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Wings for Life in Schlapfen, …

Wings for Life in Schlapfen, …

Heute möchte ich den Wings for Life Run nochmal aufwärmen und berichten wie es war mit Schlapfen zu laufen und welche Blutzucker Eskapaden es gab. Viel Spaß beim lesen, kommentieren, liken und teilen. 

In Schlapfen laufen

Warum läuft jemand überhaupt in Schlapfen? Um zu beweisen, dass es möglich ist? Weil derjenige einen Sponsor Vertrag mit dem Hersteller der Schlapfen hat? Weil er leicht verrückt ist und auf Schmerzen steht? Ich glaube hier könnten noch einige Fragen mehr stehen, also warum habe ich das gemacht? So ganz genau weiß ich das selber nicht. Ich war am Samstag vor dem Wings for Life Run bei einer Geburtstagsfeier, bei der ich immer wieder gefragt wurde, ob ich schon mal mit den Schlapfen einen Marathon oder ähnliches gelaufen bin. Das habe ich immer wieder verneint und meinte, dass das nicht möglich ist. Zumindest nicht ohne Blasen an den Füßen und vermutlich heftigen Schmerzen. Irgendwie hat mich die Frage dann aber doch beschäftigt. Wenn mich so etwas beschäftigt, dann ziemlich sicher so lange bis ich es probiert habe und weiß, ob es geht oder nicht.

Als ich munter wurde, dachte ich mir so: „Schei* drauf, ich probier es einfach. Geht ja um die Gaude und wenn es nicht mehr geht, hör ich auf.“ Ich schnappte mein Bierflaschenkostüm, packte meine Tasche und nahm erstmal meine Schlapfen in die Hand. Etwas skeptisch betrachtete ich sie und entschied mich einen Riemen mit einer Schnur anzubringen. Allerdings habe ich zuerst einen Sprint ohne Schnur über ca. 20m gemacht, um zu sehen, ob es überhaupt geht. Es fühlte sich ok an. Also nahm ich die Anpassung an den Schlapfen vor und fuhr mit meinem Bruder und Peter zum Red Bull Ring. Dort angekommen, nahmen wir alle ein isotonisches elektrolythaltiges Hopfengetränk zu uns und unterhielten uns wie wir die Schuhe noch stabiler machen könnten. Immerhin waren wir 2 Ingenieure und ein Diplomingenieur. Zwar nicht für das designen von Schuhen, aber im technischen Bereich.

Auf die Plätze, fertig, los …

Um sicher zu gehen, dass alles hält, wurde noch ein Tape angebracht und die Schuhe mit den Socken verbunden. Wir wurden zur Strecke gebeten, weil wir sonst den Start auch noch versäumen würden. Am Start angekommen begrüßten wir noch Arvid Auner und warteten gemeinsam auf den Startschuss. Punkt um 13 Uhr liefen wir los. Mein Bruder Michi, nahm sein Bein in die Hand und absolvierte die Strecken ohne Prothese auf Krücken. Gleich mal eine Steigung zum Aufwärmen. Ein Kaltstart und dann noch bergauf. Arvid meinte so um die 5 Minuten pro Kilometer wird er laufen. Für Peter und mich klang das passend. Die ersten Meter liefen wir gemeinsam. Beim ersten Abstieg am Ring, gingen mit uns aber die Pferde durch und wir beschleunigten auf unter 4:30 min/km. Arvid meinte er grooved sich bei seiner Pace ein und Peter und ich legten einen Zahn zu.

Bergab war unsere schnellste Zeit 3:18 min/km. Was erstaunlich schnell war. Der Grund war aber einfach. Ich musste so schnell laufen damit meine Schlapfen schneller waren als ich und an meinen Beinen blieben. Peter hielt locker mit. Gegenseitig motivierten wir uns und waren gut unterwegs. Beim Start/Zielbereich wurden wir immer wieder angefeuert und uns wurde Bier gereicht. Unser Bierfalschenkostüm wurde gefeiert. Wir wurden von der Menge angetrieben. So beflügelt liefen wir Runde um Runde und das sogar ohne Red Bull zu trinken. Wir flogen über die Strecke sozusagen. Ab und zu wurden wir von einem Cheering Car eingeholt und angefeuert. Generell war die Rückmeldung auf der Strecke und an der Seite sehr gut. Wir wurden für unser Outfit und für meine Schlapfen gefeiert. Wir hatten sichtlich Spaß dabei. Das Rennen lief sehr gut und am Ende konnten wir über 30 km verbuchen.

