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Austria Extreme Triathlon

Austria Extreme Triathlon

Was ein Triathlon ist, wissen sehr viele Personen. Was der Austria Extreme Triathlon (Website, Instagram) ist, schon nicht mehr so viele. Zu den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen kommen noch ein paar „Kleinigkeiten“ dazu. Schwimmen in einem Fluss. Zwar im Staubereich dennoch gibt es eine Strömung. Beim Radfahren und Laufen darf man dann noch ein paar Höhenmeter naschen. Und weil das noch nicht genug ist, liegt der Start und das Ziel ca. 220 km auseinander. Verrückt? Extrem!

Warum kein normaler Triathlon?

Ich finde einen normalen Triathlon einfach nur langweilig. Bitte nicht falsch verstehen. Die sportliche Leistung jedes Athleten ist beeindruckend. Aber mit tausenden anderen ins Wasser zu springen und sich im Wasser zu prügeln interessiert mich nicht. Ich habe nicht den Anspruch zu gewinnen oder besser zu sein als jemand anders. Ich will mein Bestes geben und Spaß haben. Außerdem bin ich bereits bei so vielen Wettbewerben am Start gestanden, dass ich diese Massenstarts nicht cool finde. Es ist einfach irre viel los und Stress pur. Es kommt mir immer ein wenig vor wie eine Prüfung und alle haben Angst nicht genug gelernt zu haben. Dabei sollte es ganz anders sein. Man sollte sich freuen, dass es endlich losgeht und man das tun kann, worauf man sich Monate vorbereitet hat. Der Austria Extreme Triathlon ist familiärer als ein Massenevent dafür aber um eine Spur anstrengender.

Und das ist der Grund, warum ich das machen möchte. Ich war als Supporter dabei, ich durfte die Staffel absolvieren und dann fehlt logischerweise der Einzelstart. Mittlerweile müsste auch jeder mitbekommen haben, dass ich es gerne ans Limit treibe. Mir macht es Spaß meine Grenzen immer wieder aufs Neue kennenzulernen und zu verschieben. Ich finde es beeindruckend wie viel möglich ist und was ich leisten kann. Wird es eine Challenge? Mit Sicherheit. Werde ich fluchen und mich im Training fragen, warum ich mir das angetan habe? Absolut. Wird es Spaß machen? Logisch. Vielleicht nicht immer, aber meistens. Werde ich es schaffen? Das ist mein Ziel. Es geht mir um keine bestimmte Zeit oder Platzierung. Alles egal. Durchkommen, Spaß haben und genießen. Mit Beständigkeit und meinem eisernen Willen zieh ich das durch. Erst das Training und dann den Triathlon. Aus Erfahrung weiß ich, dass das Training eh härter ist! 😉

Die Hürden

Diabetes

Erste Hürde und an die habe ich gar nicht so gedacht. Diabetes. Wie mach ich das beim Schwimmen? Mit Pumpe und Handy im Neopren? Ohne Pumpe und Handy im Blindflug? Gebe ich mein Handy jemanden im Boot und hoffe darauf, dass das Boot bei mir bleibt? Sollte ich dazwischen etwas essen/ trinken oder wird es auch ohne gehen. Was könnte passieren, wenn ich meine Sachen mitnehme und sie kaputt werden? Oder ich nehme es nicht mit und es passiert deswegen etwas. Dann ist das Rennen zu Ende bevor es begonnen hat. Wie wird es am Rad und beim Laufen dann laufen? Wie viel Kohlenhydrate muss ich aus Diabetessicht konsumieren und wie viel, um nicht auszubrennen. Wen fordert es mehr. Mein Equipment oder mich?

Mein Diabetesmanagement werde ich mit Othmar Moser auf der Diabetes & Sportambulanz am LKH Graz in Angriff nehmen. Othmar kenne ich seit meiner Diagnose Diabetes. Ich war in unzähligen seiner Studien und durfte schon viel lernen. Gemeinsam werden wir eine Strategie fürs Training und dann Tag X aufstellen. Seine Erfahrung & Fähigkeiten und mein Selbstvertrauen ist eine Mischung, die mich sicher ans Ziel bringen wird. Ich freue mich jetzt schon auf die Gespräche, die Auswertungen und dann auf das gemeinsame Glas Sauvignon Blanc nach dem Triathlon.

