von Mauzi | Dez. 31, 2024 | Beiträge mit Diabetes, Beiträge ohne Diabetes, Veranstaltungsbeiträge
Wenn ich mir so überlege was ich in meinem Jahresrückblick schreiben könnte kommen mir schon die ersten Ideen.
Laufen lernen
Was meine ich damit. Ich war Ende 2023 etwas angeschlagen und weit weg von meiner Marathonform. Ich wusste im März steht der Rom Marathon an und bis dahin muss ich fit sein. Es war ein anstrengender Weg im Training zurück zur Form zu kommen. Nachdem ich dann aber an 3 Sonntagen hintereinander über 30 km gelaufen bin, wusste ich, dass ich es schaffen werde. Wieder einmal hat sich meine Disziplin bezahlt gemacht.
Rom Marathon
Am 17.03. standen wir an der Startlinie des Rom Marathons. Manuel und Michi liefen ihren ersten Marathon. Es war ein perfekter Tag zum Laufen und die Kulisse war der Wahnsinn. Durch Rom zu laufen und dabei viele Sehenswürdigkeiten bestaunen zu können war genial. Die Stimmung beim Marathon selbst war auch sehr motivierend. Wir mussten ein wenig kämpfen, aber wir haben den Marathon geschafft. Und Manuel war so begeistert, dass er gar nicht mehr aufhören konnte zu laufen. Mittlerweile ist er mit mir beim Welschlauf und ohne mich in Berlin und in Graz einen Marathon gelaufen und hat auch 2 Ultramarathons gemacht. Und das in einem Jahr. Beeindruckend, oder? Nicht nur das, er hat auch einen Laufverein gegründet. Die Runningbuddys. Schaus dir an 😉 Wir haben dieses Erlebnis geteilt und wir machen das auch im Jahr 2025. Ich freu mich schon drauf.
Linz Halbmarathon
2 Wochen später ging es mit den Treeathletes by deisl.com zum Linz Halbmarathon. Geplant war ein gemütlicher Lauf. Es wurde dann eine gemütliche erste Hälfte und eine brutal heiße und schnelle zweite Hälfte. Mit knapp 1.45 Stunden konnte ich diese Veranstaltung abschließen. Ich war zufrieden und konnte wieder einmal Zeit mit meinen sportlichen Kollegen aus Schladming verbringen. Übrigens an diesem Tag war es so heiß, dass einige Teilnehmer kollabierten. Wir waren zwar fertig, aber wenigstens gesund und fit im Ziel.
Zürich Marathon
Und dann war ich schon beim Zürich Marathon. Direkt von Barcelona nach Zürich war allein vom Wetter eine grobe Änderung. Sonnenschein und 20°C Grad in Barcelona, und -2°C – +2°C Regen, Schneeregen und Graupelschauer in Zürich. Hier lief Rico, der CEO unseres Schweizer Unternehmens, seinen ersten Marathon. Ich hatte die Ehre ihn zu begleiten. Bei richtig miserablem Wetter standen wir an der Startlinie und begannen einfach zu laufen. Trotz des schlechten Wetters und der grauenhaften Bedingungen schaffte Rico seinen ersten Marathon. Wir hatten eine gute Zeit auf der Strecke und konnten uns unterhalten und kennenlernen. Rico ist an diesem Tag nicht nur zum Marathonläufer geworden, wir sind auch zu Freunden geworden. Der nächste Zürich Marathon ist 2025 und wir sind angemeldet und motiviert unsere Zeit zu verbessern.
Welschlauf
Weiter geht es im Jahresrückblick. Kurz nach Zürich kam auch schon der Welschlauf. Gemeinsam mit Peter, Wolfi und Manu nahmen wir als Gretzel teil. Wir liefen verkleidet als Kernölflaschen mit einer Scheibtruhe (Schubkarren) und unterhielten die Leute auf und an der Strecke. Wir genossen die Kulinarik und hatten einen schönen Tag. Am Ende wurde dieser sogar mit dem 2en Platz in der Gretzelwertung belohnt. Dazu sei aber gesagt, es gab nur 2 Teams. Wir hatten aber definitiv mehr Spaß.