Wie sehen die Beine aus?

30 km sind schon in normalen Schuhen und mit einer Pace von 4:51 ohne Höhenmeter ganz gut. Wir hatten aber noch knapp 600 Höhenmeter zu laufen. Das ganze in meinen Puntiletten (Schlapfen von Puntigamer) war selbst für mich nochmal beeindruckender. Während des Laufs dachte ich mir, dass ich bestimmt viele Blasen und Druckstellen an den Füßen bekommen werde, aber dem war nicht so. Lediglich eine kleine Blase und 2 Druckstellen am rechten Fuß habe ich bekommen. Ansonsten gar nichts. Muskelkater auf Grund des geänderten Laufstils? Kater kann man das nicht nennen. Es war was zu spüren, aber ich bin über 30. Ich könnte mich auch beim Schlafen ungünstig hingelegt haben 😉 Mein Fazit zum Lauf in Schlapfen? Wozu in teure Laufschuhe investieren, wenn man in Schlapfen laufen kann? 😉 Ne Spaß, es ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Das Training und der Laufstil sollten schon passen.

Würde ich nicht so viel trainieren und nicht so fit sein, hätte ich das nicht gemacht. Ich weiß jetzt, wie es ist in Schlapfen zu laufen. Es war zwar ganz lustig, aber ob ich es nochmal machen werde, weiß ich noch nicht. Die Kommentare zum Outfit mit den Schlapfen war positiv und hat die Leute zum Lachen gebracht. Um mehr ging es mir nicht. Und weil es beim Wings for Life Run geregnet hat, waren die Schuhe sogar die passende Wahl. Wenn sie für die Therme oder für zu Hause geeignet sind, dann funktionieren sie auch auf der Rennstrecke. Meinen Beinen und den Schuhen geht’s gut. Also auf zum nächsten Abenteuer.

Wie wars mit dem Diabetes?

Ganz anders als sonst. Positiv? Negativ? 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Beim Loslaufen warf ich einen letzten Blick auf meinen Blutzucker. Alles stabil, knapp 200 mg/dl. Super Startwert für die nächsten Kilometer. Da wir aber sehr schnell im Flow waren, habe ich gar nicht auf den Zucker geachtet. Es fühlte sich gut an und wir liefen einfach. Erst nach 25 km spürte ich einen beginnenden Hypo. Ich nahm mein Smartphone aus der Tasche und musste feststellen, dass mein Sensor sich abgemeldet hatte. „Keine Sensorwerte, warten Sie bis zu 3 Stunden!“ Stand auf dem Display. Naja, was solls, ich erkenne einen Hypo im Sport. Bei der Verpflegungsstation schnappte ich schnell etwas und wir liefen weiter. Weit würde es sowieso nicht mehr gehen, weil die fahrende Ziellinie bereits knapp hinter uns war. Den nächsten langen Anstieg schafften wir nur mehr zur Hälfte und dann war das Rennen zu Ende. Wir wanderten zurück zum Start und genossen unser Zielbier.

Sensorausfall bei WFL

Sensorwert vs. Körperwahrnehmung

Nach dem Rennen fuhren wir nach Hause. Wir lieferten Peter bei ihm ab und Michi und ich fuhren heim. Daheim angekommen bestellten wir uns was vom Chinesen. Mein Sensor schien wieder zu funktionieren. Die Werte passten zu meiner Wahrnehmung. Nachdem Essen ging ich relativ bald ins Bett. Ich war ziemlich müde. Mein Sensor hatte eine andere Idee für mich. Permanent ging ein Alarm los. „Bald niedriger Wert“ „Bald niedriger Wert, dringend!“ Schlafen war also nicht. Ich organisierte mir ein Twix und ging mit meinen zwei Schokoschnitten zurück ins Bett. 2-3 Bissen und weiterschlafen. Falsch gedacht. Schlafen war nicht möglich. Ich bekam Durst und musste dauernd aufs WC. Sehr nervig. Nach dem 3 Mal trinken und entleeren entschied ich mich blutig meinen Zucker messen zu gehen. Sensorwert 53 mg/dl, blutige Messung 580 mg/dl !!! Heftiger Unterschied. Dann war mir aber klar warum ich mich so mies gefühlt habe.