Schwimmen

Als Kind bin ich viel und sogar ganz gut geschwommen. Irgendwann wars dann aber vorbei und ich habe das nicht weiterverfolgt. Das darf ich nun wieder ganz neu lernen. Also eigentlich die Technik im Kraulen. Schwimmen kann ich noch immer. Und tauchen wie ein Stein. Das wars dann schon. Mit Ana habe ich eine fantastische Trainerin gefunden und sie wird mir das schon beibringen. Außerdem habe ich dann eh 2:15 Stunden Zeit, um die Strömung der Mur zu genießen. Ich habe also den leichteren Teil erwischt. Lernen wie es geht, üben, üben, üben und dann einfach ins Wasser steigen, tief durchatmen, alles, was ich gelernt habe, vergessen und ums Überleben kämpfen. Klingt machbar, oder?

Radfahren & Laufen

Beim Radfahren und Laufen schaut die Sache anders aus. Da benötigt es wenig technisches Verständnis. Hier sind „nur“ die Distanz und die Höhenmeter eine Hürde. Es ist dann doch ein ganz schönes Stückchen von Graz zum Dachstein. Und darauf freue ich mich am meisten. Ich stell mir vor wie schön es ist bei perfektem Wetter einmal quer durch die Steiermark zu radeln und dann zu laufen. Dazwischen gibt es kohlenhydrathaltige Snacks, schöne Aussicht und jede Menge Spaß. Bestimmt wird es auch super anstrengend. Aber wen juckts. Es macht jeder Teilnehmer freiwillig. Und alleine ist auch niemand.

Alles gute Fragen die ich mir erst seit kurzem stelle. Bis zum 20.06.2026 sollte ich dann die Antworten haben. Bedeutet für mich ich habe nun etwas mehr als 8 Monate Zeit um es auszuprobieren und dann einfach zu machen.

Die Unterstützung

Triathlon Trainingsplanung

Ohne Unterstützung wäre so ein Projekt binnen 8 Monate zu stemmen nicht möglich. Ok für mich kann niemand anderes trainieren, Technik lernen und dranbleiben. Es kann mir auch niemand die mentalen Fähigkeiten einfach so geben, dass ich genug Biss habe es durchzuziehen. Daher habe ich mich entschieden Sportmed Graz zu bitten meine Trainingssteuerung zu übernehmen. Ich habe bisher sehr gute Erfahrungen mit Chris und Ana gemacht. Sie haben den schweren Part sich das Training zu überlegen, wie sie mich bis Juni so fit bekommen, dass ich es wie einen Spaziergang im Park wirken lasse. Ich brauch dann auch nur mehr trainieren. Mein Lieblingspart bei solchen Projekten. Einfach das Umsetzen was mir die Profis sagen.

mylife Diabetescare

Wie auch schon beim Transalpine Run werde ich beim Austria Extreme Triathlon von mylife unterstützt. Nicht nur mit dem AID-System (Insulinpumpe, Sensor, App), sondern auch von vielen sehr freundlichen Mitarbeitern, die wie ich gut gelaunt sind und wissen, was alles möglich ist. Gemeinsam möchten wir zeigen, dass Diabetes auch eine Motivation sein kann. Eine Motivation erst recht das zu tun, was ich machen möchte. Nicht nur mir selbst sondern auch anderen zeigen kann, dass Vieles möglich ist. Und das finde ich ist eine schöne Sache. Seitdem ich das mylife System benutze, habe ich festgestellt, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Ich glaube da geht noch mehr und wir werden sicher noch einige gemeinsame Projekte gemeinsam machen. Schon mal danke für alles was bisher war und was noch kommen wird.

Der Supporter

Ganz besonders freut es mich, dass mich Marko begleiten wird. Das freut mich auch deswegen, weil wir schon gemeinsam einen Marathon in Sevilla gelaufen sind und ich ihn da begleiten und unterstützen durfte. Dieses Mal drehen wir den Spieß um und er darf sich um mich kümmern. Das ist das schöne am Sport. Er verbindet Menschen miteinander und lässt Freundschaften entstehen. Und schon mal entschuldige Marko, wenn ich zwischendurch fluche. Ich bin mir fast sicher, dass das passieren wird 😉

Los gehts

Ich freue mich auf dieses Abenteuer. Auf das Training, das Blutzuckermanagement, die Herausforderung alles unter einen Hut zu bekommen und und und. Am besten du folgst mir auf Instagram und begleitest meine Reise vom Schwimmen wie ein Stein über Radeln wie Lance Amstrong und Laufen wie Speedy Gonzales. Wenn du was wissen möchtest oder Tipps hast, dann rein damit in die Kommentare. Ich freue mich auch über Likes oder wenn der Beitrag geteilt wird. Bis bald 🙂

Ist mit Diabetes wirklich alles möglich?