Weitere Bewerbe im Jahresrückblick
Ich möchte gar nicht alle weiteren Bewerbe aufzählen. Das würde jetzt doch einiges in Anspruch nehmen. Aber eine kurze Übersicht möchte ich schon noch geben. Ich nahm noch am Großglockner Trail über 58 km mit 4.000 Höhenmeter teil. Peter und ich konnten hier unsere Zeit um ein paar Minuten verbessern. Nächstes Jahr nehmen wir hier an 2 Tagen und 2 Bewerben teil. Für uns ist das die Vorbereitung auf den Transalpin Run 2025.
Im September durfte ich auch noch am Jungfrau Marathon teilnehmen und auf den Eiger Gletscher laufen. 42,2 km mit 2.000 Höhenmeter bergauf. In 4:50 Stunden war ich fertig und damit deutlich schneller als von mir geplant. Es war der schönste Lauf, an dem ich je teilnehmen durfte.
Eines meiner persönlichen Highlights war es in Graz verkleidet als Frizi der schnelle Hecht einen ganzen Marathon als Maskottchen zu bestreiten. Dazu gibt es einen eigenen Artikel.
Meinen bisher anstrengendsten Marathon durfte ich in Hannover am Laufband absolvieren. Während des Deutschen Diabetes Kongresses am Stand meiner Insulinpumpenfirma. Auch wenn es mir nur wenige angesehen haben, aber ich war bei diesem Lauf am Limit.
Deutscher Diabetes Kongress
Dieses Jahr durfte ich auch am Deutschen Diabetes Kongress teilnehmen. Und zwar einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Im Frühjahr liefen wir als mylife Diabetescare Team beim 5 km Diabeteslauf mit. Wir hatten am Messestand eine großartige Zeit und ich durfte viele neue nette Menschen kennenlernen. Über Social Media sind wir seitdem vernetzt. Bei der Frühjahrestagung entstand auch die Idee mit dem Marathon am Laufband. Diese wurde dann im Herbst umgesetzt.
Des Weiteren möchte ich bei meinem Jahresrückblick auch erwähnen, dass ich das eine oder andere Interview führen durfte sowie an einer Podiumsdiskussion über Diabetes im Leistungssport teilnehmen konnte. Das war für mich echt spannend mit anderen Betroffenen und Experten mich auf einer Bühne vor hunderten Leuten auszutauschen. Es war sehr interessant und spannend andere Sichtweisen zu hören.
Ich nahm auch noch an einem Kundenevent in Leipzig teil. Hier durfte ich gemeinsam mit Othmar Moser und Sabine Carstensen medizinisches Personal über Diabetesfälle und Diabetes und Sport schulen. Für mich war dieses Diabetesjahr ein sehr gelungenes. Und ich freue mich schon auf 2025 und noch einige andere Events.
Was fehlt noch im Jahresrückblick?
Ich glaube ich habe das meiste bereits erwähnt. Vielleicht noch die Statistik zum Laufen. Ich bin dieses Jahr 2578 km (16km laufe ich jetzt im Anschluss) gelaufen, habe dabei über 26.000 Höhenmeter zurückgelegt und war insgesamt 271 Stunden unterwegs. Meine längste Strecke war knapp 58 km lang und dauerte 10:33 Stunden. Das ist zwar nicht mein stärkstes Jahr, aber das macht nichts. Ich bin am Aufbauen für die kommende Saison und den Transalpin Run. Ich freue mich schon sehr darauf und das Training macht mir richtig Spaß. Endlich wieder nach Plan trainieren und gemeinsam mit Sportmed Graz meine Ziele erreichen.

