Es gilt eine vereiste Strecke bergab mit diversen Hindernissen zu überwinden
Die beiden schnelleren kommen weiter in die nächste Runde
Absichtlicher Körperkontakt (Bodychecks, Zurückhalten) ist verboten
(Quelle: https://ice-cross.at/)
Damit wären mal die Grundlagen erklärt. Jetzt möchte ich euch erklären, warum ich dazu einen Beitrag schreibe.
Wie bin ich dazu gekommen?
Früher war Ice Cross Downhill auch unter Red Bull Crashed Ice bekannt und wurde im Fernsehen übertragen. Wie schon erwähnt stürzen sich dabei 4 Athleten auf Eishockey Schuhen einen Eishockey Kanal hinunter. Sie dürfen sich nicht checken, zurückhalten oder anders absichtlich foulen. Sie fahren in mehreren Läufen so lange bis ein Gesamtsieger feststeht. Als ich das das erste Mal gesehen hatte, dachte ich mir, da will ich mitmachen. Leider musste man sich damals noch dafür qualifizieren. Und dazu fehlte mir das Können. Nach einiger Zeit gab es aber ATSX-Bewerbe, an denen jeder teilnehmen konnte, der sich das zugetraut hat. Und das war mein Moment. Ich meldete mich sofort an, buchte eine Unterkunft und reservierte den Termin in meinem Kalender. Ich konnte den Tag kaum erwarten das endlich auszuprobieren.
Als es dann so weit war, wurde ich ein wenig nervös. Immerhin fahren die Profis mit über 60 km/h eine Eis Piste/Kanal hinunter. Wenn man zu Sturz kommt, kann es schmerzhaft werden. Ich zog meine Eishockeyausrüstung an, band meine Schuhe fest zu und ging zum Tellerlift. Es war so viel Schnee, dass wir Athleten bedenkenlos mit unseren Kufen im Schnee fahren und vom Lift bergauf gezogen werden konnten. So wurde nichts kaputt und der Aufstieg war weniger anstrengend. Oben angekommen stand ich im Startbereich und blickte in Richtung Ziel…
Mein Auftritt beim Ice Cross Downhill
Bei der ersten Abfahrt im Ice Cross Downhill war ich sehr verhalten. Ich habe viel gebremst. Die Strecke und die Geschwindigkeit kennenzulernen war wichtig. Erste Abfahrt ohne springen. Ab der zweiten habe ich mir schon mehr zugetraut und dann wurde es immer besser. Jeder musste sich qualifizieren, um weiterzukommen. An dieser Stelle sei gesagt, ich war überraschend weit weg von der Weltspitze. Allein beim Start wurden mir einige Meter abgenommen. Bei den Sprüngen, wo ich durch die Luft gewirbelt wurde, blieben die Profis nahe am Eis und konnten weiter Speed aufbauen. Am Ende war ich ca. 20-30 Sekunden nach den Profis im Ziel. Und dass bei einer Fahrzeit von gerade mal 30 Sekunden. Deutlicher Unterschied also. Aber es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Für mich war es 3 Jahre lang eine sensationelle Erfahrung, danach beendete ich meine Karriere und wechselte zurück ins Publikum. Das Video von 2015 gibts hier!
Die Profis im Ice Cross Downhill
Was die wenigstens wissen, wir haben sogar Weltmeister in dieser Sportart. Und die kommen aus Graz Umgebung. Marco Dallago war 2014 Weltmeister und Veronika Windisch 2020/21. Wenn man ihnen auf den Instagram Kanälen folgt, kann man erahnen, was in diesem Sport möglich ist. Ich habe sie euch natürlich verlinkt. Ich bin immer wieder beeindruckt was sie und alle anderen Athleten draufhaben.
Marco Dallago
Wie bist du dazu gekommen?
Ich habe das wie ich so 13 war einmal bei Zeit im Bild gesehen. Am Ende, wo sie manchmal so kuriose Sachen zeigen.
