würde. Was uns beide auch stark verbindet ist unsere Stärke mit Rückschlägen umzugehen und die positiven Dinge versuchen zu sehen.
Was ist daran positiv?
Vieles ist daran positiv. Michi kann nicht mehr mit dem falschen Bein aufstehen. Er wird sich auch kein Bein ausreißen nur um etwas zu erreichen. Wenn jemand fragt, ob es läuft, sagt er nein es humpelt. Und davon gibt es noch unzählige weitere Sprüche. Ich bin süß, auch wenn ich Sauer heiße. Ich antworte auf Fragen zu meinem Diabetes meistens mit dummen Antworten. Außerdem darf ich, nein ich muss sogar, legal dopen. Insulin steht auf der Dopingliste und ohne geht es bei mir nicht mehr. Auch hier könnte ich noch viele weitere Dinge anführen die ich als positiv beurteilen würde. Eines ist noch zu erwähnen. Michi hat seit neuestem einen Flaschenöffner in seinem Schaft. Man kann wunderbar Bier öffnen oder auch andere Getränke. Ist also nicht nur positiv sondern auch ein Partygag und kommt verdammt cool rüber.
Was wir beide als positiv empfinden ist unsere Neugier einfach immer wieder was auszuprobieren. Wir wollen anderen Mut machen und zeigen, dass auch Rückschläge nicht der Weltuntergang sind. Jeder von uns hat die Möglichkeit das Beste aus seiner Situation zu machen. Wenn wir es allein nicht schaffen, dann haben wir jemanden der uns helfen kann, oder wir suchen jemanden. Und haben wir keinen in unserem Bekanntenkreis dann suchen wir uns jemanden außerhalb. Irgendwie geht es immer weiter. Unser Leitspruch ist auch „Wenn der Kopf bis zum Hals in Scheiße steckt, dann lassen wir ihn lieber nicht hängen!“ Und so kommen wir immer voran. Die Richtung ist dabei egal. Wir möchten ein Vorbild sein und andere motivieren den Kopf nicht hängen zu lassen. Den egal was das Leben für dich bereit hält, du hast immer Möglichkeiten. Du kannst aufgeben, nachgeben oder Alles geben. Wir geben (fast) immer alles.
Auf die nächsten Jahre
Wir wissen beide nicht, was das Leben für uns noch bereithält. Wir wissen nur, wir werden es nehmen, wie es kommt, und uns gegenseitig zur Seite stehen und unterstützen, wo wir nur können. Es wird sicher die eine oder andere Meinungsverschiedenheit geben, bisher konnten wir noch alle lösen. Sei es durch direkte Aufforderung oder durch ein klärendes ruhiges Gespräch. Das meiste machen wir uns beim Kochen, Grillen und Bier trinken aus. Das hat bisher gut funktioniert und wird es auch weiterhin. Für uns ist klar, was auch immer passiert, es wird immer einen Weg geben, der für uns passt und den wir gemeinsam gehen bzw. humpeln können. Uns rennt nichts davon und falls doch, hole ich es ein und halte es fest 😉
Und damit beende ich den Beitrag für heute. Ich hoffe, er hat dir gefallen. Über ein Like, Kommentar oder wenn du es teilst, freue ich mich sehr. Wie gehst du mit Rückschlägen um? Feierst du auch einen zweiten Geburtstag oder irgendeine Diagnose wie Diabetes?
Run 30 Rome the Marathon hieß es dieses Wochenende am 16.03.2025. Wie schon im Vorjahr sind wir auch dieses Jahr gekommen um den Marathon zu rocken. Doch es kam dann ein wenig anders als geplant.
Die Vorbereitung
Meine Vorbereitung hat schon vor unserer Rom Reise mit einer Dienstreise nach Frankreich(Lyon) begonnen. Und meine Vorbereitung war generell suboptimal. Beginnend mit dem Sevilla Marathon bei dem der Erfolg des ersten Marathons von Marko ordentlich begossen wurde, waren die Wochen davor eher von Party als von Disziplin geprägt. Auf meiner Dienstreise hielt ich mich auch nicht mit ausgelassener Stimmung und einer nicht Marathon tauglichen Ernährung zurück. Wie das so ist, irgendwann bekommt jeder die Rechnung präsentiert.