Ist mit Diabetes wirklich alles möglich?

Die Frage ist berechtigt. Vor allem habe ich sie mir vor fast 10 Jahren auch schon gestellt. Was ich in der Zwischenzeit schon alles erlebt habe, möchte ich hier mitteilen. Zumindest einen Teil davon.

Unmögliche Dinge mit Diabetes

Als Neuling mit Diabetes wurde ich wirklich oft mit Sachen konfrontiert, die ich vermeintlich nicht mehr darf. Irgendwie wussten alle besser Bescheid als ich, hatten aber genau keine Ahnung. Ich kann nicht mehr Sport treiben, ich könnte unterzuckern umkippen und sterben. Ich darf keine Torte mehr essen, ich könnte umkippen und sterben. Ich darf dieses und jenes nicht mehr… genau, ich könnte umkippen und sterben. Tja da war ich dann mal vorsichtig. So ungefähr 3 Minuten. Das war die Zeit, die ich vom Arzt zu meinem Rad benötigt habe, um zurück ins Büro zu kommen. Dann futterte ich nochmal ordentlich rein und begab mich etwas später ins Krankenhaus (Kurzversion überspitzt dargestellt). Dort wurde mit den Einschulungen gestartet und wenige Tage später durfte ich heim. Alles, was ich aus dem Krankenhaus mitgenommen habe, war. Zwei Wochen nach der Diagnose einen Halbmarathon zu laufen ist möglich, aber nicht sinnvoll.

Was ist dann nicht möglich mit Diabetes? Ich bin so frei eine sicher nicht vollständige Liste zu erstellen was unmöglich ist mit Diabetes. Wenn du Lust hast, kannst du in den Kommentaren gerne deine unmöglichen Diabetesthemen ergänzen. Ich würde mich freuen.

Liste der Unmöglichkeiten

  • Steine essen, konnte ich schon ohne Diabetes nicht. Also nichts neues.
  • Unter Wasser atmen, konnte ich wenig überraschend auch schon davor nicht. Ich bin nicht Aquaman, oder doch? 😉
  • Fliegen wie ein Vogel. Wahnsinn, dass das nicht geht, oder? Kannst du das?
  • Mit dem Kopf nicht nur sprichwörtlich durch die Wand gehen, sondern tatsächlich. Klappt nicht. Ich habs probiert und es endete in einer Platzwunde. Allerdings segelte ich problemlos durch eine Glastür, ohne mich dabei zu verletzen. Lustige Geschichte, aber ein anderes Mal vielleicht.
  • Gift schlucken. Habe ich nicht probiert soll könnte aber tödlich enden.
  • Einen Tisch verspeisen, ganz ehrlich wer würde das wollen?
  • Die Elemente beherrschen und manipulieren wie in Filmen.

Ich bin mir sicher diese Liste lässt sich super ergänzen. Also hau deine Unmöglichkeiten mit Diabetes in die Kommentare.

Was aber wirklich unmöglich ist, ist auf Insulin oder andere Medikamente zu verzichten die verordnet werden. Diese sind lebensnotwendig. Wenn ich mein Insulin absetze, die Pumpe entferne dann ist das eines der Dinge, die mein Leben vorzeitig beenden können. Und ehrlicherweise hänge ich an meinem Leben wie an meiner Pumpe. Dann kommen wir zum dem Teil mit, ist mit Diabetes wirklich alles möglich?