Das hat mich voll fasziniert. Danach hab ich es 10 Jahfre nicht gesehen und wie dann 2010 zum ersten Mal so eine WM gemacht worden ist, hab ich mich gleich erkundigt wie man da mitmachen kann.
Warum hast du mitgemacht?
Ich hab das gesehen und gewusst, dass ich das machen will. Es ist mir nicht mehr aus dem Schädl gegangen könnte man sagen haha.
Was waren deine größten Erfolge?
2014 bin ich Weltmeister und Teamweltmeister mit meinem Bruder gewesen.
Was sind deine nächsten Ziele?
Aus aktiver Sportlicher sicht nichts mehr. Ich bin immer mehr auf der Organisatorischen Seite und will helfen den Sport wieder groß zu machen.
Und wie verrückt muss man sein um das zu machen?
Wenn ich mir die ganzen Leute so anschaue, die das machen, würde ich sagen: ziemlich 🙂
Veronika Windisch
Wie bist du dazu gekommen? Ich habe nach den Olympischen Spielen Marco kennengelernt und er meinte, wenn ich eh Eislaufen kann und kein Short Track mehr mache… kann ich ja das Probieren.
Warum hast du mitgemacht?
Dann habe ich in Wagrain mitgemacht und eigentlich nur gedacht ich sei völlig fehl am Platz
Das Rennen selbst war aber so eine coole Veranstaltung, dass ich es dennoch mit den Gedanken: das Coolste, was ich je gemacht habe, verlassen habe und so bin ich da reingerutscht.
Was waren deine größten Erfolge?
Short Track (Eisschnelllauf)
2 Olympiateilnahmen
Vizeeuropameisterin
Europacup Siegerin
Weltcup Medaillen Radsport
Österr Meisterin Kriterium und Bahnrad Obstacle Run (Hindernislauf)
2x österreichische Meisterin Inline Skaten
Österreichische Meisterin Bahn und Strasser Ice Cross
3x Weltmeisterin 😉
20/21 dann war Corona 22/23 23/24
Was sind deine nächsten Ziele? Ziel ist mal in Winterleiten eine gute Leistung zu zeigen. Bin zur Zeit leider krank.
Und wie verrückt muss man sein um das zu machen? Man muss schon eine Schraube locker haben- aber jeder der das einmal macht, weiß dann warum.
Der erste Para Eishockey Teilnehmer im Ice Cross Downhill
Was Para Eishockey ist, habe ich schon erklärt. Wer das versäumt hat, kann es nochmal hier nachlesen. Mein Bruder spielt ja seit Jahren Para Eishockey. Michi hatte die Chance sein Können auch am Trainingsstandort in Winterleiten auszuprobieren. Somit ist er die erste Person weltweit, zumindest soweit wir wissen, die das gemacht hat. Er hat sich in seinen Schlitten gesetzt und ist die Strecke hinuntergerast. Dazu möchte ich euch seine Erfahrung dazu teilen. Das Video zu seinem Training kannst du auf Instagram anschauen.
Michis Fazit
Das Spezielle war die Ungewissheit wie die Eisqualität und wie ruppig die Strecke dadurch ist. Ob der Schlitten gut zu kontrollieren ist und wie schnell es wird. Nach zwei Abfahrten mit Sicherung folgte die erste ohne. Hier konnte ich den Schlitten laufen lassen und die Strecke noch besser kennenlernen.
Ich war selbst überrascht, dass der Schlitten gut zu kontrollieren und sehr wenig Hand-Eis-Kontakt nötig war, um die Kurven zu fahren und abzubremsen.
Alles in allem war es superlustig und hat riesig Spaß gemacht. Ich war selbst etwas überrascht, wie gut ich mit der Rumpfmuskukatur den Schlitten kontrollieren konnte und wie gut die Wellen und Sprünge auszugleichen waren.
Das Speziellste für mich war aber der Erste zu sein, der sich mit einem Para Eishockey Schlitten so eine Eispiste „runtergehaut“ hat.