In Rom angekommen wurde ich nicht nur von meinen Reisebuddies freundlich in Empfang genommen, wir haben auch sofort auf die Reise angestoßen. Nach ein bisschen Sightseeing begleitet von regelmäßigen Trinkpausen gingen wir zum Abendessen und ließen den ersten Abend noch eskalieren.
Der Tag vor dem Marathon war zwar gemütlicher was das Feiern anbelangt aber ideal ist anders. Die Stimmung war gut und so manch einer war auch nervös vor seinem ersten Marathon. Bereits beim Abendessen verspürte ich Schmerzen in meinen Knie und Sprunggelenken. Diese Schmerzen wurden in der Nacht fast unerträglich. Nach der nächtlichen Gabe von Seractil wurde es etwas besser. Mein Schlaf war nicht sehr erholsam. Wie dem auch sei, was muss das muss und so ging es an den Start. Rechtzeitig davor stellte sich noch Bauchweh ein. Bis auf 1-2 Ausnahmen waren aber alle topfit und nur etwas mehr oder weniger nervös.
Der Marathon
Der Marathon selbst ist dann wie immer ein Erlebnis. Dieses Mal war es eine Überraschungsei. Ich wusste nicht was passieren wird und ob ich nicht doch aufgeben muss. Doch dann fiel der Startschuss und es ging los. Motiviert und voller Adrenalin waren bei mir erstmal keine Schmerzen zu spüren. Das Bauchweh wurde allerdings schlimmer. Bei allen anderen lief es gut. Keine Beschwerden.
Nach ein paar Kilometern trennte sich unsere Gruppe in Anna Lena als flotte Läuferin und erkundete die Strecke. Manuel, Arnold, Michi, Sebi und ich räumten das Feld von hinten auf. Für Anna Lena und Sebi war es der erste Marathon. Somit war das Ziel für beide klar. Durchkommen und Spaß haben. Was bei Anna Lena gut funktionierte stellte sich bei Sebi als schwereres Unterfangen dar. Seine Vorbereitung war gut und er war bereit. Ein Marathon schreibt allerdings seine eigenen Regeln.
Anna Lena
Anna Lena hat sich am Donnerstag vor dem Marathon spontan dazu entschieden mit nach Rom zu kommen und den Marathon zu laufen. Bis 21,1 km ist sie bisher gelaufen. Gezielt trainiert hat sie für den Marathon aber nicht. Also ebenso ein Überraschungsei für sie. Es ging ihr sehr gut und sie kam gleich in den Flow der sie durch Rom trug. Ab km 24 wurde sie durch Manu unterstützt der die Gruppe der Nachzügler dafür verlassen musste. Bis km 30 problemlos dann musste sie ein wenig spazieren. Bis auf so Kleinigkeiten rockte sie den Marathon und kam gut und happy ins Ziel. Zwar mit einigen Blasen an den Beinen, aber glücklich und gesund.
Sebi
Bei Sebi war es etwas anders. Er bekam relativ früh im Rennen Kopfweh. Der Versuch mit Seractil das Problem zu lösen war vergebens. Leider war es für ihn zwischendurch so heftig, dass wir von einem Run auf einen Powerwalk umstellten. Mit gutem Zuspruch unsererseits und blöden Witzen hat er Biss bewiesen und den Marathon fertig gemacht. Auch wenn er seine gewünschte Zielzeit versäumt hat, hat er seinen ersten Marathon erledigt und ist bereit für mehr. Der nächste wird kommen. Und er wird ihn wieder meistern.
Der Rest von uns
Beim Rest von uns bleibt nur mehr zu sagen, dass es alle geschafft haben. Für Manu der voriges Jahr seinen ersten Marathon hier in Rom gemacht hat war es schön zurück zukommen und andere Runningbuddys zu supporten. Er hatte einen fetten Dauergrinser und hat den Marathon mit Leichtigkeit gemeistert.
Per Arnold war es bereits auch der dritte Marathon. Er meinte zwar, dass die Dauer anstrengend ist aber ansonsten ging es ihm gut. Dasselbe kann man von Michi sagen. Er lief auch vor einem Jahr in Rom seinen erste. Marathon. Seine Vorbereitung war wie meine suboptimal was sicher an mir liegt.