Besonders stolz bin ich auf die Erstellung meines Blogs. Angefangen mit einer Idee und der Versuch die Homepage selbst zu bauen, bis zur professionellen Umsetzung durch Fabian. Es gibt ein Logo, einen Slogan und eine Homepage, die ich sehr gerne präsentiere. Danke Fabian, dass du das gemeinsam mit mir gestemmt hast. Ich habe eine große Freude damit. Und sowie die Homepage schon aussieht wird sie im neuen Jahr noch weiterwachsen. Wir haben da ein paar Ideen. Ihr dürft also gespannt sein, was noch alles kommt. Dazu aber mehr im neuen Jahr.

Das wars, vielen Dank 2024
Und damit möchte ich meinen Jahresrückblick schließen. Ich habe schon ein paar Kleinigkeiten für das nächste Jahr verraten. Für den Rest wird es wieder einen eigenen Beitrag geben. Danke für dein Vertrauen und dass du meinen Blog liest. Es macht mir Spaß etwas geschaffen zu haben auf das ich stolz sein kann. Meine Texte schreibe ich übrigens ohne ChatGPT, der könnte bestimmt noch was lernen von mir 😉
Ich wünsche dir, deiner Familie und Freunde einen guten Rutsch ins neue Jahr. Gesundheit und Erfolg, aber das Wichtigste ein glückliches Jahr 2025. Viel Spaß beim Feiern und bis nächstes Jahr. Und wie jedes Mal, gerne darfst du ein Like oder Kommentar hierlassen. Gerne darfst du den Beitrag auch teilen. Es würde mich sehr freuen im nächsten Jahr noch mehr Reichweite zu bekommen. Prosit Neujahr!
von Mauzi | Dez. 9, 2024 | Beiträge ohne Diabetes
Falls du dich fragen solltest: „Wofür ist Leistungsdiagnostik gut, wer führt das durch und was bringt es mir/dir?“, lade ich dich ein den Beitrag durchzulesen und ich hoffe ich kann alle Fragen beantworten die du so hast.
Was ist Leistungsdiagnostik?
Die Antwort von ChatGPT dazu ist folgende: „Leistungsdiagnostik ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, das eingesetzt wird, um die körperliche und/oder geistige Leistungsfähigkeit einer Person zu messen. Sie wird häufig in Sport, Medizin und Arbeitspsychologie angewendet, um die individuelle Leistungsfähigkeit zu bewerten und gezielt zu verbessern.“
Gut so hättest du es bestimmt auch rausfinden können nehme ich an. Ich möchte das aber näher erklären, was ich darunter verstehe und warum ich das mache. Das ist auch ganz einfach erklärt. Die Diagnostik hilft mir mein aktuelles Fitnesslevel zu bestimmen. Für mein Training ist das ganz wichtig und entscheidend. Ich erfahre meine Herzfrequenzbereiche und wo ich meine Defizite habe die trainiert gehören. Mit diesem Wissen kann ich gezielt in den schwächeren Bereichen trainieren, um meine Schwächen zu stärken.
Natürlich gibt es für jede Anwendung eigene Diagnostikmethoden und Ziele. Bei sportlicher Leistungsdiagnostik stehen andere Parameter im Vordergrund als bei medizinischen, arbeitspsychologischen oder bei Rehabilitations- oder Präventivdiagnosen. Ich werde aber nur die Leistungsdiagnostik im Sport erklären.
Leistungsdiagnostik ist also ein Tool, mit dem ich sehr schnell eine Einschätzung meiner Leistungsfähigkeit erhalte. Mit diesem Wissen kann das Training angepasst und verbessert werden. Das Verletzungsrisiko wird minimiert und die allgemeine Fitness wird genauso gesteigert wie das gezielte Lauf-, Kraft-, Schnelligkeitstraining oder was eben trainiert werden soll.
Wie läuft das bei mir ab?