Ein besonderes Highlight am Rande war der Weg zum Start, einbeinig mit Krücken über die eisige Naturrodelbahn, die Bande und dann durch den verschneiten Wald bei Mondlicht!
Vielen Dank an alle Beteiligten für die Möglichkeit das auszuprobieren und die Unterstützung auf und abseits der Strecke
Kann jeder Ice Cross Downhill ausprobieren?
Grundsätzlich kann man sagen ja, aber …
Es ist nur erlaubt, wenn die Strecke offen ist und es Trainings gibt. Diese muss man über die Homepage buchen.
Während der Trainings kann man so oft runterfahren, wie es sich ausgeht
Es gibt eine Pflichtausrüstung (findest du unterhalb der Kontaktinfos)
Wenn du diese Sachen beherzigst, dann steht deinem Vergnügen nichts im Wege. 🙂
Du möchtest nicht selbst fahren aber trotzdem helfen den Sport bekannter zu machen?
Dann unterstütze sie einfach. Die Infos dazu findest du hier.
Kann man bei den Trainings zuschauen oder gibt es eine Möglichkeit die Action live zu sehen?
Logisch geht das, einfach schauen, wann Trainings stattfinden und hinfahren. Am besten schaust du aber in die Kontaktinfos und fragst nach ob auch viele Athleten dort sind. Das Highlight wird die Veranstaltung am 07.02.2025 und am 08.02.2025 sein. Die Infos dazu findest du hier. Und das coolste? Bis heute (03.02.2025) 24:00 hast du noch die Möglichkeit dich zu registrieren und daran teilzunehmen. Wenn du nicht teilnehmen willst, schau vorbei. Dann hast du die Chance alles hautnah zu erleben, unterstützt dabei die Community und den rasanten Sport noch bekannter zu machen. Ich wünsche dir schon mal viel Spaß dabei.
Das wars auch schon wieder, ich habe dir alle Infos und Videos mit Links hinterlegt. Du kannst es dir also immer wieder anschauen und genießen. Ich würde mich auch freuen wenn du diesen Beitrag teilst, ein Like da lässt oder mit einem Kommentar unterstützt.
(Die Bilder und die Erklärung von Ice Cross Downhill stammen von https://ice-cross.at/)
Ist ein Handicap der Weltuntergang? Oder ist ein Rückschlag die Möglichkeit so richtig Gas zu geben?
Welches Handicap?
Michi hat es wie ich mit dem Diabetes gesehen. Das ist nicht der Weltuntergang, das ist eine Chance. So wendete er das vermeintliche Handicap in eine positive Richtung.
Nach einem Motorradunfall wurde Michi einen Monat später sein linkes Bein amputiert. Er hatte Glück, dass es „nur“ das Bein war und es ihm ansonsten gut ging. Auf den Unfall möchte ich heute nicht näher eingehen. Dazu ein anderes Mal mehr.
„Naja ich kann nicht mehr schlecht drauf sein, ich kann nicht mehr mit dem falschen Fuß aufstehen!“ war nur eine von vielen Aussagen von ihm. Gekonnt und mit Witz hat er sein Schicksal angenommen und das Beste daraus gemacht. Nachdem alles gut verheilt war und er mit der Reha beginnen konnte, machte er sich auch gleich auf die Suche nach einer passenden Sportart für ihn. Er musste ein wenig suchen und ausprobieren fand aber dann das perfekte Spiel für ihn. Para Eishockey weckte seine Leidenschaft wieder Sport zu machen.
Was ist Para Eishockey?
