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Ist ein Marathon am Laufband auf einem Kongress eine gute Idee?

Ist ein Marathon am Laufband auf einem Kongress eine gute Idee?

Nein! Bin ich um eine Erfahrung reicher? Definitiv. War es lustig? Währenddessen weniger als danach.

Wie kam es dazu?

Zum ersten Mal in meinerzuckersüßen Laufbahn mit Diabetes durfte ich im April am Deutschen Diabetes Kongress in Berlin teilnehmen. Eingeladen wurde ich von meiner Insulinpumpenfirma Ypsomed GmbH. Ich durfte an einer Podiumsdiskussion zum Thema Leistungssport und Diabetes auf einer großen Bühne vor einigen (hunderten) Leuten stehen. Gemeinsam mit bekannten Personen aus der Diabetesszene. Und nicht nur das, wir hatten auch noch einen Expertentalk vor dem Diabeteslauf und ein Interview am Stand zu meinen Läufen. Im Vorfeld wussten nur wenige wie viel ich schon gelaufen bin. Im Zuge der Veranstaltung erfuhren immer mehr Teilnehmer von meinen Aktionen und auch die Mitarbeiter der Firma wurden hellhörig. Tag um Tag lernten wir uns besser kennen und hatten unseren Spaß am Kongress und auch beim Diabeteslauf. 

Der Diabeteslauf

Der Diabeteslauf war ein bisschen der Stein der den Laufbandmarathon ins Rollen brachte. Beim Lauf wurde ich von Dirk gefragt ob ich nicht mal den Marathon des Sables laufen möchte. Ich verneinte sofort. Die Gründe dafür sind einfach. Es ist ein mehrtägiger (Ultra)Marathon durch die Wüste Marokkos. Jeder Teilnehmer ist verpflichtet Gegengift für Schlangenbisse sowie eine Leuchtpistole mitzunehmen. Es geht in 7 Tagen auf über 250 km querfeldein. Die längste Etappe ist über 80 km, ansonsten werden „gemütliche“ 20-40 km gelaufen. Das waren alles Gründe für mich gleich nein zu sagen. Das ist für mich kein Lauf mehr oder ein Abenteuer, das ist ein Trip zur Hölle mit ungewissem Ausgang. Ich habe etwas anderes vorgeschlagen. Dazu wird es einen eigenen Beitrag geben wenn es soweit ist. Dauert aber nicht mehr lange. 

Nach dem Lauf, als wir im Taxi saßen, wurde ich gefragt ob ich nicht Lust habe bei der Herbsttagung der DDG wieder teilzunehmen und ein bisschen am Stand zu laufen. Sofort stimmte ich zu und wir unterhielten uns wie lange ich laufen sollte. Von 30 Minuten bis 8 Stunden war alles dabei. Wer mich kennt der weiß sofort, dass 30 Minuten keine Challenge sind. 8 Stunden, der Vorschlag kam von mir, war auch sehr hoch gegriffen. Eigentlich war er übertrieben. Die Gespräche liefen weiter. Wir einigten uns auf meine Paradedisziplin. Die Marathondistanz. Das Datum stand fest, die Distanz auch und es wurde alles vorbereitet. Warum wir das gemacht haben?? Um zu zeigen was die Insulinpumpe mit dem Algorithmus im Automodus leisten kann. Ein spannendes Thema. Ich freute mich darauf und war gleich gespannt wie alle die davon wussten. 

Der Laufband Marathon

Das Datum stand fest und es wurde alles organisiert. Messestand aufgebaut, Laufband abgeholt und aufgestellt. Zucker, Müsliriegel und Wasser eingekauft. Und dann war nur mehr mein Part mit laufen dran. Am Vorabend beim Abendessen besprachen wir die letzten Details. Start 10 Uhr am 23.11.2024 Ziel nach 42,195 km. Dauer? Keine Ahnung. Niemand von uns wusste was da auf mich zukam. Also außer ein Marathon natürlich. Der Vorabend wurde etwas länger, aber gesittet. Ich ging voller Vorfreude ins Bett und konnte mich ausschlafen.

Um 07:30 klingelte mein Wecker und ich sprang aus dem Bett. Zähnputzen, duschen, anziehen und ab zum Frühstück. Die erste Frage was frühstücke ich? Im Hotel schaue ich was sie anbieten und entscheide dann spontan. Dieses Mal wurde es ein Kornspitz mit Käse und eine kleine Schüssel Birchermüsli. 2 Kaffee und ein Glas Wasser. Ich nahm mein Frühstück ziemlich genau 2 Stunden vor dem Marathon ein. Nach meinem Frühstück zog ich mir mein Laufgewand an und ging zur Rezeption um mit dem Rest der Truppe zum Kongress zu fahren. Kurze Zeit später waren wir schon am Messestand. Ich begutachtete alles, organisierte mir ein Wasser. Das Laufband wurde mit Müsliriegel und Flüssigzucker bestückt. Ich nahm das Laufband in Betrieb und stellte es vorab ein. Dann entschied ich mich für mein Starttempo und wartete, dass es 10 Uhr wird. 