Für mich war es wohl einer der blöderen Marathons. Die Gelenksschmerzen kamen und gingen wieder und waren zwischendurch äußerst unangenehm. Mein Bauchweh war ständiger Begleiter und gipfelte in Durchfall. Auch etwas was sich niemand wünscht beim Marathon. Egal, Erfahrung gesammelt, Arzttermin ausgemacht und weiter geht’s. Trotz den widrigen Bedingungen für mich war mein Blutzucker stabil und ziemlich perfekt sogar. Für einen Marathon der eigentlich beschissen lief bin ich damit sehr zufrieden.
Die Marathon Eindrücke
Bei einem Marathon gibt es viel zu sehen. Besonders in Rom der ewigen Stadt. So viele Sehenswürdigkeiten an denen man vorbeiläuft. So viele Zuseher die einen anfeuern. So viel Wasser, Obst und Kekse die es gibt. Doch genau so viele Dixi Klos die man nicht sehen will aber dennoch sehen muss. Bei so manchem Heisl war ich ekelig überrascht dennoch beeindruckt. Und zwar beeindruckt davon wie weit man die Schüssel verfehlen kann. Wie bunt so ein Haufen sein kann. Wie viel Spannung man in den Oberschenkel aufbauen und halten kann um nichts zu berühren und sich einzusauen. Das man schnell mal bei einem Mc Donalds aufs Klo geht oder eine öffentliche Toilette besucht um etwas Komfort und Hygiene zu erhalten. Eine Erfahrung die sich einige von uns sicher gerne gespart hätten.
Alles in allem war es ein gelungener Lauf. Wie es aussieht nehmen wir ihn fix in den Laufkalender auf und werden sicher wieder mal vorbeikommen.
Die Nachbereitung
Bei unseren beiden Marathonjungfrauen sieht man die Spuren des Gladiatorenkampfes beim Marathon. Das Gangbild ist noch etwas instabil und etwas langsam. Die eine oder andere blutige Blase schmerzt beim Gehen. Vom Muskelkater brauchen wir gar nicht zu sprechen. Dennoch haben sie ein Lächeln im Gesicht und man sieht es ihnen an. Es war geil dabei zu sein und es geschafft zu haben. Sie haben es gerockt. Wer weiß wie viele Marathons noch von ihnen absolviert werden. Ich glaube nicht, dass es der letzte war. Ich freue mich auf viele weitere.
Möchtest du auch mal in Rom oder generell einen Marathon laufen? Lass doch ein Like oder Kommentar hier. Gerne kannst du den Beitrag auch teilen wenn er dir gefallen hat.
Ist ein Handicap der Weltuntergang? Oder ist ein Rückschlag die Möglichkeit so richtig Gas zu geben?
Welches Handicap?
Michi hat es wie ich mit dem Diabetes gesehen. Das ist nicht der Weltuntergang, das ist eine Chance. So wendete er das vermeintliche Handicap in eine positive Richtung.
Nach einem Motorradunfall wurde Michi einen Monat später sein linkes Bein amputiert. Er hatte Glück, dass es „nur“ das Bein war und es ihm ansonsten gut ging. Auf den Unfall möchte ich heute nicht näher eingehen. Dazu ein anderes Mal mehr.
„Naja ich kann nicht mehr schlecht drauf sein, ich kann nicht mehr mit dem falschen Fuß aufstehen!“ war nur eine von vielen Aussagen von ihm. Gekonnt und mit Witz hat er sein Schicksal angenommen und das Beste daraus gemacht. Nachdem alles gut verheilt war und er mit der Reha beginnen konnte, machte er sich auch gleich auf die Suche nach einer passenden Sportart für ihn. Er musste ein wenig suchen und ausprobieren fand aber dann das perfekte Spiel für ihn. Para Eishockey weckte seine Leidenschaft wieder Sport zu machen.
Was ist Para Eishockey?