Bisher durfte ich immer Steigerungsläufe auf der Laufbahn oder am Laufband absolvieren. Das sieht so aus, dass ich bei einer Startgeschwindigkeit von 6 km/h zu laufen beginne und die Geschwindigkeit erhöht wird, bis ich nicht mehr kann. Die Geschwindigkeit wird je nach Leistungsdiagnostik Methode nach einem bestimmten Protokoll angepasst.
Laufen
Zum Beispiel auf der Laufbahn alle 100 m um 0,5 km/h schneller werden. Dieser Test funktioniert mit einem akustischen Signal über eine Lautsprecheranlage an der Laufbahn. Der Ton wird in bestimmt Abständen ausgegeben und in immer kürzer werdenden Abständen ausgegeben, bis ich nicht mehr laufen kann. Dann haben wir meine maximale Geschwindigkeit für diesen Test ermittelt und hoffentlich auch alle anderen wichtigen Parameter. Während des Tests trage ich einen Brustgurt mit Pulsuhr und eine mobile Spirometrie, welche meine Sauerstoffwerte misst. Laktat kann gemessen werden, wurde bei mir aber nie gemacht. Die Daten aus der Spirometrie und die der Uhr reichen normalerweise aus.
Am Laufband sieht der Test geringfügig anders aus. Ich starte ebenso bei 6 km/h. Die Geschwindigkeit wird, nach einer Eingewöhnung von 3 Minuten, pro Minute um 0,5 km/h erhöht. Wieder so lange bis ich die Geschwindigkeit nicht mehr halten kann. Alle 3 Minuten wird hier zusätzlich zur Herzfrequenz und den Sauerstoffwerten Laktat gemessen. Damit erhält man mehr Daten und kennt auch meine Laktatwerte bei bestimmten Herzfrequenzzonen. Ich kann noch präziser trainieren bzw. trainiert werden.
Rad
Ich durfte das auch am Rad machen. Allerdings nicht für mein Training, sondern für eine Studie mit Diabetes. Ich bin kein Fan des Radfahrens, möchte den Test dennoch erklären. Ich startete bei 80 W zu treten und jede Minute wurde um 20W mehr Widerstand. Der Widerstand wird dabei so lange erhöht, bis ich nicht mehr treten kann. Hier werden ebenso ein Brustgurt, eine Spirometrie und Laktatmessung durchgeführt. Damit erhalte ich die maximale Leistung, sowie meine anderen Trainingsbereiche, in denen ich trainieren darf. Für mich bleibt Radfahren ein Mittel zum Zweck, der Test war ganz lustig einmal zu machen.
Fazit
Eines haben alle Leistungsdiagnostiken gemeinsam, als Mensch „verliert“ man immer gegen die Maschine oder die Laufbahn. Die Laufbahn würde noch ein paar Runden aushalten, das Laufband könnte noch ein paar km/h schneller drehen und das Ergometer hätte noch mehr Widerstand drauf. Ich bin immer sehr vorsichtig bei den Tests, deswegen höre ich auch auf bevor was kaputt wird 😉
Wer führt sowas durch?
Die Durchführung von Leistungsdiagnostiken kann von jedem gemacht werden der sich mit den notwendigen Geräten auskennt. Die Auswertung erfolgt dann von Sportwissenschaftlern, Ärzten oder anderen Personengruppen, die sich in der Materie auskennen. Sie können auf Grund der gewonnen Daten die Schwellen und Trainingsbereiche ermitteln und bestimmen. Diese Daten sind für die Erstellung eines Trainingsplans sehr wichtig. Erst dann kann ein guter und funktionierender Trainingsplan erstellt werden.