Mögliche Dinge mit Diabetes

Tja vielleicht fragst du dich, was ich getan habe als ich erfuhr, dass der Halbmarathon 2 Wochen nach meiner Diagnose nicht möglich ist? Ich habe gefragt, ob der Marathon 3 Monate später dann möglich ist. Die Antwort war: „In drei Monaten wissen Sie über Diabetes besser Bescheid und was sie tun können als wir.“ Fand ich spannend. Beim Autofahren nach 100.000 km hat man im Straßenverkehr fast alles erlebt, was es so gibt. Und dafür habe ich Jahre benötigt. Ich denke mal, der Arzt hat das sportlich betrachtet gekürzt, um mir Mut zu machen. Er hat seinen Part damit ausgezeichnet erfüllt. Mein sportlicher Ehrgeiz war geweckt und ich war drauf und dran mein Diabetesmonster zu zähmen. So sehr, dass ich aufs Trainieren vergas. Das war der erste und einzige Marathon, den ich abgebrochen habe. Nicht des Diabetes wegen, weil ich eine faule Sa* war.

Von da an gings aber so bergauf, dass ich begonnen habe, einfach alles auszuprobieren wo andere sagten das ist unmöglich mit Diabetes. An dieser Stelle möchte ich dich auch gleich bitten die Liste in den Kommentaren zu ergänzen. Ich habe sicher nicht alles ausprobiert, was mit Diabetes möglich ist. Aber das ist meine Liste von Dingen, die ich probiert habe oder von denen ich weiß, dass sie möglich sind.

Liste der Möglichkeiten

Um ehrlich zu sein gibt es glaube ich nur sehr wenig, was mit Diabetes nicht funktioniert. Also könnte ich die Liste kurzhalten und schreiben, mit Diabetes ist alles möglich! Weil ich aber eine Liste versprochen habe, folgt sie nun.

  • Einen Marathon laufen, das sind 42,195 km.
  • 2 Marathons in 7 Tagen laufen.
  • 4 Marathons in vier Wochen laufen, ja ich habs gemacht. Im gleichen Jahr wie das mit den 2 Marathons in 7 Tagen.
  • Einen Ultramarathon laufen, die beginnen bei 50 km und mehr.
  • Mehr als 75 km laufen.
  • 9 Marathons in 9 aufeinander folgenden Tagen laufen.
  • 10 Cordon Bleus in 10 aufeinander folgenden Tagen essen.
  • Einen Marathon als Maskottchen laufen, habe ich Maskottathon genannt.
  • Oma sagen, dass ich Gurken und Tomaten nicht mehr essen darf. Ich mag sie nicht, aber Oma merkt sich das nicht und damit habe ich das Problem gelöst.
  • Party machen als gäbe es kein morgen.
  • Sex, Drugs & Diabetes
  • (Männer)Grippe überleben.
  • Jede Menge Blödsinn erzählen.
  • Ausgesprochen süß sein. Sogar messbar anhand von Sensorwerten.
  • Und noch viel mehr.

Und nochmal weise ich darauf hin, erweitere die Liste und poste deine Liste der (Un)Möglichkeiten doch in die Kommentare. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Heute lass ich es mal kürzer sein. Die Liste(n) werden bestimmt lange genug. Wie immer freue ich mich über Likes, Kommentare oder wenn der Beitrag geteilt wird 🙂 Nehmen gemeinsam Diabetes ein wenig den Schrecken, zähmen das Diabetesmonster und zeigen allen in der großen weiten Welt das mit Diabetes alles möglich ist. Denn wenn ich es kann, dann kannst du es schon lange. 🙂

Alles ist möglich, bis seine Unmöglichkeit bewiesen wurde.

Pearl S. Buck

Run 30 Rome the Marathon

Run 30 Rome the Marathon

Run 30 Rome the Marathon hieß es dieses Wochenende am 16.03.2025. Wie schon im Vorjahr sind wir auch dieses Jahr gekommen um den Marathon zu rocken. Doch es kam dann ein wenig anders als geplant.

Die Vorbereitung

Meine Vorbereitung hat schon vor unserer Rom Reise mit einer Dienstreise nach Frankreich(Lyon) begonnen. Und meine Vorbereitung war generell suboptimal. Beginnend mit dem Sevilla Marathon bei dem der Erfolg des ersten Marathons von Marko ordentlich begossen wurde, waren die Wochen davor eher von Party als von Disziplin geprägt. Auf meiner Dienstreise hielt ich mich auch nicht mit ausgelassener Stimmung und einer nicht Marathon tauglichen Ernährung zurück. Wie das so ist, irgendwann bekommt jeder die Rechnung präsentiert.