Die erste Hälfte

Um Punkt 10 Uhr startete mein Laufband Marathon. Die nächsten Stunden würde ich mich trotz Bewegung nicht vom Fleck bewegen. Schnell bemerkte ich die trockene Luft in der Messehalle. Mein Hals begann zu kratzen und meine Nase zu jucken. Ich konnte ca. 2 Stunden mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h laufen. Doch ich bemerkte schon, dass ich mich gerade abschieße. Glücklicherweise kam Sabine auf mich zu und sah meine Zuckerwerte, meine Kohlenhydratmenge und meine Farbe im Gesicht. Sie erkundigte sich nach meinen Vitalwerten und bat mich vom Gas zu gehen. Es dauerte ein wenig, bis ich nachgab und bremste. Mit dem langsameren Tempo ging es mir besser, aber noch weit weg von gut. Das war nicht das letzte Mal, dass ich das Tempo reduzieren sollte. Nach etwas mehr als 2 Stunden hatte ich die halbe Distanz hinter mir. Ich begann einen Kampf mit mir selbst und gegen den Laufband Marathon.

Die zweite Hälfte

Auf der zweiten Hälfte denke ich mir immer: „Ab jetzt wird es kürzer. Nur mehr einen Halbmarathon, dann bin ich fertig.“ Fertig war ich definitiv. Nur schon lange bevor das Ziel in der Nähe war. Nach 25 km machten sich meine Knie bemerkbar. Bisher lief ich nur am Vor- bzw. Mittelfuß. Auf Grund der Knieprobleme änderte ich dann meinen Laufstil auf vollflächig. Das entlastete meine Knie, führte aber meine Waden an die Grenzen der Belastbarkeit. „Toll, von der Traufe in den Regen“, dachte ich mir. Ich reduzierte die Geschwindigkeit weiter und war jetzt bei 6 km/h. Ich musste gehen. Das erste Mal seit langem, dass ich bei einem Marathon wieder gehen musste. Meinen Stolz musste ich runterschlucken. Meinen Ehrgeiz neu kalibrieren. Marathon schaffen war das neue Ziel. Ich bin sicher eine Stunde nur spaziert und nicht gelaufen. Wirklich harte Arbeit für mich.

Die Verlängerung

Zwischen 30 und 38 km konnte ich nur gehen. An Laufen konnte ich nicht mal denken. Irgendwie ins Ziel retten war meine Devise. Bei 35 km fiel mir ein, dass mir Salz fehlen könnte. Also verlangte ich nach Salz. Ein Teelöffel voll Salz direkt ins Kleinhirn. Als wäre der Laufband Marathon nicht schon brutal genug, muss es auch noch das sein. Ekelig so eine Ladung und selbst noch mit viel Wasser schrecklich runterzuwürgen. Nach 38 km steigerte ich die Geschwindigkeit ein wenig, bevor ich sie ab 39 km wieder auf 8 km/h schraubte und fertig lief. Bei 42,2 km ließ Dirk den Sektkorken knallen und es folgte Applaus von den Anwesenden Besuchern. Ich bekam sofort ein Gläschen Sekt und unmittelbar danach ein kaltes Bier und eine Schnitzelsemmel. Was soll ich sagen, ich habe einen gewissen Ruf erarbeitet.

Der Blutzuckerverlauf

Dieses Mal möchte ich euch auch meinen Blutzuckerverlauf zeigen. Ich hatte gegen 8 Uhr mein Frühstück und bin gegen 10 Uhr losgelaufen. Mein Frühstück nahm ich mit einem reduzierten Bolus ein. Das bedeutet, ich habe nicht so viel Insulin gespritzt, wie ich Kohlenhydrate gegessen habe. Das ist so kurz vorm Sport bei mir wichtig.

Den Ease-Off Modus startete ich Sekunden vor meinem Laufstart. Erkenntlich am gelben Balken. Ich habe meine gesamten Kohlenhydrate während des Laufs und auch danach aufgezeichnet. In der Legende zum Screenshot erfährst du mehr. Eine Stunde bevor ich mit dem Lauf fertig war, beendete ich den Ease-Off Modus. Damit vermeide ich generell extreme Anstiege nach meinen Läufen. Der Blutzucker verlief währenddessen und danach zu meiner Zufriedenheit. Damit wäre bewiesen, dass ich einen Marathon am Laufband während eines Kongresses laufen kann und auch, dass das Insulinpumpensystem bestens dafür geeignet ist.