Sofort kalibrierte ich den Sensor. Keine Chance das zu richten. Ich musste ihn tauschen. Es war eh schon 3 Uhr morgens und ich habe so gut wie nicht geschlafen. Sensortausch. 9,5 Insulineinheiten Korrektur. Nachdem ich nicht schlafen konnte, nahm ich noch ein paar Messungen vor und sah zu wie mein Blutzucker sich wieder in den Normalbereich bewegte. Dann war ich so erleichtert, dass ich doch noch 15 Minuten eingeschlafen bin. Ich bin ein Fan von der Technik im Bereich Diabetes. Was ich aber auch sagen möchte ist, dass es wichtig ist sich nicht zu 100% darauf zu verlassen. Sie kann Fehler haben oder mal ausfallen. Dann muss ich wissen, was ich tun muss bzw. kann und es dementsprechend korrigieren. Mittlerweile läuft alles wieder gut. Mir geht es gut und mein Blutzucker hat sich eingependelt. Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser!

schwarze Punkte = Sensorwerte
rote Punkte = blutig gemessen Werte am durch Fingerstich
blaue Linie = Basis Insulinversorgung
blaue punktierte Linie = programmierte Basis Insulinversorgung
gelber vertikaler Balken = Ease-Off Modus
graue Kästchen mit Werte .. g = konsumierte Kohlenhydrate
blaue Kästchen mit Werten .. IE = abgegebene Insulineinheiten (Bolus oder Korrektur)

Fazit

Mein Fazit vom Wings for Life Run ist dennoch ein positives. Es war sehr lustig mitzulaufen und Kilometer für die zu sammeln die selbst nicht laufen können. Ich weiß nun auch wie es ist in Schlapfen zu laufen. Und nach knapp 10 Jahren Diabetes bin ich froh, dass ich eine geschärfte Wahrnehmung für meinen Körper habe. Ich weiß ohne Sensorwerte wann sich ein Hypo oder Hyper anbahnt und was ich dagegen unternehmen kann. Die Technik ist gut, aber es ist auch wichtig sich selbst zu kennen. Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist und nichts weiter passiert ist. Wie war dein Wochenende? Warst du auch beim Wings for Life Run? Oder hast du Diabetes und schon mal was ähnliches erlebt? Schreib es in die Kommentare, oder lass doch ein Like da, ich freue mich auch wenn du den Beitrag teilst. Übrigens findest du mich auch auf Instagram. 

 

Run 30 Rome the Marathon

Run 30 Rome the Marathon

Run 30 Rome the Marathon hieß es dieses Wochenende am 16.03.2025. Wie schon im Vorjahr sind wir auch dieses Jahr gekommen um den Marathon zu rocken. Doch es kam dann ein wenig anders als geplant.

Die Vorbereitung

Meine Vorbereitung hat schon vor unserer Rom Reise mit einer Dienstreise nach Frankreich(Lyon) begonnen. Und meine Vorbereitung war generell suboptimal. Beginnend mit dem Sevilla Marathon bei dem der Erfolg des ersten Marathons von Marko ordentlich begossen wurde, waren die Wochen davor eher von Party als von Disziplin geprägt. Auf meiner Dienstreise hielt ich mich auch nicht mit ausgelassener Stimmung und einer nicht Marathon tauglichen Ernährung zurück. Wie das so ist, irgendwann bekommt jeder die Rechnung präsentiert.

In Rom angekommen wurde ich nicht nur von meinen Reisebuddies freundlich in Empfang genommen, wir haben auch sofort auf die Reise angestoßen. Nach ein bisschen Sightseeing begleitet von regelmäßigen Trinkpausen gingen wir zum Abendessen und ließen den ersten Abend noch eskalieren.