Para Eishockey ist Eishockey für Menschen mit Beeinträchtigung der unteren Extremitäten. Das bedeutet, solange die Hände und der Oberkörper in Schuss sind, kann man diesen Sport ausüben. Eine Querschnittslähmung der Beine ist also auch kein Hindernis. Gespielt wird in einem Schlitten sitzend mit zwei Schlägern. An den Enden der Schläger sind Metallzacken angebracht. Damit ist es möglich sich am Eis fortzubewegen. Die andere Seite der Schläger funktioniert dabei als Schläger. Im Gegensatz zum Eishockey wird hier mit einem Schläger pro Hand gespielt. So kann man antauchen und mit jeder Hand schießen. Sofern die Technik beherrscht, wird natürlich. Es ist ein sehr anstrengender Sport. Speziell für den Oberkörper und die Rumpfmuskulatur ist kann das sehr fordernd sein. In der Bundesliga dürfen auch nicht beeinträchtige Menschen genauso mitspielen. Wenn du also Lust hast es auszuprobieren schau doch mal auf dem Instagram des Graz 99ers Parahockey Teams vorbei.
Michi hat also Para Eishockey für sich entdeckt und begann zu spielen. Er gründete einen Verein und fuhr zu Trainings in Kärnten und Niederösterreich. Dann wurde auch in Graz und Umgebung gespielt. Nach einer Saison zum Trainieren wurde eine Liga gegründet. Die österreichische Para Eishockey Staatsmeisterschaft (Die Bundesliga). Pro Jahr haben sie so an mehreren Wochenenden ihre Spiele. Zu Trainingszwecken nehmen sie auch an internationalen Turnieren in anderen Ländern teil. Mittlerweile gibt es auch wieder ein Nationalteam von Österreich. Hier wurde erst vor kurzem die Weltmeisterschaft in Thailand ausgetragen. Österreich erreichte hier den 3 Platz und damit Bronze. Ein Erfolg auf dem man stolz sein kann. Damit du dir vorstellen kannst wie anstrengend das ist, habe ich dir hier ein Video von Chris Stephan verlinkt. Der Moderator von Puls 4 der es im Selbstversuch ausprobiert hat. Schau es dir an und wenn du dann Lust hast es auszuprobieren melde dich einfach bei Michi.
Die nächste Gelegenheit
Die nächste Gelegenheit diesen Sport zu sehen, ist am 07.12.24 und 8.12.24 in der Eishalle „Bunker“ Graz Liebenau. Hier spielen die Graz 99ers Paraeishockey gegen die Mannschaft vom KAC (Klagenfurt). Die Termine und den Spielplan kannst du von der Instagram Seite der Mannschaften entnehmen. Wer nicht vor Ort sein kann es aber dennoch sehen möchte, der hat die Möglichkeit über einen Livestream die Spiele zu verfolgen. Auch hier kannst du die Infos rechtzeitig zu den Spielen auf Instagram sehen. So verpasst du garantiert nichts. Die Spieler freuen sich aber auch über zahlreiche Zuschauer und eine gute Stimmung bei den Spielen. Vorbeischauen, anfeuern und sich in der Kantine mit kalten oder warmen Getränken versorgen. So kann man das zweite Adventwochenende auch schön verbringen.
Die nächste Möglichkeit den Sport selbst auszuprobieren ist am besten mit Michi auszumachen. Entweder kontaktierst du ihn über Instagram. Ich habe ihn vorher verlinkt oder über die Emailadresse paraeishockey@99ers.at . Ich habe es damals, wie Michi begonnen hat 2- oder 3-mal mittrainiert und es auch versucht. Bei mir ist es gleich wie beim Eishockey. Fehlendes Talent wurde durch Kondition ausgeglichen. Mir war es dann aber doch zu viel neben meinen anderen Aktivitäten. So hat Michi seine Sportart und ich meine. Wir haben beide unseren Spaß daran und brennen für unseren Sport. Und wenn du mal zusehen kommst, hast du gute Chancen mich schreiend im Publikum zu sehen. Am besten stellst du dich gleich dazu und feuerst die Mannschaft mit an.
Ist ein Handicap immer ein Handicap?