Blaue Linie = Basis Insulinversorgung Punktierte Linie = Zuckerwerte Gelber Balken = Ease-Off (Insulinreduzierung) Grauer Balken = Zielbereich (70 mg/dl – 180 mg/dl) Graue Kästchen mit grauen Zahlen = Kohlenhydratmenge Graue Kästchen mit blauen Zahlen = Bolus Insulin

Fazit

Mein Fazit zu diesem Laufband Marathon ist, dass ich wieder mal erfahren durfte, wie hart ein Marathon sein kann. Das hatte ich schon vergessen, weil es für mich schon eine Art Routine ist. Die Kombination aus Luftqualität, am Laufband zu laufen und sich dabei noch zu unterhalten ist nochmal eine andere Liga. Ich war an meinen Grenzen und ich kann mir gut vorstellen, dass das so mancher der mich gesehen hat auch erkannt hat. Währenddessen hat es mir weniger Spaß gemacht. Jetzt wo alles vorbei ist, bin ich froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Wird es eine Wiederholung geben? Ich weiß es nicht. Sag niemals nie, aber ich würde es eher als unwahrscheinlich einstufen. Einen Marathon wohl kaum, kürzere Distanzen für wissenschaftliche oder werbetechnische Zwecke schon.

Was bleibt ist die Top Erkenntnis, dass das mylife Loop System zuverlässig, solide und einfach arbeitet. Es hat großartige Leistungen vollbracht. Ich konnte beweisen, dass mit dem richtigen System, meiner Erfahrung und ausreichend Training so eine Aktion möglich ist. Gelaufen bin ich seitdem nicht mehr, aber Krafttraining und spazieren ist möglich.

Die Infos zum Insulinpumpensystem und mehr findest du übrigens hier. 

Der Blick in die Glaskugel

Die nächsten Läufe sind schon gebucht beziehungsweise noch in Planung. So viel steht aber schon mal fest das nächste Jahr wird spannend. Ein paar bereits bekannte Läufe und ein paar neue Läufe sind dabei. Und ein ganz großes Hauptevent wird es geben. Dazu schreibe ich dann aber einen eigenen Beitrag, wenn es so weit ist.  Ob es wieder ein Laufband Marathon wird? Eher nicht. Dafür was anderes auf das ich mich schon freue. Also sei gespannt, was es noch so geben wird.

Und wie sieht es bei dir aus? Hast du schon Pläne fürs nächste Jahr?  

Meine geniale Kindheit

Meine geniale Kindheit

Schon als Kind war ich besonders. Meistens gut aufgelegt. Bei fast jedem Blödsinn dabei. Nie bei den ganz braven aber auch nicht der schlimmste Krawalbruder. eine gute Mischung würde ich sagen. Ich habe dennoch schon sehr früh meine Meinung gesagt und bin dahinter gestanden. Meine geniale Kindheit war einfach super und ich bin froh, dass ich sie so erleben durfte.

Warum meine Kindheit genial war

Ich hatte immer einen guten Witz und wusste auch wie ich Erwachsene um den Finger wickle. Egal ob ich etwas süßes wollte oder etwas anderes. Es hat meistens funktioniert. Sogar ohne dass ich mich zu Boden werfe und zu schreien beginne. Ich wuchs sehr behütet auf und durfte fast alles was man als Kind so machen möchte. Sportlich war ich aber nicht. Mich hat es genervt wenn es in den Wanderurlaub ging. Ich hatte ein Rad aber auch das war mehr zum ansehen als fahren da. Meine Motivation zu Sport war nahe dem absoluten Nullpunkt.

Trotzdem ist aus mir ein ganz passabler Sportler geworden. Irgendwie haben die Wanderurlaube die wir mitmachen durften ja doch etwas gebracht. Ich durfte einige Sportarten ausprobieren. Vielleicht habe ich deswegen mit dem Sport begonnen. Snowboarden mochte ich wirklich. Leider sind wir das immer seltener gegangen.