Der Tag vor dem Marathon war zwar gemütlicher was das Feiern anbelangt aber ideal ist anders. Die Stimmung war gut und so manch einer war auch nervös vor seinem ersten Marathon. Bereits beim Abendessen verspürte ich Schmerzen in meinen Knie und Sprunggelenken. Diese Schmerzen wurden in der Nacht fast unerträglich. Nach der nächtlichen Gabe von Seractil wurde es etwas besser. Mein Schlaf war nicht sehr erholsam. Wie dem auch sei, was muss das muss und so ging es an den Start. Rechtzeitig davor stellte sich noch Bauchweh ein. Bis auf 1-2 Ausnahmen waren aber alle topfit und nur etwas mehr oder weniger nervös.

Der Marathon

Der Marathon selbst ist dann wie immer ein Erlebnis. Dieses Mal war es eine Überraschungsei. Ich wusste nicht was passieren wird und ob ich nicht doch aufgeben muss. Doch dann fiel der Startschuss und es ging los. Motiviert und voller Adrenalin waren bei mir erstmal keine Schmerzen zu spüren. Das Bauchweh wurde allerdings schlimmer. Bei allen anderen lief es gut. Keine Beschwerden.

Nach ein paar Kilometern trennte sich unsere Gruppe in Anna Lena als flotte Läuferin und erkundete die Strecke. Manuel, Arnold, Michi, Sebi und ich räumten das Feld von hinten auf. Für Anna Lena und Sebi war es der erste Marathon. Somit war das Ziel für beide klar. Durchkommen und Spaß haben. Was bei Anna Lena gut funktionierte stellte sich bei Sebi als schwereres Unterfangen dar. Seine Vorbereitung war gut und er war bereit. Ein Marathon schreibt allerdings seine eigenen Regeln.

Anna Lena

Anna Lena hat sich am Donnerstag vor dem Marathon spontan dazu entschieden mit nach Rom zu kommen und den Marathon zu laufen. Bis 21,1 km ist sie bisher gelaufen. Gezielt trainiert hat sie für den Marathon aber nicht. Also ebenso ein Überraschungsei für sie. Es ging ihr sehr gut und sie kam gleich in den Flow der sie durch Rom trug. Ab km 24 wurde sie durch Manu unterstützt der die Gruppe der Nachzügler dafür verlassen musste. Bis km 30 problemlos dann musste sie ein wenig spazieren. Bis auf so Kleinigkeiten rockte sie den Marathon und kam gut und happy ins Ziel. Zwar mit einigen Blasen an den Beinen, aber glücklich und gesund.

Sebi

Bei Sebi war es etwas anders. Er bekam relativ früh im Rennen Kopfweh. Der Versuch mit Seractil das Problem zu lösen war vergebens. Leider war es für ihn zwischendurch so heftig, dass wir von einem Run auf einen Powerwalk umstellten. Mit gutem Zuspruch unsererseits und blöden Witzen hat er Biss bewiesen und den Marathon fertig gemacht. Auch wenn er seine gewünschte Zielzeit versäumt hat, hat er seinen ersten Marathon erledigt und ist bereit für mehr. Der nächste wird kommen. Und er wird ihn wieder meistern.

Der Rest von uns

Beim Rest von uns bleibt nur mehr zu sagen, dass es alle geschafft haben. Für Manu der voriges Jahr seinen ersten Marathon hier in Rom gemacht hat war es schön zurück zukommen und andere Runningbuddys zu supporten. Er hatte einen fetten Dauergrinser und hat den Marathon mit Leichtigkeit gemeistert.

Per Arnold war es bereits auch der dritte Marathon. Er meinte zwar, dass die Dauer anstrengend ist aber ansonsten ging es ihm gut. Dasselbe kann man von Michi sagen. Er lief auch vor einem Jahr in Rom seinen erste. Marathon. Seine Vorbereitung war wie meine suboptimal was sicher an mir liegt.

Für mich war es wohl einer der blöderen Marathons. Die Gelenksschmerzen kamen und gingen wieder und waren zwischendurch äußerst unangenehm. Mein Bauchweh war ständiger Begleiter und gipfelte in Durchfall. Auch etwas was sich niemand wünscht beim Marathon. Egal, Erfahrung gesammelt, Arzttermin ausgemacht und weiter geht’s. Trotz den widrigen Bedingungen für mich war mein Blutzucker stabil und ziemlich perfekt sogar. Für einen Marathon der eigentlich beschissen lief bin ich damit sehr zufrieden.