In Rom angekommen wurde ich nicht nur von meinen Reisebuddies freundlich in Empfang genommen, wir haben auch sofort auf die Reise angestoßen. Nach ein bisschen Sightseeing begleitet von regelmäßigen Trinkpausen gingen wir zum Abendessen und ließen den ersten Abend noch eskalieren.

Der Tag vor dem Marathon war zwar gemütlicher was das Feiern anbelangt aber ideal ist anders. Die Stimmung war gut und so manch einer war auch nervös vor seinem ersten Marathon. Bereits beim Abendessen verspürte ich Schmerzen in meinen Knie und Sprunggelenken. Diese Schmerzen wurden in der Nacht fast unerträglich. Nach der nächtlichen Gabe von Seractil wurde es etwas besser. Mein Schlaf war nicht sehr erholsam. Wie dem auch sei, was muss das muss und so ging es an den Start. Rechtzeitig davor stellte sich noch Bauchweh ein. Bis auf 1-2 Ausnahmen waren aber alle topfit und nur etwas mehr oder weniger nervös.

Der Marathon

Der Marathon selbst ist dann wie immer ein Erlebnis. Dieses Mal war es eine Überraschungsei. Ich wusste nicht was passieren wird und ob ich nicht doch aufgeben muss. Doch dann fiel der Startschuss und es ging los. Motiviert und voller Adrenalin waren bei mir erstmal keine Schmerzen zu spüren. Das Bauchweh wurde allerdings schlimmer. Bei allen anderen lief es gut. Keine Beschwerden.

Nach ein paar Kilometern trennte sich unsere Gruppe in Anna Lena als flotte Läuferin und erkundete die Strecke. Manuel, Arnold, Michi, Sebi und ich räumten das Feld von hinten auf. Für Anna Lena und Sebi war es der erste Marathon. Somit war das Ziel für beide klar. Durchkommen und Spaß haben. Was bei Anna Lena gut funktionierte stellte sich bei Sebi als schwereres Unterfangen dar. Seine Vorbereitung war gut und er war bereit. Ein Marathon schreibt allerdings seine eigenen Regeln.

Anna Lena

Anna Lena hat sich am Donnerstag vor dem Marathon spontan dazu entschieden mit nach Rom zu kommen und den Marathon zu laufen. Bis 21,1 km ist sie bisher gelaufen. Gezielt trainiert hat sie für den Marathon aber nicht. Also ebenso ein Überraschungsei für sie. Es ging ihr sehr gut und sie kam gleich in den Flow der sie durch Rom trug. Ab km 24 wurde sie durch Manu unterstützt der die Gruppe der Nachzügler dafür verlassen musste. Bis km 30 problemlos dann musste sie ein wenig spazieren. Bis auf so Kleinigkeiten rockte sie den Marathon und kam gut und happy ins Ziel. Zwar mit einigen Blasen an den Beinen, aber glücklich und gesund.

Sebi

Bei Sebi war es etwas anders. Er bekam relativ früh im Rennen Kopfweh. Der Versuch mit Seractil das Problem zu lösen war vergebens. Leider war es für ihn zwischendurch so heftig, dass wir von einem Run auf einen Powerwalk umstellten. Mit gutem Zuspruch unsererseits und blöden Witzen hat er Biss bewiesen und den Marathon fertig gemacht. Auch wenn er seine gewünschte Zielzeit versäumt hat, hat er seinen ersten Marathon erledigt und ist bereit für mehr. Der nächste wird kommen. Und er wird ihn wieder meistern.

Der Rest von uns

Beim Rest von uns bleibt nur mehr zu sagen, dass es alle geschafft haben. Für Manu der voriges Jahr seinen ersten Marathon hier in Rom gemacht hat war es schön zurück zukommen und andere Runningbuddys zu supporten. Er hatte einen fetten Dauergrinser und hat den Marathon mit Leichtigkeit gemeistert.

Per Arnold war es bereits auch der dritte Marathon. Er meinte zwar, dass die Dauer anstrengend ist aber ansonsten ging es ihm gut. Dasselbe kann man von Michi sagen. Er lief auch vor einem Jahr in Rom seinen erste. Marathon. Seine Vorbereitung war wie meine suboptimal was sicher an mir liegt.