Was ich mit der Frage sagen will, ist ganz einfach. Auch wenn es im ersten Moment schlimm erscheint, kann sich doch etwas Schönes daraus ergeben. Michi hat den Kopf nicht hängen lassen. Er hat seine Möglichkeiten geprüft und versucht das Beste daraus zu machen. Natürlich war nicht immer Sonnenschein auf seinem Weg zurück. Und manchmal sind finstere Wolken am Himmel gewesen. Aber mit der richtigen Einstellung und guten Zuspruch von der Familie und den Freunden hat Michi immer einen Weg gefunden, der für ihn gepasst hat. So fand er eine neue Leidenschaft, die ihn fordert und Spaß macht. Mittlerweile konnten bereits viele den Sport ausprobieren und Michi konnte neue Spieler für sein Team gewinnen. Ich freue mich für ihn und dass es dafür eine Liga gibt in der gespielt werden kann. Es ist beeindruckend zu sehen wie schnell das Spiel ist und wie spannend es sein kann.
Und wirst du beim nächsten Spiel als Zuseher dabei sein? Oder hast du schon mal Para Eishockey ausprobiert? So oder so wünsche ich dir schon mal viel Spaß beim Zusehen oder ausprobieren. Lass mich doch wissen wie es dir gefallen hat. Gerne kannst du das hier kommentieren, liken oder auch teilen. Ich würde mich darüber freuen.
Kann ich mit Diabetes spontan einen (Ultra)Marathon laufen? Logo kann ich das. Warum auch nicht? Vor 10 Jahren hätte ich das nicht sagen oder schreiben können. Heute kann ich mit Fug und Recht sagen, klar kann ich das. Wie kann jemand so etwas sagen wirst du dich fragen? Oder wie ist das möglich einfach spontan einen Marathon laufen zu können?
Ich wollte schon aufhören
Nach meinem ersten Marathon wollte ich nie wieder einen Marathon laufen. Oder überhaupt jemals wieder laufen. Nach 2 Wochen sah die Sache anders aus. Ich liebäugelte bereits damit wieder zu laufen und den Marathon ein Jahr später schneller zu absolvieren. Langsam stieg ich wieder ins Training ein. Es ging mir gut und so blieb ich dran. Dann kam doch alles anders.
Im Juni 2015 wurde bei mir Diabetes Typ 1 diagnostiziert. Mir war sofort klar, dass ich ab jetzt aufmerksamer im Alltag sein muss. Auch beim Sport. Die ersten Stimmen in meinem Umfeld waren bemitleidend oder bevormundend. Sachen wie: Du Armer. Wie konnte das passieren? Du siehst gar nicht aus wie jemand der Diabetes hat. Usw. Schnell wurde mir auch gesagt was ich noch darf und kann und was nicht. Aber nicht von geschultem Personal, nein von Ahnungslosen. Sie hatten ihr Wissen von irgendwo und es war noch nicht mal Halbwissen. Hier hörte ich hauptsächlich: Das wars mit dem Sport. So viel kannst du nicht mehr laufen. Eishockey spielen wird auch nicht mehr gehen. Beim Essen sah es gleich aus.
Das war der Moment wo ich mir gedacht habe, na wartet euch zeig ich es.
Diabetes, mein Gamechanger
Im Jahr meiner Diagnose trat ich also wieder beim Marathon an. Ich scheiterte kläglich. Und alle glaubten sie hatten Recht. „Leider“ musste ich sie enttäuschen. Sie hatten es nicht. Ich hatte zu wenig trainiert und musste abbrechen. Aber das habe ich euch ja schon mal beschrieben.
Ich ließ 2016 den Marathon aus und lief 2017 erst wieder mit. Dieses Mal schaffte ich ihn sogar um 30 Minuten schneller als meinen ersten noch gesunden Marathon. 2017 lief ich auch schon betreut von der MedUni Graz mit. Hier noch nach meinem eigenen Training. Doch schon ein Jahr später kam mein Gamechanger.