Para Eishockey ist Eishockey für Menschen mit Beeinträchtigung der unteren Extremitäten. Das bedeutet, solange die Hände und der Oberkörper in Schuss sind, kann man diesen Sport ausüben. Eine Querschnittslähmung der Beine ist also auch kein Hindernis. Gespielt wird in einem Schlitten sitzend mit zwei Schlägern. An den Enden der Schläger sind Metallzacken angebracht. Damit ist es möglich sich am Eis fortzubewegen. Die andere Seite der Schläger funktioniert dabei als Schläger. Im Gegensatz zum Eishockey wird hier mit einem Schläger pro Hand gespielt. So kann man antauchen und mit jeder Hand schießen. Sofern die Technik beherrscht, wird natürlich. Es ist ein sehr anstrengender Sport. Speziell für den Oberkörper und die Rumpfmuskulatur ist kann das sehr fordernd sein. In der Bundesliga dürfen auch nicht beeinträchtige Menschen genauso mitspielen. Wenn du also Lust hast es auszuprobieren schau doch mal auf dem Instagram des Graz 99ers Parahockey Teams vorbei.
Michi hat also Para Eishockey für sich entdeckt und begann zu spielen. Er gründete einen Verein und fuhr zu Trainings in Kärnten und Niederösterreich. Dann wurde auch in Graz und Umgebung gespielt. Nach einer Saison zum Trainieren wurde eine Liga gegründet. Die österreichische Para Eishockey Staatsmeisterschaft (Die Bundesliga). Pro Jahr haben sie so an mehreren Wochenenden ihre Spiele. Zu Trainingszwecken nehmen sie auch an internationalen Turnieren in anderen Ländern teil. Mittlerweile gibt es auch wieder ein Nationalteam von Österreich. Hier wurde erst vor kurzem die Weltmeisterschaft in Thailand ausgetragen. Österreich erreichte hier den 3 Platz und damit Bronze. Ein Erfolg auf dem man stolz sein kann. Damit du dir vorstellen kannst wie anstrengend das ist, habe ich dir hier ein Video von Chris Stephan verlinkt. Der Moderator von Puls 4 der es im Selbstversuch ausprobiert hat. Schau es dir an und wenn du dann Lust hast es auszuprobieren melde dich einfach bei Michi.
Die nächste Gelegenheit
Die nächste Gelegenheit diesen Sport zu sehen, ist am 07.12.24 und 8.12.24 in der Eishalle „Bunker“ Graz Liebenau. Hier spielen die Graz 99ers Paraeishockey gegen die Mannschaft vom KAC (Klagenfurt). Die Termine und den Spielplan kannst du von der Instagram Seite der Mannschaften entnehmen. Wer nicht vor Ort sein kann es aber dennoch sehen möchte, der hat die Möglichkeit über einen Livestream die Spiele zu verfolgen. Auch hier kannst du die Infos rechtzeitig zu den Spielen auf Instagram sehen. So verpasst du garantiert nichts. Die Spieler freuen sich aber auch über zahlreiche Zuschauer und eine gute Stimmung bei den Spielen. Vorbeischauen, anfeuern und sich in der Kantine mit kalten oder warmen Getränken versorgen. So kann man das zweite Adventwochenende auch schön verbringen.
Die nächste Möglichkeit den Sport selbst auszuprobieren ist am besten mit Michi auszumachen. Entweder kontaktierst du ihn über Instagram. Ich habe ihn vorher verlinkt oder über die Emailadresse paraeishockey@99ers.at . Ich habe es damals, wie Michi begonnen hat 2- oder 3-mal mittrainiert und es auch versucht. Bei mir ist es gleich wie beim Eishockey. Fehlendes Talent wurde durch Kondition ausgeglichen. Mir war es dann aber doch zu viel neben meinen anderen Aktivitäten. So hat Michi seine Sportart und ich meine. Wir haben beide unseren Spaß daran und brennen für unseren Sport. Und wenn du mal zusehen kommst, hast du gute Chancen mich schreiend im Publikum zu sehen. Am besten stellst du dich gleich dazu und feuerst die Mannschaft mit an.
Ist ein Handicap immer ein Handicap?
Was ich mit der Frage sagen will, ist ganz einfach. Auch wenn es im ersten Moment schlimm erscheint, kann sich doch etwas Schönes daraus ergeben. Michi hat den Kopf nicht hängen lassen. Er hat seine Möglichkeiten geprüft und versucht das Beste daraus zu machen. Natürlich war nicht immer Sonnenschein auf seinem Weg zurück. Und manchmal sind finstere Wolken am Himmel gewesen. Aber mit der richtigen Einstellung und guten Zuspruch von der Familie und den Freunden hat Michi immer einen Weg gefunden, der für ihn gepasst hat. So fand er eine neue Leidenschaft, die ihn fordert und Spaß macht. Mittlerweile konnten bereits viele den Sport ausprobieren und Michi konnte neue Spieler für sein Team gewinnen. Ich freue mich für ihn und dass es dafür eine Liga gibt in der gespielt werden kann. Es ist beeindruckend zu sehen wie schnell das Spiel ist und wie spannend es sein kann.