Schwimmen durfte ich auch probieren. Vor allem in der Volksschule. Ich war sogar sehr gut darin. Mittlerweile mag ich auch das nicht mehr. Was ich auch noch konnte war vom Beckenrand oder von Sprungbrettern zu springen. Einmal verwechselte ich eine Leiter mit einem Sprungbrett. Ok es war ein Unfall. Ich bin von der Leiter gerutscht und habe einen Seemannsköpfler auf den harten Beton gemacht. Eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde waren die Folge. Ich musste ins Krankenhaus und genäht werden. Die Begeisterung meiner Eltern kannst du dir vorstellen. Seit dem trage ich einen Helm wie du sehen kannst 😉

Ein Sturschädl

Oder wie andere sagen würden ich war sehr starrköpfig. Und zwar so starrköpfig, dass ich regelmäßig angeeckt bin. Aber auch hier blieb ich meiner Meinung treu. Dazu möchte ich folgende Geschichte zum Besten geben!

Es war Dezember. Ich durfte bei einer Frühmesse ministrieren. Ich war so 7 oder 8 Jahre alt. Eine Frühmesse ist um 6 Uhr morgens. Danach gibt es noch Frühstück und dann hieß es für die Erwachsenen arbeiten und für die Schüler in die Schule gehen. An diesem Tag ging unsere Klasse Eislaufen. Für die Kirche durfte ich aber keine Stiefel anziehen sondern musste schöne Schuhe zum Schnüren anziehen.

Da begann eine Diskussion mit meiner Mutter. Ich wollte Stiefel sie wollte, dass ich schöne Schuhe für die Kirche trug. An dieser Stelle sei erwähnt bei einer Frühmesse ist es dunkel und des Weiteren trug ich ein Gewand für die Messe. Es reichte bis über meine Schuhe. Die Schuhe sah also niemand. Wir fanden einen Kompromiss. Ich trug schöne Schuhe für die Kirche und am Schulweg, würde ich auf die Stiefel wechseln. Ein perfekter Deal. Ich konnte mich durchsetzen. Dachte ich zumindest. Doch es kam anders.

Die Messe war zu Ende und ich ging zu Hause vorbei um auf die Winterstiefel zu wechseln. Es war sehr kalt und deswegen auch gefütterte Stiefel. Als ich zu Hause war, standen aber meine Stiefeln nicht vor der Tür. Das war sehr ärgerlich für mich. Ich suchte vor der Tür. In der Garage. Überall wo ich Zugang hatte. Schlüssel hatte ich leider keinen fürs Haus. Mir blieb also nicht viel was ich tun konnte. Entweder mit den schönen Schuhen zum Schnüren in die Schule oder …

Ich entschied mich für oder. Und oder bedeutete Schuhe ausziehen und barfuß in die Schule gehen. Zu meiner Zeit gab es noch keine Smartphones und selbst wenn hätte ich keines gehabt. Und ich durfte noch alleine in die Schule gehen und wurde nicht Helikoptermäßig umsorgt. Ich spazierte also barfuß bzw. nur in Socken los. Am Weg in die Schule traf ich meinen besten Freund und seine Oma. Sie begleitete ihn in die Schule. Erst kurz vor der Schule fiel ihnen mein Barfuß Spaziergang auf. Mein Freund fand es lustig und mutig. Seine Oma weniger. Sie kontaktierte daraufhin meine Mutter.

Im Laufe des Vormittags kam dann meine Oma mit meinen Winterstiefeln vorbei. Ich bekam frische Socken und meine Schuhe. So konnte ich in warmen Schuhen zum Eislaufen mit der Klasse gehen. Meine Oma hat mich nur gefragt was ich gemacht hätte wenn sie nicht mit Schuhen nachgekommen wäre. Ich meinte mit den Schulpatschen gegangen. Ist auf jeden Fall angenehmer als mit Socken. Meine geniale Kindheit, war einfach genial.

Fazit

Wie du siehst, war ich schon als Kind einfach ich. Sobald ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte, hab ich es auch durchgezogen. Und wenn das bedeutete barfuß in die Schule zu gehen. Mein Standpunkt war klar und ich blieb ihm treu. Nach dieser Aktion war übrigens allen klar, dass ich es ernst meine wenn ich etwas sage. Mein Opa fand die Aktion übrigens sehr lustig.

Bis heute meine ich, dass meine geniale Kindheit mich so glücklich und erfolgreich gemacht hat. Ich habe schon früh gelernt wie wichtig es ist für seine Meinung einzustehen und sich dann auch daran zu halten. Ich glaube auch, dass ich damals schon gelernt habe, dass ich manchmal meine Grenzen testen und über sie hinaus gehen muss. Mir macht es Spaß und selten passiert etwas dabei. Außer beim Seemannsköpfler von der Leiter.

Wie ist das bei dir? Überschreitest du manchmal deine Grenzen? Lass doch ein Like oder Kommentar hier. Gerne kannst du den Beitrag teilen. Ich würde mich auch freuen wenn du mich abonnierst und keinen Post mehr versäumst.!