Die Trainingsplanung
Bei der Erstellung des Trainingsplans wird auf meine Wünsche eingegangen. Dabei wird von meinem Trainer abgefragt, was mein Ziel ist, wie viel Zeit ich für das Training aufwenden kann und was neben dem normalen Training noch ergänzend trainiert wird. Ergänzend zu meinem Lauftraining führe ich Krafttraining gezielt fürs Laufen durch. Mein Lauftrainer bezieht die Krafttrainings in den Plan mit ein, lässt mich aber mein Training selbst machen oder von jemanden anderes planen. In meinem Fall arbeite ich mit Christian Almer von Sportmed Graz und mit Peter Preis von Praxis Orange zusammen. Christian kümmert sich um meinen Laufplan mit 4-5 mal laufen pro Woche. Peter übernimmt den Teil mit dem Kraft- und dem plyometrischen Training für 2 Einheiten pro Woche.
Die Trainingsausführung
Mein Training ist sehr umfangreich und nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Ohne dieses Training wäre ich nicht in der Lage meine gewohnten und bekannten Leistungen abzurufen. Ich integriere es in meinen Alltag. Das Training kann durchaus meinen Tag bestimmen. Wenn ich um 5 Uhr morgens im Fitnessstudio trainiere, dann kann ich frühesten um 07:00 den ersten Onlinetermin wahrnehmen. Ist mein Termin vor Ort, muss ich entweder das Training verschieben oder noch früher trainieren. Wie du sehen kannst, ist es mir sehr wichtig, dass ich mein Training durchziehen kann. In seltenen Fällen lasse ich auch Mal ein Training ausfallen. Ich versuche es erst gar nicht nachzuholen, sondern nutze die Pause, um ein Plus an Regeneration herauszuholen. Es sei denn es fällt aus, weil ich am Vorabend versucht habe mir 8-armig die Hopfentorpedos reinzuorgeln. Ich weiß, dass das nicht gut ist, aber ich mach es trotzdem ab und zu.
Ein Training, welches ausgefallen ist, nachzuholen sorgt bei mir für Stress. Ich habe gelernt, dass es schon ok ist, manchmal ein Training ausfallen zu lassen. Egal ob es aus Zeitmangel, gesundheitlichen Gründen oder der Party vom Vorabend ist. Besser ist es, wenn die ausgeführten Trainings in der richtigen Qualität ausgeführt werden. Dann habe ich mehr davon. Außerdem bin ich auch nur ein Mensch wie jeder andere und habe nicht immer Lust auf Training. Es ist nur menschlich. Ich trainiere zum Spaß und mach meine Wettkämpfe aus Überzeugung andere zu motivieren und zu zeigen, dass mein Diabetes ein Grund aber kein Hindernis ist Sport zu treiben. Spaß am Sport sozusagen.
Fazit Leistungsdiagnostik
Für wen ist also Leistungsdiagnostik geeignet? Ich kann sagen für jeden der etwas an seinen sportlichen Ambitionen oder am Lebensstil ändern möchte. Für jeden der seine Ziele in die Höhe schrauben und besser werden möchte. Aber auch für viele andere Ziele kann so eine Leistungsdiagnostik gut sein. Durch das Ermitteln der verschiedenen Bereiche können so die perfekten Zonen für Fett- oder Kohlenhydratverbrennung ermittelt werden. An ein Kalorienziel gekoppelt kann man so gezielter und einfacher abnehmen. Umgekehrt funktioniert das auch. Wenn man Muskeln aufbauen möchte, kannst du dir diese Infos zu Nutze machen. Wie du siehst, ist also eine Leistungsdiagnostik nicht nur den Profis und Spitzensportlern vorbehalten. Jeder kann das machen und seinen Nutzen daraus ziehen. Und wenn du eine Empfehlung für eine Leistungsdiagnostik oder einen Physiotherapeuten benötigst, kontaktiere mich doch. Ich empfehle dir gerne meine Ansprechpartner weiter.
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von Mauzi | Nov. 25, 2024 | Beiträge mit Diabetes
Nein! Bin ich um eine Erfahrung reicher? Definitiv. War es lustig? Währenddessen weniger als danach.
Wie kam es dazu?