Und wirst du beim nächsten Spiel als Zuseher dabei sein? Oder hast du schon mal Para Eishockey ausprobiert? So oder so wünsche ich dir schon mal viel Spaß beim Zusehen oder ausprobieren. Lass mich doch wissen wie es dir gefallen hat. Gerne kannst du das hier kommentieren, liken oder auch teilen. Ich würde mich darüber freuen.
Seit diesem Jahr hatte ich das große Glück und die Ehre andere auf ihrem Weg zum ersten Marathon zu begleiten. Mein Marathon Support war vorab bei ihrem Training Tipps zu geben und sie motiviert zu halten. Und das schönste ich durfte dann auch noch den ersten Marathon mit ihnen gemeinsam laufen.
Marathon Support
Es begann schon voriges Jahr zu Pfingsten. Ich hatte ein kleines Projekt am Start bei dem ich ein wenig zeigen wollte, was alles so möglich ist. Von diesem Projekt werde ich noch genauer berichten. Nur so viel möchte ich verraten, zumindest denen die das Projekt nicht kennen, ich bin 9 Marathons an 9 aufeinanderfolgenden Tagen gelaufen. Bei meinem letzten Marathon wurde ich von einigen Freunden und Bekannten begleitet. 2 Mitläufer waren so begeistert, dass sie beschlossen, sie wollen auch einmal einen Marathon laufen. Es dauerte nicht lange und ich saß mit jedem extra zusammen. Sie heißen Michael und Manuel. Wir quatschten über ihren Plan. Manuel wollte sofort in die Umsetzung und so suchten wir einen Marathon für ihn. Er entschied sich für Run Rome the Marathon. Also für den Rom Marathon.
Kurze Zeit später meldete sich dann auch Michi bei mir und erzählte von seinem Plan. Und auch, dass er sehr gerne in Rom laufen würde. Zu diesem Zeitpunkt wusste Manuel aber noch nicht, dass wir Rom zu dritt laufen werden. Michi „beichtete“ Manuel seinen Plan und sehr schnell war klar, dass wir alle 3 gemeinsam laufen werden.
Ich gab ihnen Tipps und half ihnen teilweise beim Training. Laufen und trainieren mussten sie aber selbst. Wir haben auch ein oder zwei Trainingsläufe gemeinsam gemacht. Sie waren motiviert und hungrig ihren ersten Marathon zu laufen. Der Tag des Marathons kam näher und endlich würden sie es schaffen ihren ersten Marathon zu laufen und auch zu finishen. Ich wusste sie sind fit und sie packen das.
Meine letzten Tipps an die beiden waren sehr einfach. Egal was ihr an den Tagen vor dem Marathon macht, macht einfach das Gegenteil von dem was ich mache. Ich war nämlich in bester Feierlaune und schaufelte Fast Food, anderen Müll und eiskalte Hopfentorpedos in mich hinein. Manu machte das Gegenteil und Michi wählte die 50/50 Variante.
Der Marathon kam und wir standen am Start. Ich wusste, dass es einer meiner längeren Läufe wird, aber einer meiner emotional schönsten. Gemeinsam spulten wir die Kilometer gemeinsam ab. Ich durchlebte mit ihnen alle Phasen des Marathons. Die schönen und die weniger schönen. Nach ca. 4:48 Stunden waren wir im Ziel und happy es geschafft zu haben. Damit ist die Geschichte aber nicht zu Ende. Den jetzt beginnt Manuels Laufkarriere.
Manuels Marathon Support
Manuel war so fasziniert von seinem ersten Marathon, dass er sofort wieder einen laufen wollte. Es war schön zu sehen wie es ihn motiviert und nach vorne getrieben hat. Ich habe ihn ein wenig gebremst damit er es nicht übertreibt. Und er bliebt brav und vernünftig im Training. Nach ca. 1,5 Monaten fiel bei einem anderen Event ein Läufer aus. Mit etwas schlechtem Gewissen fragte ich Manuel ob er mitlaufen möchte. Er war natürlich sofort Feuer und Flamme. Natürlich lief er mit. Es war der Welschlauf. Ein Marathon mit über 1.000 Höhenmeter. Ich bin ihn schon gelaufen und empfand ihn als anspruchsvoll und hart.