Die MedUni Graz hat eine Studie zu Ausdauersport und Diabetes gemacht. Wir wurden einem Steigerungslauftest unterzogen und für jeden Teilnehmer wurde ein individueller Trainingsplan erstellt. Wir mussten dabei mit einer mobilen Spirometrie laufen um so alle relevanten Daten zu erhalten. Eine Woche nach dem Test erhielten wir unsere Trainingspläne. Auf den ersten Blick war das sehr gemütlich. Sehr oft, sehr langsam und dafür sehr lange. Zugegeben ich war skeptisch aber ließ mich darauf ein. 8 Wochen Training und dann Marathon. Werde ihn schon schaffen, dachte ich mir. Und dann kam der große Tag. Endlich war es so weit. Ich ging an den Start und wusste vorab was meine Zielzeit sein wird. Also Alex, der Sportwissenschaftler, teilte sie mir mit. Ich war gespannt ob er Recht haben wird. Und das hatte er. Ich schaffte meinen ersten Marathon in unter 4 Stunden. Jetzt hatte ich richtig Spaß am Laufen und bereits eine geniale Idee.
Steigerungslauftest mit mobiler Spirometrie
Die Idee 9 Marathons in einem Jahr zu laufen
Bereits während des Trainings für meinen Marathon 2018 kam mir im Training ein Gedanke. Und zwar, dass ich in jedem Bundesland innerhalb eines Jahres einen offiziellen Marathon machen möchte. Ich hielt mit Alex wieder Rücksprache und er schrieb mir den Trainingsplan dafür. Im Jahr 2019 begann ich dann beim Vienna City Marathon mit meinem ersten. Eine Woche später lief ich schon in Linz. Zu der Zeit meinen schnellsten Marathon in 3:30 Stunden.
Dann hatte ich 2 Wochen Pause und lief meinen ersten Bergmarathon. Danach 6 Tage Pause und Salzburg und dann 2 Wochen Pause und meinen ersten Ultramarathon. Ein Ultramarathon ist ein Marathon über 50 km. Damit das nicht zu einfach ist, war es auch noch ein Ultra-Bergmarathon. Dann war erstmal Pause bis Herbst.
Im Herbst lief ich innerhalb von 4 Wochen jeden Sonntag einen Marathon. Erst Kärnten, dann Burgenland, dann Vorarlberg und zum Schluss Graz. Ich lief immer zwischen 3:45 Stunden und 4:26 Stunden. Ich war zufrieden und habe allen, vor allem aber mir selbst, bewiesen, dass Diabetes kein Hindernis ist. Ganz im Gegenteil. Ich hab es als Chance gesehen und mache das beste daraus.
Diabetes hat mich dabei immer begleitet. Meine Werte habe ich ständig kontrolliert. Damals war es teilweise noch ein Blutzucker Achterbahnfahrt. Heute weiß ich sehr genau was funktioniert und was nicht. Manchmal passieren mir dennoch Fehler in der Behandlung. Es sind aber kleine Fehler. Und dafür bin ich dankbar. So bleibe ich aufmerksam und arbeite ständig daran gut zu sein, oder besser zu werden in der Selbstbehandlung. Es ist nicht immer leicht, aber es ist immer spannend. Ok manchmal ist es sehr nervig und ärgerlich, aber was solls. Es gibt schlimmeres als einen versauten Tag zu haben.
Und wer jetzt glaubt, dass das schon das härteste war was ich gemacht habe, dem sei gesagt da gibt es noch mehr. Aber ich will mein ganzes Pulver nicht auf einmal verschießen.
Fazit
Ich hätte mir nie gedacht, dass ich irgendwann so fit bin, dass ich einfach so einen Marathon laufen kann. Mittlerweile weiß ich das ich das kann. Und es macht mir Spaß. Das klingt vielleicht komisch, aber jeder der schon mal so ein Gefühl erlebt hat, der weiß was ich meine. Und das muss nicht bei einem Marathon gewesen sein. Das kann das Schaffen einer schweren Prüfung sein. Oder das Erreichen eines Ziels. Egal was. Einfach der Moment in dem man absolut glücklich ist und es endlich geschafft hat.