Die Marathon Eindrücke

Bei einem Marathon gibt es viel zu sehen. Besonders in Rom der ewigen Stadt. So viele Sehenswürdigkeiten an denen man vorbeiläuft. So viele Zuseher die einen anfeuern. So viel Wasser, Obst und Kekse die es gibt. Doch genau so viele Dixi Klos die man nicht sehen will aber dennoch sehen muss. Bei so manchem Heisl war ich ekelig überrascht dennoch beeindruckt. Und zwar beeindruckt davon wie weit man die Schüssel verfehlen kann. Wie bunt so ein Haufen sein kann. Wie viel Spannung man in den Oberschenkel aufbauen und halten kann um nichts zu berühren und sich einzusauen. Das man schnell mal bei einem Mc Donalds aufs Klo geht oder eine öffentliche Toilette besucht um etwas Komfort und Hygiene zu erhalten. Eine Erfahrung die sich einige von uns sicher gerne gespart hätten.

Alles in allem war es ein gelungener Lauf. Wie es aussieht nehmen wir ihn fix in den Laufkalender auf und werden sicher wieder mal vorbeikommen.

Die Nachbereitung

Bei unseren beiden Marathonjungfrauen sieht man die Spuren des Gladiatorenkampfes beim Marathon. Das Gangbild ist noch etwas instabil und etwas langsam. Die eine oder andere blutige Blase schmerzt beim Gehen. Vom Muskelkater brauchen wir gar nicht zu sprechen. Dennoch haben sie ein Lächeln im Gesicht und man sieht es ihnen an. Es war geil dabei zu sein und es geschafft zu haben. Sie haben es gerockt. Wer weiß wie viele Marathons noch von ihnen absolviert werden. Ich glaube nicht, dass es der letzte war. Ich freue mich auf viele weitere.

Möchtest du auch mal in Rom oder generell einen Marathon laufen? Lass doch ein Like oder Kommentar hier. Gerne kannst du den Beitrag auch teilen wenn er dir gefallen hat.

Ice Cross Downhill

Ice Cross Downhill

WAS IST ICE CROSS DOWNHILL?

Der schnellste Sport auf Skates

Die Grundlagen

  • Vier Athleten starten gemeinsam auf ein Signal
  • Es gilt eine vereiste Strecke bergab mit diversen Hindernissen zu überwinden
  • Die beiden schnelleren kommen weiter in die nächste Runde
  • Absichtlicher Körperkontakt (Bodychecks, Zurückhalten) ist verboten

(Quelle: https://ice-cross.at/)

Damit wären mal die Grundlagen erklärt. Jetzt möchte ich euch erklären, warum ich dazu einen Beitrag schreibe.

Wie bin ich dazu gekommen?

Früher war Ice Cross Downhill auch unter Red Bull Crashed Ice bekannt und wurde im Fernsehen übertragen. Wie schon erwähnt stürzen sich dabei 4 Athleten auf Eishockey Schuhen einen Eishockey Kanal hinunter. Sie dürfen sich nicht checken, zurückhalten oder anders absichtlich foulen. Sie fahren in mehreren Läufen so lange bis ein Gesamtsieger feststeht. Als ich das das erste Mal gesehen hatte, dachte ich mir, da will ich mitmachen. Leider musste man sich damals noch dafür qualifizieren. Und dazu fehlte mir das Können. Nach einiger Zeit gab es aber ATSX-Bewerbe, an denen jeder teilnehmen konnte, der sich das zugetraut hat. Und das war mein Moment. Ich meldete mich sofort an, buchte eine Unterkunft und reservierte den Termin in meinem Kalender. Ich konnte den Tag kaum erwarten das endlich auszuprobieren.