Nicht nur, dass Manuel innerhalb kurzer Zeit seinen zweiten Marathon bestritt, nein es wurde auch sein härtester. Wir haben uns als Kernölflaschen verkleidet und so am Wettbewerb teilgenommen. Als hätte das nicht gereicht, liefen wir mit einer Scheibtruhe (Schubkarren) die volle Strecke. Manuel beherzigte dieses Mal alle meine Tipps und es ging ihm deutlich besser. Er war wieder überglücklich im Ziel zu sein und seinen zweiten Marathon geschafft zu haben.
Jetzt sollte man meinen es reichen 2 Marathons im Jahr. Überhaupt in so kurzer Zeit. Aber nein. Manuel wollte es jetzt wissen und machte etwas sehr beeindruckendes. Er meldete sich zum Berlinmarathon an und nahm daran Teil. Ganz alleine, ohne Begleitung. Es war der 29.09.24 an dem er ihn lief. Und es war die 50. Ausgabe davon. 80.000 Teilnehmer die gemeinsam durch Berlin laufen. Einfach irre an einem der größten Marathons der Welt teilzunehmen. Doch das für mich faszinierendste war seine Einstellung. Er blieb das ganze Jahr brav im Training. Rockte einige andere Bewerbe und war im Support für andere. Doch dieser Bewerb war für ihn. Und er belohnte sich mit einer Zielzeit von 3:56:49!!!! Unglaublich starke Leistung. Ich weiß was das bedeutet so schnell zu sein. Er hat mich beeindruckt und sich selbst belohnt. Ich bin stolz auf dich Manuel!
Marathon Support – warum ich das mache
Für mich ist es schön zu sehen wie andere ihr Ziel vom ersten Marathon erreichen. Egal ob es eine langsame oder eine schnelle Zeit ist. Einfach ankommen und es geschafft haben. Es kommt mir dabei vor als würde ich jedes Mal selbst zum ersten Mal wieder einen Marathon laufen. Die Emotionen sind unbeschreiblich. Vielleicht auch weil sie geteilt sind und dadurch intensiver. Ich finde es gut wenn sich die Teilnehmer freuen und einen schönen Tag haben. Sie zerren auch noch sehr lange davon. Und wenn es nur die Spatzen nach dem ersten Marathon sind 😉
Bestimmt versteht nicht jeder wie man sich etwas wie einen Marathon antun kann, aber dass muss auch nicht sein. Wichtiger ist, dass man die Leute unterstützt an der Strecke steht und sie anfeuert. Das motiviert sie. Auch wildfremde kann man anfeuern. Die freuen sich genauso. Und wenn man schon da steht und anfeuert kann man gleich alle anfeuern. Ich helfe auf der Strecke und es gibt mir einfach viel zurück. Vor allem die Erlebnisse. Jeder Lauf ist anders und doch sind es immer 42,2 km.
Und warum ich manchmal verkleidet laufe? Ganz einfach. Weil dann auch die Zuseher was zum Lachen haben. Vielleicht motiviert des den einen oder anderen dann auch selbst mitzulaufen. Denn wenn es verkleidet geht und ich das kann, dann geht es doch ohne Verkleidung ganz einfach oder?
Willst du auch mal einen Marathon laufen? Oder generell motiviert in den Sport finden? Lass doch einen Kommentar da, ein Like oder abonniere die Neuigkeiten. Dann versäumst du garantiert nichts mehr. Ich würde mich auch freuen wenn du den Beitrag teilst und vielleicht andere damit motivierst.
Eine von vielen Fragen die mir öfter gestellt wird. Und die lässt sich sehr einfach beantworten. Ja kann man. Es gibt sehr wenig was man mit Diabetes nicht kann. Steine essen zum Beispiel oder Gift. Aber das können die wenigstens unbeschadet machen.
Worauf achte ich dabei?