Für mich war es wohl einer der blöderen Marathons. Die Gelenksschmerzen kamen und gingen wieder und waren zwischendurch äußerst unangenehm. Mein Bauchweh war ständiger Begleiter und gipfelte in Durchfall. Auch etwas was sich niemand wünscht beim Marathon. Egal, Erfahrung gesammelt, Arzttermin ausgemacht und weiter geht’s. Trotz den widrigen Bedingungen für mich war mein Blutzucker stabil und ziemlich perfekt sogar. Für einen Marathon der eigentlich beschissen lief bin ich damit sehr zufrieden.

Die Marathon Eindrücke

Bei einem Marathon gibt es viel zu sehen. Besonders in Rom der ewigen Stadt. So viele Sehenswürdigkeiten an denen man vorbeiläuft. So viele Zuseher die einen anfeuern. So viel Wasser, Obst und Kekse die es gibt. Doch genau so viele Dixi Klos die man nicht sehen will aber dennoch sehen muss. Bei so manchem Heisl war ich ekelig überrascht dennoch beeindruckt. Und zwar beeindruckt davon wie weit man die Schüssel verfehlen kann. Wie bunt so ein Haufen sein kann. Wie viel Spannung man in den Oberschenkel aufbauen und halten kann um nichts zu berühren und sich einzusauen. Das man schnell mal bei einem Mc Donalds aufs Klo geht oder eine öffentliche Toilette besucht um etwas Komfort und Hygiene zu erhalten. Eine Erfahrung die sich einige von uns sicher gerne gespart hätten.

Alles in allem war es ein gelungener Lauf. Wie es aussieht nehmen wir ihn fix in den Laufkalender auf und werden sicher wieder mal vorbeikommen.

Die Nachbereitung

Bei unseren beiden Marathonjungfrauen sieht man die Spuren des Gladiatorenkampfes beim Marathon. Das Gangbild ist noch etwas instabil und etwas langsam. Die eine oder andere blutige Blase schmerzt beim Gehen. Vom Muskelkater brauchen wir gar nicht zu sprechen. Dennoch haben sie ein Lächeln im Gesicht und man sieht es ihnen an. Es war geil dabei zu sein und es geschafft zu haben. Sie haben es gerockt. Wer weiß wie viele Marathons noch von ihnen absolviert werden. Ich glaube nicht, dass es der letzte war. Ich freue mich auf viele weitere.

Möchtest du auch mal in Rom oder generell einen Marathon laufen? Lass doch ein Like oder Kommentar hier. Gerne kannst du den Beitrag auch teilen wenn er dir gefallen hat.

Ice Cross Downhill

Ice Cross Downhill

WAS IST ICE CROSS DOWNHILL?

Der schnellste Sport auf Skates

Die Grundlagen

  • Vier Athleten starten gemeinsam auf ein Signal
  • Es gilt eine vereiste Strecke bergab mit diversen Hindernissen zu überwinden
  • Die beiden schnelleren kommen weiter in die nächste Runde
  • Absichtlicher Körperkontakt (Bodychecks, Zurückhalten) ist verboten

(Quelle: https://ice-cross.at/)

Damit wären mal die Grundlagen erklärt. Jetzt möchte ich euch erklären, warum ich dazu einen Beitrag schreibe.

Wie bin ich dazu gekommen?

Früher war Ice Cross Downhill auch unter Red Bull Crashed Ice bekannt und wurde im Fernsehen übertragen. Wie schon erwähnt stürzen sich dabei 4 Athleten auf Eishockey Schuhen einen Eishockey Kanal hinunter. Sie dürfen sich nicht checken, zurückhalten oder anders absichtlich foulen. Sie fahren in mehreren Läufen so lange bis ein Gesamtsieger feststeht. Als ich das das erste Mal gesehen hatte, dachte ich mir, da will ich mitmachen. Leider musste man sich damals noch dafür qualifizieren. Und dazu fehlte mir das Können. Nach einiger Zeit gab es aber ATSX-Bewerbe, an denen jeder teilnehmen konnte, der sich das zugetraut hat. Und das war mein Moment. Ich meldete mich sofort an, buchte eine Unterkunft und reservierte den Termin in meinem Kalender. Ich konnte den Tag kaum erwarten das endlich auszuprobieren.