Als es dann so weit war, wurde ich ein wenig nervös. Immerhin fahren die Profis mit über 60 km/h eine Eis Piste/Kanal hinunter. Wenn man zu Sturz kommt, kann es schmerzhaft werden. Ich zog meine Eishockeyausrüstung an, band meine Schuhe fest zu und ging zum Tellerlift. Es war so viel Schnee, dass wir Athleten bedenkenlos mit unseren Kufen im Schnee fahren und vom Lift bergauf gezogen werden konnten. So wurde nichts kaputt und der Aufstieg war weniger anstrengend. Oben angekommen stand ich im Startbereich und blickte in Richtung Ziel…

Mein Auftritt beim Ice Cross Downhill

Bei der ersten Abfahrt im Ice Cross Downhill war ich sehr verhalten. Ich habe viel gebremst. Die Strecke und die Geschwindigkeit kennenzulernen war wichtig. Erste Abfahrt ohne springen. Ab der zweiten habe ich mir schon mehr zugetraut und dann wurde es immer besser. Jeder musste sich qualifizieren, um weiterzukommen. An dieser Stelle sei gesagt, ich war überraschend weit weg von der Weltspitze. Allein beim Start wurden mir einige Meter abgenommen. Bei den Sprüngen, wo ich durch die Luft gewirbelt wurde, blieben die Profis nahe am Eis und konnten weiter Speed aufbauen. Am Ende war ich ca. 20-30 Sekunden nach den Profis im Ziel. Und dass bei einer Fahrzeit von gerade mal 30 Sekunden. Deutlicher Unterschied also. Aber es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Für mich war es 3 Jahre lang eine sensationelle Erfahrung, danach beendete ich meine Karriere und wechselte zurück ins Publikum. Das Video von 2015 gibts hier!

Die Profis im Ice Cross Downhill

Was die wenigstens wissen, wir haben sogar Weltmeister in dieser Sportart. Und die kommen aus Graz Umgebung. Marco Dallago war 2014 Weltmeister und Veronika Windisch 2020/21. Wenn man ihnen auf den Instagram Kanälen folgt, kann man erahnen, was in diesem Sport möglich ist. Ich habe sie euch natürlich verlinkt. Ich bin immer wieder beeindruckt was sie und alle anderen Athleten draufhaben.

Marco Dallago

Wie bist du dazu gekommen?
Ich habe das wie ich so 13 war einmal bei Zeit im Bild gesehen. Am Ende, wo sie manchmal so kuriose Sachen zeigen.
Das hat mich voll fasziniert. Danach hab ich es 10 Jahfre nicht gesehen und wie dann 2010 zum ersten Mal so eine WM gemacht worden ist, hab ich mich gleich erkundigt wie man da mitmachen kann.

Warum hast du mitgemacht?
Ich hab das gesehen und gewusst, dass ich das machen will. Es ist mir nicht mehr aus dem Schädl gegangen könnte man sagen haha.

Was waren deine größten Erfolge?
2014 bin ich Weltmeister und Teamweltmeister mit meinem Bruder gewesen.

Was sind deine nächsten Ziele?
Aus aktiver Sportlicher sicht nichts mehr. Ich bin immer mehr auf der Organisatorischen Seite und will helfen den Sport wieder groß zu machen.

Und wie verrückt muss man sein um das zu machen?
Wenn ich mir die ganzen Leute so anschaue, die das machen, würde ich sagen: ziemlich 🙂

Veronika Windisch

Wie bist du dazu gekommen?
Ich habe nach den Olympischen Spielen Marco kennengelernt und er meinte, wenn ich eh Eislaufen kann und kein Short Track mehr mache… kann ich ja das Probieren.

Warum hast du mitgemacht?
Dann habe ich in Wagrain mitgemacht und eigentlich nur gedacht ich sei völlig fehl am Platz
Das Rennen selbst war aber so eine coole Veranstaltung, dass ich es dennoch mit den Gedanken: das Coolste, was ich je gemacht habe, verlassen habe und so bin ich da reingerutscht.

Was waren deine größten Erfolge?
Short Track
(Eisschnelllauf)
2 Olympiateilnahmen
Vizeeuropameisterin
Europacup Siegerin
Weltcup Medaillen
Radsport
Österr Meisterin Kriterium und Bahnrad
Obstacle Run (Hindernislauf)
2x österreichische Meisterin
Inline Skaten
Österreichische Meisterin Bahn und Strasser
Ice Cross
3x Weltmeisterin 😉
20/21 dann war Corona 22/23 23/24

Was sind deine nächsten Ziele?
Ziel ist mal in Winterleiten eine gute Leistung zu zeigen. Bin zur Zeit leider krank.