Zum ersten Mal in meinerzuckersüßen Laufbahn mit Diabetes durfte ich im April am Deutschen Diabetes Kongress in Berlin teilnehmen. Eingeladen wurde ich von meiner Insulinpumpenfirma Ypsomed GmbH. Ich durfte an einer Podiumsdiskussion zum Thema Leistungssport und Diabetes auf einer großen Bühne vor einigen (hunderten) Leuten stehen. Gemeinsam mit bekannten Personen aus der Diabetesszene. Und nicht nur das, wir hatten auch noch einen Expertentalk vor dem Diabeteslauf und ein Interview am Stand zu meinen Läufen. Im Vorfeld wussten nur wenige wie viel ich schon gelaufen bin. Im Zuge der Veranstaltung erfuhren immer mehr Teilnehmer von meinen Aktionen und auch die Mitarbeiter der Firma wurden hellhörig. Tag um Tag lernten wir uns besser kennen und hatten unseren Spaß am Kongress und auch beim Diabeteslauf.
Der Diabeteslauf
Der Diabeteslauf war ein bisschen der Stein der den Laufbandmarathon ins Rollen brachte. Beim Lauf wurde ich von Dirk gefragt ob ich nicht mal den Marathon des Sables laufen möchte. Ich verneinte sofort. Die Gründe dafür sind einfach. Es ist ein mehrtägiger (Ultra)Marathon durch die Wüste Marokkos. Jeder Teilnehmer ist verpflichtet Gegengift für Schlangenbisse sowie eine Leuchtpistole mitzunehmen. Es geht in 7 Tagen auf über 250 km querfeldein. Die längste Etappe ist über 80 km, ansonsten werden „gemütliche“ 20-40 km gelaufen. Das waren alles Gründe für mich gleich nein zu sagen. Das ist für mich kein Lauf mehr oder ein Abenteuer, das ist ein Trip zur Hölle mit ungewissem Ausgang. Ich habe etwas anderes vorgeschlagen. Dazu wird es einen eigenen Beitrag geben wenn es soweit ist. Dauert aber nicht mehr lange.
Nach dem Lauf, als wir im Taxi saßen, wurde ich gefragt ob ich nicht Lust habe bei der Herbsttagung der DDG wieder teilzunehmen und ein bisschen am Stand zu laufen. Sofort stimmte ich zu und wir unterhielten uns wie lange ich laufen sollte. Von 30 Minuten bis 8 Stunden war alles dabei. Wer mich kennt der weiß sofort, dass 30 Minuten keine Challenge sind. 8 Stunden, der Vorschlag kam von mir, war auch sehr hoch gegriffen. Eigentlich war er übertrieben. Die Gespräche liefen weiter. Wir einigten uns auf meine Paradedisziplin. Die Marathondistanz. Das Datum stand fest, die Distanz auch und es wurde alles vorbereitet. Warum wir das gemacht haben?? Um zu zeigen was die Insulinpumpe mit dem Algorithmus im Automodus leisten kann. Ein spannendes Thema. Ich freute mich darauf und war gleich gespannt wie alle die davon wussten.
Der Laufband Marathon
Das Datum stand fest und es wurde alles organisiert. Messestand aufgebaut, Laufband abgeholt und aufgestellt. Zucker, Müsliriegel und Wasser eingekauft. Und dann war nur mehr mein Part mit laufen dran. Am Vorabend beim Abendessen besprachen wir die letzten Details. Start 10 Uhr am 23.11.2024 Ziel nach 42,195 km. Dauer? Keine Ahnung. Niemand von uns wusste was da auf mich zukam. Also außer ein Marathon natürlich. Der Vorabend wurde etwas länger, aber gesittet. Ich ging voller Vorfreude ins Bett und konnte mich ausschlafen.