Als es dann so weit war, wurde ich ein wenig nervös. Immerhin fahren die Profis mit über 60 km/h eine Eis Piste/Kanal hinunter. Wenn man zu Sturz kommt, kann es schmerzhaft werden. Ich zog meine Eishockeyausrüstung an, band meine Schuhe fest zu und ging zum Tellerlift. Es war so viel Schnee, dass wir Athleten bedenkenlos mit unseren Kufen im Schnee fahren und vom Lift bergauf gezogen werden konnten. So wurde nichts kaputt und der Aufstieg war weniger anstrengend. Oben angekommen stand ich im Startbereich und blickte in Richtung Ziel…

Mein Auftritt beim Ice Cross Downhill

Bei der ersten Abfahrt im Ice Cross Downhill war ich sehr verhalten. Ich habe viel gebremst. Die Strecke und die Geschwindigkeit kennenzulernen war wichtig. Erste Abfahrt ohne springen. Ab der zweiten habe ich mir schon mehr zugetraut und dann wurde es immer besser. Jeder musste sich qualifizieren, um weiterzukommen. An dieser Stelle sei gesagt, ich war überraschend weit weg von der Weltspitze. Allein beim Start wurden mir einige Meter abgenommen. Bei den Sprüngen, wo ich durch die Luft gewirbelt wurde, blieben die Profis nahe am Eis und konnten weiter Speed aufbauen. Am Ende war ich ca. 20-30 Sekunden nach den Profis im Ziel. Und dass bei einer Fahrzeit von gerade mal 30 Sekunden. Deutlicher Unterschied also. Aber es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Für mich war es 3 Jahre lang eine sensationelle Erfahrung, danach beendete ich meine Karriere und wechselte zurück ins Publikum. Das Video von 2015 gibts hier!

Die Profis im Ice Cross Downhill

Was die wenigstens wissen, wir haben sogar Weltmeister in dieser Sportart. Und die kommen aus Graz Umgebung. Marco Dallago war 2014 Weltmeister und Veronika Windisch 2020/21. Wenn man ihnen auf den Instagram Kanälen folgt, kann man erahnen, was in diesem Sport möglich ist. Ich habe sie euch natürlich verlinkt. Ich bin immer wieder beeindruckt was sie und alle anderen Athleten draufhaben.

Marco Dallago

Wie bist du dazu gekommen?
Ich habe das wie ich so 13 war einmal bei Zeit im Bild gesehen. Am Ende, wo sie manchmal so kuriose Sachen zeigen.
Das hat mich voll fasziniert. Danach hab ich es 10 Jahfre nicht gesehen und wie dann 2010 zum ersten Mal so eine WM gemacht worden ist, hab ich mich gleich erkundigt wie man da mitmachen kann.

Warum hast du mitgemacht?
Ich hab das gesehen und gewusst, dass ich das machen will. Es ist mir nicht mehr aus dem Schädl gegangen könnte man sagen haha.

Was waren deine größten Erfolge?
2014 bin ich Weltmeister und Teamweltmeister mit meinem Bruder gewesen.

Was sind deine nächsten Ziele?
Aus aktiver Sportlicher sicht nichts mehr. Ich bin immer mehr auf der Organisatorischen Seite und will helfen den Sport wieder groß zu machen.

Und wie verrückt muss man sein um das zu machen?
Wenn ich mir die ganzen Leute so anschaue, die das machen, würde ich sagen: ziemlich 🙂

Veronika Windisch

Wie bist du dazu gekommen?
Ich habe nach den Olympischen Spielen Marco kennengelernt und er meinte, wenn ich eh Eislaufen kann und kein Short Track mehr mache… kann ich ja das Probieren.

Warum hast du mitgemacht?
Dann habe ich in Wagrain mitgemacht und eigentlich nur gedacht ich sei völlig fehl am Platz
Das Rennen selbst war aber so eine coole Veranstaltung, dass ich es dennoch mit den Gedanken: das Coolste, was ich je gemacht habe, verlassen habe und so bin ich da reingerutscht.

Was waren deine größten Erfolge?
Short Track
(Eisschnelllauf)
2 Olympiateilnahmen
Vizeeuropameisterin
Europacup Siegerin
Weltcup Medaillen
Radsport
Österr Meisterin Kriterium und Bahnrad
Obstacle Run (Hindernislauf)
2x österreichische Meisterin
Inline Skaten
Österreichische Meisterin Bahn und Strasser
Ice Cross
3x Weltmeisterin 😉
20/21 dann war Corona 22/23 23/24

Was sind deine nächsten Ziele?
Ziel ist mal in Winterleiten eine gute Leistung zu zeigen. Bin zur Zeit leider krank.

