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Wings for Life in Schlapfen, …

Wings for Life in Schlapfen, …

Heute möchte ich den Wings for Life Run nochmal aufwärmen und berichten wie es war mit Schlapfen zu laufen und welche Blutzucker Eskapaden es gab. Viel Spaß beim lesen, kommentieren, liken und teilen. 

In Schlapfen laufen

Warum läuft jemand überhaupt in Schlapfen? Um zu beweisen, dass es möglich ist? Weil derjenige einen Sponsor Vertrag mit dem Hersteller der Schlapfen hat? Weil er leicht verrückt ist und auf Schmerzen steht? Ich glaube hier könnten noch einige Fragen mehr stehen, also warum habe ich das gemacht? So ganz genau weiß ich das selber nicht. Ich war am Samstag vor dem Wings for Life Run bei einer Geburtstagsfeier, bei der ich immer wieder gefragt wurde, ob ich schon mal mit den Schlapfen einen Marathon oder ähnliches gelaufen bin. Das habe ich immer wieder verneint und meinte, dass das nicht möglich ist. Zumindest nicht ohne Blasen an den Füßen und vermutlich heftigen Schmerzen. Irgendwie hat mich die Frage dann aber doch beschäftigt. Wenn mich so etwas beschäftigt, dann ziemlich sicher so lange bis ich es probiert habe und weiß, ob es geht oder nicht.

Als ich munter wurde, dachte ich mir so: „Schei* drauf, ich probier es einfach. Geht ja um die Gaude und wenn es nicht mehr geht, hör ich auf.“ Ich schnappte mein Bierflaschenkostüm, packte meine Tasche und nahm erstmal meine Schlapfen in die Hand. Etwas skeptisch betrachtete ich sie und entschied mich einen Riemen mit einer Schnur anzubringen. Allerdings habe ich zuerst einen Sprint ohne Schnur über ca. 20m gemacht, um zu sehen, ob es überhaupt geht. Es fühlte sich ok an. Also nahm ich die Anpassung an den Schlapfen vor und fuhr mit meinem Bruder und Peter zum Red Bull Ring. Dort angekommen, nahmen wir alle ein isotonisches elektrolythaltiges Hopfengetränk zu uns und unterhielten uns wie wir die Schuhe noch stabiler machen könnten. Immerhin waren wir 2 Ingenieure und ein Diplomingenieur. Zwar nicht für das designen von Schuhen, aber im technischen Bereich.

Auf die Plätze, fertig, los …

Um sicher zu gehen, dass alles hält, wurde noch ein Tape angebracht und die Schuhe mit den Socken verbunden. Wir wurden zur Strecke gebeten, weil wir sonst den Start auch noch versäumen würden. Am Start angekommen begrüßten wir noch Arvid Auner und warteten gemeinsam auf den Startschuss. Punkt um 13 Uhr liefen wir los. Mein Bruder Michi, nahm sein Bein in die Hand und absolvierte die Strecken ohne Prothese auf Krücken. Gleich mal eine Steigung zum Aufwärmen. Ein Kaltstart und dann noch bergauf. Arvid meinte so um die 5 Minuten pro Kilometer wird er laufen. Für Peter und mich klang das passend. Die ersten Meter liefen wir gemeinsam. Beim ersten Abstieg am Ring, gingen mit uns aber die Pferde durch und wir beschleunigten auf unter 4:30 min/km. Arvid meinte er grooved sich bei seiner Pace ein und Peter und ich legten einen Zahn zu.

Bergab war unsere schnellste Zeit 3:18 min/km. Was erstaunlich schnell war. Der Grund war aber einfach. Ich musste so schnell laufen damit meine Schlapfen schneller waren als ich und an meinen Beinen blieben. Peter hielt locker mit. Gegenseitig motivierten wir uns und waren gut unterwegs. Beim Start/Zielbereich wurden wir immer wieder angefeuert und uns wurde Bier gereicht. Unser Bierfalschenkostüm wurde gefeiert. Wir wurden von der Menge angetrieben. So beflügelt liefen wir Runde um Runde und das sogar ohne Red Bull zu trinken. Wir flogen über die Strecke sozusagen. Ab und zu wurden wir von einem Cheering Car eingeholt und angefeuert. Generell war die Rückmeldung auf der Strecke und an der Seite sehr gut. Wir wurden für unser Outfit und für meine Schlapfen gefeiert. Wir hatten sichtlich Spaß dabei. Das Rennen lief sehr gut und am Ende konnten wir über 30 km verbuchen.

Wie sehen die Beine aus?

30 km sind schon in normalen Schuhen und mit einer Pace von 4:51 ohne Höhenmeter ganz gut. Wir hatten aber noch knapp 600 Höhenmeter zu laufen. Das ganze in meinen Puntiletten (Schlapfen von Puntigamer) war selbst für mich nochmal beeindruckender. Während des Laufs dachte ich mir, dass ich bestimmt viele Blasen und Druckstellen an den Füßen bekommen werde, aber dem war nicht so. Lediglich eine kleine Blase und 2 Druckstellen am rechten Fuß habe ich bekommen. Ansonsten gar nichts. Muskelkater auf Grund des geänderten Laufstils? Kater kann man das nicht nennen. Es war was zu spüren, aber ich bin über 30. Ich könnte mich auch beim Schlafen ungünstig hingelegt haben 😉 Mein Fazit zum Lauf in Schlapfen? Wozu in teure Laufschuhe investieren, wenn man in Schlapfen laufen kann? 😉 Ne Spaß, es ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Das Training und der Laufstil sollten schon passen.