Und wie verrückt muss man sein um das zu machen?
Man muss schon eine Schraube locker haben- aber jeder der das einmal macht, weiß dann warum.

Der erste Para Eishockey Teilnehmer im Ice Cross Downhill

Was Para Eishockey ist, habe ich schon erklärt. Wer das versäumt hat, kann es nochmal hier nachlesen. Mein Bruder spielt ja seit Jahren Para Eishockey. Michi hatte die Chance sein Können auch am Trainingsstandort in Winterleiten auszuprobieren. Somit ist er die erste Person weltweit, zumindest soweit wir wissen, die das gemacht hat. Er hat sich in seinen Schlitten gesetzt und ist die Strecke hinuntergerast. Dazu möchte ich euch seine Erfahrung dazu teilen. Das Video zu seinem Training kannst du auf Instagram anschauen.

Michis Fazit

Das Spezielle war die Ungewissheit wie die Eisqualität und wie ruppig die Strecke dadurch ist. Ob der Schlitten gut zu kontrollieren ist und wie schnell es wird. Nach zwei Abfahrten mit Sicherung folgte die erste ohne. Hier konnte ich den Schlitten laufen lassen und die Strecke noch besser kennenlernen.
Ich war selbst überrascht, dass der Schlitten gut zu kontrollieren und sehr wenig Hand-Eis-Kontakt nötig war, um die Kurven zu fahren und abzubremsen.
Alles in allem war es superlustig und hat riesig Spaß gemacht. Ich war selbst etwas überrascht, wie gut ich mit der Rumpfmuskukatur den Schlitten kontrollieren konnte und wie gut die Wellen und Sprünge auszugleichen waren.
Das Speziellste für mich war aber der Erste zu sein, der sich mit einem Para Eishockey Schlitten so eine Eispiste „runtergehaut“ hat.

Ein besonderes Highlight am Rande war der Weg zum Start, einbeinig mit Krücken über die eisige Naturrodelbahn, die Bande und dann durch den verschneiten Wald bei Mondlicht!

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Möglichkeit das auszuprobieren und die Unterstützung auf und abseits der Strecke

Kann jeder Ice Cross Downhill ausprobieren?

Grundsätzlich kann man sagen ja, aber …

  • Es ist nur erlaubt, wenn die Strecke offen ist und es Trainings gibt. Diese muss man über die Homepage buchen.
  • Während der Trainings kann man so oft runterfahren, wie es sich ausgeht
  • Die Kontaktinfos findest du hier.
  • Es gibt eine Pflichtausrüstung (findest du unterhalb der Kontaktinfos)

Wenn du diese Sachen beherzigst, dann steht deinem Vergnügen nichts im Wege. 🙂

Du möchtest nicht selbst fahren aber trotzdem helfen den Sport bekannter zu machen?
Dann unterstütze sie einfach. Die Infos dazu findest du hier.

Kann man bei den Trainings zuschauen oder gibt es eine Möglichkeit die Action live zu sehen?
Logisch geht das, einfach schauen, wann Trainings stattfinden und hinfahren. Am besten schaust du aber in die Kontaktinfos und fragst nach ob auch viele Athleten dort sind. Das Highlight wird die Veranstaltung am 07.02.2025 und am 08.02.2025 sein. Die Infos dazu findest du hier. Und das coolste? Bis heute (03.02.2025) 24:00 hast du noch die Möglichkeit dich zu registrieren und daran teilzunehmen. Wenn du nicht teilnehmen willst, schau vorbei. Dann hast du die Chance alles hautnah zu erleben, unterstützt dabei die Community und den rasanten Sport noch bekannter zu machen. Ich wünsche dir schon mal viel Spaß dabei.

Das wars auch schon wieder, ich habe dir alle Infos und Videos mit Links hinterlegt. Du kannst es dir also immer wieder anschauen und genießen. Ich würde mich auch freuen wenn du diesen Beitrag teilst, ein Like da lässt oder mit einem Kommentar unterstützt.

(Die Bilder und die Erklärung von Ice Cross Downhill stammen von https://ice-cross.at/)