Für mich ist Marathon laufen mehr als nur 42,2 km durch Städte oder Wälder zu laufen. Es ist Freiheit im Kopf. Balsam für die Seele. Meinen Körper zu fordern und fit zu halten. Andere auf ihrem Weg zu begleiten und sie zu unterstützen ihre Ziele zu erreichen. Und egal ob 100m oder 100km oder auch ganz was anderes. Hauptsache man hat Freude daran und macht es gerne. Dann erledigt es sich mehr oder weniger von alleine. Und ein großer Vorteil von so viel Sport ist, ich kann sehr viel essen! 😉 Und was ich noch kann ist Party machen. Falls du den Beitrag noch nicht gelesen hast, findest du ihn hier.
Was sind so deine Ziele im Leben? Möchtest du auch einmal einen Marathon laufen? Was hält dich noch ab damit zu beginnen oder bist du schon am Weg? Lass mir doch einen Kommentar oder ein Like da. Gerne kannst du es auch teilen. Ich würde mich freuen von dir zu hören. Bis bald 😉 Wenn du auf dem neuesten Stand bleiben möchtest abonniere doch die Benachrichtigungen. Dann erfährst du sofort wenn es einen neuen Beitrag gibt!
Meinen ersten Marathon bin ich ein paar Monate vor meiner Diabetes Diagnose gelaufen. Davor bin ich nur zum Spaß gelaufen und mich fit zu halten. Ok eigentlich war es ein Mittel zum Zweck.
Eishockey (m)ein Mittel zum Zweck!
Ich begann im Alter von 16 Jahren Eishockey zu spielen und habe sehr schnell festgestellt, dass ich kein Talent dafür besitze. Da ich aber ein kreativer Kopf und sehr lösungsorientiert bin, habe ich eine Alternative gesucht. Es sollte günstig und einfach sein. Und am Besten wäre es wenn ich es von überall aus machen kann. Als Erstes fiel mir dazu Laufen ein. Kein Hexenwerk und es erfüllte meine Vorgaben. Meine Laufkarriere begann. Damals wusste ich nicht, dass Eishockey nur ein Mittel zum Zweck war, welches mich schließlich zum Marathon führte.
Wie auch immer, mit dem Laufen wurde ich auch im Eishockey besser. Ich wurde zwar keine Größe mehr wie Thomas Vanek oder Wayne Gretzky, aber es wurde ein ganz passabler Eishockey Spieler aus mir. Ich hatte genügend Ausdauer um alle 3 Drittel ohne Auswechslung durch spielen zu können. Das kam überschaubar oft vor, aber es kam vor.
Unabsichtlich der erste lange Lauf
Das mit dem Marathonlaufen ergab sich dann einfach so. Ich bin im Training auf Grund von abgesperrten Strecken unabsichtlich einen Halbmarathon gelaufen. Unabsichtlich? Ja genau. Unabsichtlich! Danach habe ich mich zu meinem ersten Halbmarathon angemeldet. Mit 22 Jahren bestritt ich diesen und ging ein wie eine Primmel ohne Wasser. Es lief viel schlechter als im Training. Ich habe mich geärgert aber nicht aufgegeben. Ich habe bei meinem ersten Bewerb einfach zu viele Anfängerfehler gemacht. Aus Fehlern lernt man. So sammelte ich einiges an Erfahrung, welche mir später beim Marathon zugutekam.
Ein halbes Jahr später hatte ich mit zwei Freunden ein paar Hopfentorpedos (Bier). Damals war es möglicherweie zu viel. Heute weiß ich, es war genau die richtige Menge. Wir entschieden uns dafür einen Marathon zu laufen. Kurz darauf waren wir auch angemeldet. Jeder von uns trainierte selbstständig und nach seinem eigenen Plan. Und den Plan hielt jeder von uns mehr oder weniger ein. Im Nachhinein kann ich sagen, dass wir fast alles falsch gemacht haben was man falsch machen kann. Geschafft haben wir es trotzdem. Ich war völlig unzufrieden mit meiner Zeit und wollte während dem Lauf mehrmals aufgeben, aber ich schleppte mich ins Ziel. „Schuld“ war ein anderer Freund der mich per Telefon immer wieder motivierte und mich mental ins Ziel trug. Als ich im Ziel war, schwor ich mir, ich würde nie wieder Marathon laufen.