Um 07:30 klingelte mein Wecker und ich sprang aus dem Bett. Zähnputzen, duschen, anziehen und ab zum Frühstück. Die erste Frage was frühstücke ich? Im Hotel schaue ich was sie anbieten und entscheide dann spontan. Dieses Mal wurde es ein Kornspitz mit Käse und eine kleine Schüssel Birchermüsli. 2 Kaffee und ein Glas Wasser. Ich nahm mein Frühstück ziemlich genau 2 Stunden vor dem Marathon ein. Nach meinem Frühstück zog ich mir mein Laufgewand an und ging zur Rezeption um mit dem Rest der Truppe zum Kongress zu fahren. Kurze Zeit später waren wir schon am Messestand. Ich begutachtete alles, organisierte mir ein Wasser. Das Laufband wurde mit Müsliriegel und Flüssigzucker bestückt. Ich nahm das Laufband in Betrieb und stellte es vorab ein. Dann entschied ich mich für mein Starttempo und wartete, dass es 10 Uhr wird.
Die erste Hälfte
Um Punkt 10 Uhr startete mein Laufband Marathon. Die nächsten Stunden würde ich mich trotz Bewegung nicht vom Fleck bewegen. Schnell bemerkte ich die trockene Luft in der Messehalle. Mein Hals begann zu kratzen und meine Nase zu jucken. Ich konnte ca. 2 Stunden mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h laufen. Doch ich bemerkte schon, dass ich mich gerade abschieße. Glücklicherweise kam Sabine auf mich zu und sah meine Zuckerwerte, meine Kohlenhydratmenge und meine Farbe im Gesicht. Sie erkundigte sich nach meinen Vitalwerten und bat mich vom Gas zu gehen. Es dauerte ein wenig, bis ich nachgab und bremste. Mit dem langsameren Tempo ging es mir besser, aber noch weit weg von gut. Das war nicht das letzte Mal, dass ich das Tempo reduzieren sollte. Nach etwas mehr als 2 Stunden hatte ich die halbe Distanz hinter mir. Ich begann einen Kampf mit mir selbst und gegen den Laufband Marathon.
Die zweite Hälfte
Auf der zweiten Hälfte denke ich mir immer: „Ab jetzt wird es kürzer. Nur mehr einen Halbmarathon, dann bin ich fertig.“ Fertig war ich definitiv. Nur schon lange bevor das Ziel in der Nähe war. Nach 25 km machten sich meine Knie bemerkbar. Bisher lief ich nur am Vor- bzw. Mittelfuß. Auf Grund der Knieprobleme änderte ich dann meinen Laufstil auf vollflächig. Das entlastete meine Knie, führte aber meine Waden an die Grenzen der Belastbarkeit. „Toll, von der Traufe in den Regen“, dachte ich mir. Ich reduzierte die Geschwindigkeit weiter und war jetzt bei 6 km/h. Ich musste gehen. Das erste Mal seit langem, dass ich bei einem Marathon wieder gehen musste. Meinen Stolz musste ich runterschlucken. Meinen Ehrgeiz neu kalibrieren. Marathon schaffen war das neue Ziel. Ich bin sicher eine Stunde nur spaziert und nicht gelaufen. Wirklich harte Arbeit für mich.
Die Verlängerung
Zwischen 30 und 38 km konnte ich nur gehen. An Laufen konnte ich nicht mal denken. Irgendwie ins Ziel retten war meine Devise. Bei 35 km fiel mir ein, dass mir Salz fehlen könnte. Also verlangte ich nach Salz. Ein Teelöffel voll Salz direkt ins Kleinhirn. Als wäre der Laufband Marathon nicht schon brutal genug, muss es auch noch das sein. Ekelig so eine Ladung und selbst noch mit viel Wasser schrecklich runterzuwürgen. Nach 38 km steigerte ich die Geschwindigkeit ein wenig, bevor ich sie ab 39 km wieder auf 8 km/h schraubte und fertig lief. Bei 42,2 km ließ Dirk den Sektkorken knallen und es folgte Applaus von den Anwesenden Besuchern. Ich bekam sofort ein Gläschen Sekt und unmittelbar danach ein kaltes Bier und eine Schnitzelsemmel. Was soll ich sagen, ich habe einen gewissen Ruf erarbeitet.