Ich kontrolliere meinen Blutzucker häufiger als normal. Mein Fokus liegt darauf keinen Hypo (Unterzucker) zu bekommen. Lieber bin ich etwas höher unterwegs. Es ist natürlich nicht ideal, aber wenn ich schon Party mache, dann gibt es Alkohol und auch zu essen. Mein Blutzucker ist daher sowieso etwas sprunghafter als sonst.
Wie wirkt sich Alkohol auf Diabetes aus?
Mit Diabetes reagiert mein Körper anders auf Alkohol als ohne Diabetes. Übermäßiger Alkoholkonsum drückt den Blutzucker nach unten. Es sei denn man trinkt Cocktails, Longdrinks , Alkopops und andere zuckerhaltige Getränke. Dann schnellt der Blutzucker in die Höhe und ist nur mehr schwer nach unten zu bekommen. Werden andere harte Getränke oder Shots konsumiert ist genau das Gegenteil der Fall. Der Blutzucker fällt in den Keller. In dem Fall wird allgemein empfohlen etwas dazu zu essen. Schlauerweise etwas mit Kohlenhydrate. Es gibt auch eine gute Grundlage und die Party ist nicht zu schnell wieder vorbei. Und wer will schon nach den ersten Getränken wieder nach Hause gehen? 😉
Hypo/Hyper wie kann ich anderen helfen?
Du hast selbst nicht Diabetes aber einer deiner Freunde? Ihr geht gemeinsam fort und er/sie kippt plötzlich um? Du weißt nicht was zu tun ist? Als erstes kannst du checken ob er/sie noch atmet. Wenn die Person nicht mehr ansprechbar ist, ist es wichtig sie in die stabile Seitenlage zu bringen. Wenn du zum Handy deines Freundes kommst und den Blutzucker checken kannst dann mach das. Lass dir sonst vorher von deinen Freunden erklären wie sie das machen können und welche Werte dabei wichtig sind. Ansonsten merk dir einfach alles unter 70 mg/dl ist ein Hypo. Alles über 250 mg/dl ist ein(e) Hyper(glykämie = Überzucker). Wenn die Person aber schon bewusstlos ist, ruf bitte die Rettung und teile am Telefon mit, dass es sich um jemanden mit Diabetes handelt. Sie wissen dann schon was zu tun ist. Es wird dann richtig reagiert und die Rettung oder der Notarzt hat Glukose oder Insulin mit. Was du nicht tun solltest, ist dass du deinem Freund/Freundin Traubenzucker oder andere Süßigkeiten in den Mund steckst. Es besteht Erstickungsgefahr. Achte darauf, dass falls dein/deine Freund/Freundin erbricht alles aus dem Mund abfließen kann.
Der Tag mit Diabetes nach der Party
Du hast es so richtig krachen lassen und der nächste Tag ist ein Katertag. Dir geht es nicht gut und dein Blutzucker ist eher am unteren Ende des Zielbereichs. So ist es zumindest bei mir. Mit meinem Hybrid-Closed-Loop System regelt das System selbstständig die Insulinabgabe. Dennoch rutsche ich ab und zu in einen Hypo. Und wenn mir dann auch noch übel ist, fällt es mir sehr schwer Zucker zu konsumieren und den Blutzucker hoch zu halten. Ich versuche dann einfach schluckweise Limonaden zu trinken oder Traubenzucker zu essen. Das schöne am Kater ist, irgendwann geht dieser auch wieder weg. Und meistens bin ich auch für lange Zeit vom Party machen geheilt.
Wenn du kein Hybrid-Closed-Loop System hast solltest du deine Basis verringern. Egal ob du eine Basis-Bolus Therapie mit einem Pen oder Pumpe hast. Beim ersten Mal solltest du viel vorsichtiger sein. Bereits beim Party machen und auch am Tag danach wird dein Diabetes etwas anders sein als sonst. Mach es wie beim Sport und dokumentiere die Party und Katertage. Was hast du an diesen Tagen anders gemacht als zum Alltag? Je genauer du dokumentierst desto besser wirst du damit umgehen können. Und je öfter du es machst, desto routinierter wirst du. Das bedeutet aber nicht, dass du jetzt jeden Tag Party machen sollst 😉
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat dann lass doch ein Like oder Kommentar hier worauf du bei Partys achtest. Gerne kannst du den Beitrag auch teilen!