Mein Opa und der Marathon
Nach dem ersten Marathon in Graz bekam ich von meinem Opa einen großen Pokal. Er ließ ihn extra mit dem Datum und meiner Laufzeit gravieren. Dazu gab er mir noch ein Buch. „Traumziel Marathon“ Die 42 schönsten Strecken der Welt. Ich nahm es mit einem Lächeln und dankend an, allerdings in dem Glauben nie wieder einen Marathon zu laufen. Ich dachte sogar er will mich auf die Schaufel nehmen. Doch das Gegenteil war der Fall. Er honorierte meine Leistung auch noch mit einer 5 Liter Flasche Metaxa. Die wir über Monate hinweg gemeinsam tranken und uns über meinen ersten Marathon und viele andere Dinge unterhielten.
Er war unglaublich stolz auf mich und hat mir das immer wieder mitgeteilt. „Verrückt. Unglaublich. Unvorstellbar“ waren nur einige Worte die er zu mir und im Zusammenhang mit meinen Leistungen sagte. Vor allem weil sie auch immer unglaublicher wurden. Mittlerweile gestehe ich mir auch selbst eine, dass ich ein bisschen verrückt bin. Ein Marathon ist bereits Routine. Mehrere an aufeinander folgenden Tagen geht auch ganz gut. Und mein längster Lauf bisher war über 75 km. Mein Opa und ich verstanden uns sehr gut. Dieses Jahr verstarb mein Opa leider. Einen Tag vor dem Zürich Marathon, den ich auch gelaufen bin. Ich widmete ihm diesen Marathon, weil er auch einige Geschichten zu Zürich hatte. Diese erzählte er mir bei unserem letzten Treffen im Krankenhaus. Ich werde sie hier aber nicht erwähnen. Sie sind nicht ganz jugendfrei 😉
Seit dem bin ich viele Marathons (über 40) gelaufen. Von einigen werde ich berichten und von anderen nicht. Für mich waren aber alle in irgendeiner Form besonders. Manche waren besonders im Bezug auf Marathonlaufen, manche weniger. Bisher habe ich aus diesen Erfahrungen sehr viel gelernt und lerne stetig weiter. Und meine Learnings möchte ich mit euch teilen.
Learnings
Was habe ich aus diesem Marathon gelernt? Aus meinem ersten Marathon?
Ich dachte ich kann nicht mehr und ich muss aufgeben. Ich bin schon im Schatten gesessen und wollte keinen Schritt weitergehen. Meinen Bruder hatte ich schon am Telefon und ihm gesagt wo er mich holen soll. Und dann ging es doch nochmal weiter. In dem Fall externe Motivation durch Klaus. Er motivierte mich nochmal weiter zu machen. Er gab mir den letzten Arschtritt am Telefon, dass ich meine müden Beine nochmal zur Höchstleistung bringe.
Diese Erfahrung hat mir folgendes gelehrt.
Ich muss nicht immer alles alleine schaffen.
Motivation oder Hilfe von außen anzunehmen ist absolut in Ordnung.
Auch wenn es manchmal hart ist, das Ziel ist oft näher als ich es vermute.
Manchmal muss ich meine Grenzen kennenlernen um sie verschieben zu können
Alles ist leichter mit einem Lächeln. Vor allem der „Sprint“ ins Ziel 😉
Aufgeben werde ich nur wenn es gesundheitliche Bedenken gibt oder Lebensgefahr durch andere Faktoren besteht. Nicht weil ich glaube ich kann nicht mehr. Das ist nur der innere Schweinehund der da spricht.
Zur Ergänzung. Das war mein einziger Marathon ohne Diabetes
Was sind so deine Storys aus denen du lernst? Gerne darfst du ein Like oder Kommentar dazu da lassen. Natürlich darfst du es auch gerne teilen. Ich würde mich sehr darüber freuen.