Der Blutzuckerverlauf
Dieses Mal möchte ich euch auch meinen Blutzuckerverlauf zeigen. Ich hatte gegen 8 Uhr mein Frühstück und bin gegen 10 Uhr losgelaufen. Mein Frühstück nahm ich mit einem reduzierten Bolus ein. Das bedeutet, ich habe nicht so viel Insulin gespritzt, wie ich Kohlenhydrate gegessen habe. Das ist so kurz vorm Sport bei mir wichtig.
Den Ease-Off Modus startete ich Sekunden vor meinem Laufstart. Erkenntlich am gelben Balken. Ich habe meine gesamten Kohlenhydrate während des Laufs und auch danach aufgezeichnet. In der Legende zum Screenshot erfährst du mehr. Eine Stunde bevor ich mit dem Lauf fertig war, beendete ich den Ease-Off Modus. Damit vermeide ich generell extreme Anstiege nach meinen Läufen. Der Blutzucker verlief währenddessen und danach zu meiner Zufriedenheit. Damit wäre bewiesen, dass ich einen Marathon am Laufband während eines Kongresses laufen kann und auch, dass das Insulinpumpensystem bestens dafür geeignet ist.

Blaue Linie = Basis Insulinversorgung Punktierte Linie = Zuckerwerte Gelber Balken = Ease-Off (Insulinreduzierung) Grauer Balken = Zielbereich (70 mg/dl – 180 mg/dl) Graue Kästchen mit grauen Zahlen = Kohlenhydratmenge Graue Kästchen mit blauen Zahlen = Bolus Insulin
Fazit
Mein Fazit zu diesem Laufband Marathon ist, dass ich wieder mal erfahren durfte, wie hart ein Marathon sein kann. Das hatte ich schon vergessen, weil es für mich schon eine Art Routine ist. Die Kombination aus Luftqualität, am Laufband zu laufen und sich dabei noch zu unterhalten ist nochmal eine andere Liga. Ich war an meinen Grenzen und ich kann mir gut vorstellen, dass das so mancher der mich gesehen hat auch erkannt hat. Währenddessen hat es mir weniger Spaß gemacht. Jetzt wo alles vorbei ist, bin ich froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Wird es eine Wiederholung geben? Ich weiß es nicht. Sag niemals nie, aber ich würde es eher als unwahrscheinlich einstufen. Einen Marathon wohl kaum, kürzere Distanzen für wissenschaftliche oder werbetechnische Zwecke schon.
Was bleibt ist die Top Erkenntnis, dass das mylife Loop System zuverlässig, solide und einfach arbeitet. Es hat großartige Leistungen vollbracht. Ich konnte beweisen, dass mit dem richtigen System, meiner Erfahrung und ausreichend Training so eine Aktion möglich ist. Gelaufen bin ich seitdem nicht mehr, aber Krafttraining und spazieren ist möglich.
Die Infos zum Insulinpumpensystem und mehr findest du übrigens hier.
Der Blick in die Glaskugel
Die nächsten Läufe sind schon gebucht beziehungsweise noch in Planung. So viel steht aber schon mal fest das nächste Jahr wird spannend. Ein paar bereits bekannte Läufe und ein paar neue Läufe sind dabei. Und ein ganz großes Hauptevent wird es geben. Dazu schreibe ich dann aber einen eigenen Beitrag, wenn es so weit ist. Ob es wieder ein Laufband Marathon wird? Eher nicht. Dafür was anderes auf das ich mich schon freue. Also sei gespannt, was es noch so geben wird.
Und wie sieht es bei dir aus? Hast du schon Pläne fürs nächste Jahr?