Und wie verrückt muss man sein um das zu machen?
Man muss schon eine Schraube locker haben- aber jeder der das einmal macht, weiß dann warum.

Der erste Para Eishockey Teilnehmer im Ice Cross Downhill

Was Para Eishockey ist, habe ich schon erklärt. Wer das versäumt hat, kann es nochmal hier nachlesen. Mein Bruder spielt ja seit Jahren Para Eishockey. Michi hatte die Chance sein Können auch am Trainingsstandort in Winterleiten auszuprobieren. Somit ist er die erste Person weltweit, zumindest soweit wir wissen, die das gemacht hat. Er hat sich in seinen Schlitten gesetzt und ist die Strecke hinuntergerast. Dazu möchte ich euch seine Erfahrung dazu teilen. Das Video zu seinem Training kannst du auf Instagram anschauen.

Michis Fazit

Das Spezielle war die Ungewissheit wie die Eisqualität und wie ruppig die Strecke dadurch ist. Ob der Schlitten gut zu kontrollieren ist und wie schnell es wird. Nach zwei Abfahrten mit Sicherung folgte die erste ohne. Hier konnte ich den Schlitten laufen lassen und die Strecke noch besser kennenlernen.
Ich war selbst überrascht, dass der Schlitten gut zu kontrollieren und sehr wenig Hand-Eis-Kontakt nötig war, um die Kurven zu fahren und abzubremsen.
Alles in allem war es superlustig und hat riesig Spaß gemacht. Ich war selbst etwas überrascht, wie gut ich mit der Rumpfmuskukatur den Schlitten kontrollieren konnte und wie gut die Wellen und Sprünge auszugleichen waren.
Das Speziellste für mich war aber der Erste zu sein, der sich mit einem Para Eishockey Schlitten so eine Eispiste „runtergehaut“ hat.

Ein besonderes Highlight am Rande war der Weg zum Start, einbeinig mit Krücken über die eisige Naturrodelbahn, die Bande und dann durch den verschneiten Wald bei Mondlicht!

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Möglichkeit das auszuprobieren und die Unterstützung auf und abseits der Strecke

Kann jeder Ice Cross Downhill ausprobieren?

Grundsätzlich kann man sagen ja, aber …

  • Es ist nur erlaubt, wenn die Strecke offen ist und es Trainings gibt. Diese muss man über die Homepage buchen.
  • Während der Trainings kann man so oft runterfahren, wie es sich ausgeht
  • Die Kontaktinfos findest du hier.
  • Es gibt eine Pflichtausrüstung (findest du unterhalb der Kontaktinfos)

Wenn du diese Sachen beherzigst, dann steht deinem Vergnügen nichts im Wege. 🙂

Du möchtest nicht selbst fahren aber trotzdem helfen den Sport bekannter zu machen?
Dann unterstütze sie einfach. Die Infos dazu findest du hier.

Kann man bei den Trainings zuschauen oder gibt es eine Möglichkeit die Action live zu sehen?
Logisch geht das, einfach schauen, wann Trainings stattfinden und hinfahren. Am besten schaust du aber in die Kontaktinfos und fragst nach ob auch viele Athleten dort sind. Das Highlight wird die Veranstaltung am 07.02.2025 und am 08.02.2025 sein. Die Infos dazu findest du hier. Und das coolste? Bis heute (03.02.2025) 24:00 hast du noch die Möglichkeit dich zu registrieren und daran teilzunehmen. Wenn du nicht teilnehmen willst, schau vorbei. Dann hast du die Chance alles hautnah zu erleben, unterstützt dabei die Community und den rasanten Sport noch bekannter zu machen. Ich wünsche dir schon mal viel Spaß dabei.

Das wars auch schon wieder, ich habe dir alle Infos und Videos mit Links hinterlegt. Du kannst es dir also immer wieder anschauen und genießen. Ich würde mich auch freuen wenn du diesen Beitrag teilst, ein Like da lässt oder mit einem Kommentar unterstützt.

(Die Bilder und die Erklärung von Ice Cross Downhill stammen von https://ice-cross.at/)