Würde ich nicht so viel trainieren und nicht so fit sein, hätte ich das nicht gemacht. Ich weiß jetzt, wie es ist in Schlapfen zu laufen. Es war zwar ganz lustig, aber ob ich es nochmal machen werde, weiß ich noch nicht. Die Kommentare zum Outfit mit den Schlapfen war positiv und hat die Leute zum Lachen gebracht. Um mehr ging es mir nicht. Und weil es beim Wings for Life Run geregnet hat, waren die Schuhe sogar die passende Wahl. Wenn sie für die Therme oder für zu Hause geeignet sind, dann funktionieren sie auch auf der Rennstrecke. Meinen Beinen und den Schuhen geht’s gut. Also auf zum nächsten Abenteuer.

Wie wars mit dem Diabetes?

Ganz anders als sonst. Positiv? Negativ? 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Beim Loslaufen warf ich einen letzten Blick auf meinen Blutzucker. Alles stabil, knapp 200 mg/dl. Super Startwert für die nächsten Kilometer. Da wir aber sehr schnell im Flow waren, habe ich gar nicht auf den Zucker geachtet. Es fühlte sich gut an und wir liefen einfach. Erst nach 25 km spürte ich einen beginnenden Hypo. Ich nahm mein Smartphone aus der Tasche und musste feststellen, dass mein Sensor sich abgemeldet hatte. „Keine Sensorwerte, warten Sie bis zu 3 Stunden!“ Stand auf dem Display. Naja, was solls, ich erkenne einen Hypo im Sport. Bei der Verpflegungsstation schnappte ich schnell etwas und wir liefen weiter. Weit würde es sowieso nicht mehr gehen, weil die fahrende Ziellinie bereits knapp hinter uns war. Den nächsten langen Anstieg schafften wir nur mehr zur Hälfte und dann war das Rennen zu Ende. Wir wanderten zurück zum Start und genossen unser Zielbier.

Sensorausfall bei WFL

Sensorwert vs. Körperwahrnehmung

Nach dem Rennen fuhren wir nach Hause. Wir lieferten Peter bei ihm ab und Michi und ich fuhren heim. Daheim angekommen bestellten wir uns was vom Chinesen. Mein Sensor schien wieder zu funktionieren. Die Werte passten zu meiner Wahrnehmung. Nachdem Essen ging ich relativ bald ins Bett. Ich war ziemlich müde. Mein Sensor hatte eine andere Idee für mich. Permanent ging ein Alarm los. „Bald niedriger Wert“ „Bald niedriger Wert, dringend!“ Schlafen war also nicht. Ich organisierte mir ein Twix und ging mit meinen zwei Schokoschnitten zurück ins Bett. 2-3 Bissen und weiterschlafen. Falsch gedacht. Schlafen war nicht möglich. Ich bekam Durst und musste dauernd aufs WC. Sehr nervig. Nach dem 3 Mal trinken und entleeren entschied ich mich blutig meinen Zucker messen zu gehen. Sensorwert 53 mg/dl, blutige Messung 580 mg/dl !!! Heftiger Unterschied. Dann war mir aber klar warum ich mich so mies gefühlt habe.

Sofort kalibrierte ich den Sensor. Keine Chance das zu richten. Ich musste ihn tauschen. Es war eh schon 3 Uhr morgens und ich habe so gut wie nicht geschlafen. Sensortausch. 9,5 Insulineinheiten Korrektur. Nachdem ich nicht schlafen konnte, nahm ich noch ein paar Messungen vor und sah zu wie mein Blutzucker sich wieder in den Normalbereich bewegte. Dann war ich so erleichtert, dass ich doch noch 15 Minuten eingeschlafen bin. Ich bin ein Fan von der Technik im Bereich Diabetes. Was ich aber auch sagen möchte ist, dass es wichtig ist sich nicht zu 100% darauf zu verlassen. Sie kann Fehler haben oder mal ausfallen. Dann muss ich wissen, was ich tun muss bzw. kann und es dementsprechend korrigieren. Mittlerweile läuft alles wieder gut. Mir geht es gut und mein Blutzucker hat sich eingependelt. Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser!

schwarze Punkte = Sensorwerte
rote Punkte = blutig gemessen Werte am durch Fingerstich
blaue Linie = Basis Insulinversorgung
blaue punktierte Linie = programmierte Basis Insulinversorgung
gelber vertikaler Balken = Ease-Off Modus
graue Kästchen mit Werte .. g = konsumierte Kohlenhydrate
blaue Kästchen mit Werten .. IE = abgegebene Insulineinheiten (Bolus oder Korrektur)

Fazit

Mein Fazit vom Wings for Life Run ist dennoch ein positives. Es war sehr lustig mitzulaufen und Kilometer für die zu sammeln die selbst nicht laufen können. Ich weiß nun auch wie es ist in Schlapfen zu laufen. Und nach knapp 10 Jahren Diabetes bin ich froh, dass ich eine geschärfte Wahrnehmung für meinen Körper habe. Ich weiß ohne Sensorwerte wann sich ein Hypo oder Hyper anbahnt und was ich dagegen unternehmen kann. Die Technik ist gut, aber es ist auch wichtig sich selbst zu kennen. Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist und nichts weiter passiert ist. Wie war dein Wochenende? Warst du auch beim Wings for Life Run? Oder hast du Diabetes und schon mal was ähnliches erlebt? Schreib es in die Kommentare, oder lass doch ein Like da, ich freue mich auch wenn du den Beitrag teilst. Übrigens findest du mich auch auf Instagram.