von Mauzi | Sep. 29, 2025 | Beiträge mit Diabetes
Was sind mentale Herausforderungen beim Transalpine Run? „Mentale Herausforderungen beim Transalpine Run sind das Durchhalten über mehrere extrem fordernde Tage trotz Erschöpfung, Schmerzen, wechselndem Wetter und Selbstzweifeln.“ Ist die Antwort die man von ChatGPT erhält. Und was ist Mentaltraining? „Mentaltraining ist eine bewusste Schulung von Gedanken, Vorstellungen und Einstellungen, um Konzentration, Motivation, Gelassenheit und Leistungsfähigkeit zu steigern.“ Ebenso die Antwort von ChatGPT. Genug mit ChatGPT. Im Beitrag von heute möchte ich meine mentale Reise beim Transalpine Run näher beleuchten. Und wie immer bitte ich dich, lass einen Kommentar da, teile den Beitrag oder schenke ihm ein Like. Ich freue mich darüber.
(Mentale) Vorbereitung
Sportliche Vorbereitung
Bevor ich zum Transalpine Run anreiste, versuchte ich mich mit ausreichend Training auf den Lauf vorzubereiten. Mein Training lief gut und war umfangreich. Woche um Woche durfte ich mehr Kilometer laufen und Höhenmeter sammeln. Vom gemütlichen Longrun am Berg bis zu kurzen intensiven Bergsprints war alles dabei. Nun gut ich neige dazu meistens alles zu geben. So ist das geplante Training für mich häufig das Minimum, welches ich erfüllen will. Meistens mache ich mehr als notwendig. Das gilt allerdings nur fürs Training. Ansonsten bin ich ziemlich faul. Auch bei Lösungen suche ich meistens die einfachste. Es muss funktionieren ist mein Ansatz. Dadurch, dass ich so fleißig trainiert und kaum eine Veranstaltung ausgelassen habe, kam es zur Überbelastung und ich „durfte“ ärztlich angeordnet eine mehrwöchige Pause machen. Genau so etwas wünscht sich jeder Athlet vor einem Bewerb wie dem Transalpine Run. So war es nun mal und ich gings gemütlich an.
Gemütlich bedeutete ich habe 3 Wochen nur meinen Oberkörper trainiert. Gar keinen Sport zu machen, schaffe ich nur wenn ich ernsthaft krank bin. Eine kleine Verletzung schränkt mich ein, hält mich aber nicht auf. Also habe ich mir 2 Wochen Gedanken gemacht, wie ich meine Ausdauer ohne Laufen hochhalten kann. Ich bin zwar kein großer Fan vom Radfahren, aber kurzerhand habe ich mir ein Rennrad gekauft und begann einfach zu radeln. Damit war der Erhalt meiner Ausdauer gesichert. Im Krafttraining von Peter habe ich mir dann immer wieder Übungen für die Beine einbauen lassen. Immer wieder konnte ich somit in den Schmerz hineinfühlen. Welche Übungen funktionieren und welche nicht. Aufhören, bevor es schlimmer wird. Auf den Körper hören. Und so tastete ich mich an meine Grenzen heran und erhielt meine Fitness. Naja, und ich bin sofort ins Radfahren gekippt und habe gleich mal 1.000 km runtergespult. Normal kann ich nicht.
Mentale Vorbereitung
Im Vorfeld dachte ich mir schon, dass der Transalpine Run mehr als „nur“ eine körperliche Herausforderung wird. Also bemühte ich meine graue Hirnmasse auch etwas mehr als für andere Veranstaltungen. Ich schloss im Juli meine Mentaltrainerprüfung ab. Ein großer Vorteil für mich. Dann gönnte ich mir noch das Buch „Mentaltrainer für Läufer – Weil laufen auch Kopfsache ist“ von Dr. Michele Ufer. Als ich es in meinen Händen hielt, begann ich sofort neugierig darin zu lesen. Viele Dinge aus dem Mentaltraining waren mir schon bekannt. Im Buch waren aber teilweise andere Lösungswege und Übungen beschrieben, die mich interessierten und ich ausprobieren konnte. Mehr und mehr stellte ich fest, dass die mentale Komponente bei diesem Lauf wichtiger sein wird als sonst. Ich las und übte täglich. Was waren das für Übungen? Wie sieht so etwas aus?
Als erstes begann ich mir vorzustellen, dass ich gemeinsam mit meinem Teampartner Peter jeden Tag mit einem Lächeln im Gesicht ins Ziel komme. Dann begann ich mir vorzustellen, wie es sein wird, wenn wir die letzte Etappe geschafft haben. Welche Gefühle ich haben werde und wie es mir damit geht. Meine Reise begann im Ziel und ich arbeitete mich retour zum ersten Tag. Ich versuchte den Start bei bestem Wetter vorzustellen. Wie wir Teilnehmer angefeuert und motiviert werden. Und dann, wie es sein wird loszulaufen und endlich unser Abenteuer starten zu können. Dieses Szenario visualisierte ich vor meinem geistigen Auge für jede Etappe, für jedes Wetter, für alles, was gut lief und alles, was schlecht lief. Jede Möglichkeit, die mir in den Sinn kam, dass sie eintreten könnte, ging ich in meinem Kopf durch. Das Wichtigste für mich dabei war, dass ich es mir so real wie möglich vorstellen kann.
Herausforderung der Vorbereitung
Ich hoffe, das klingt noch alles verständlich. Nun möchte ich auf die Herausforderungen eingehen. Mentaltraining ist mehr als sich etwas vorzustellen oder zu wünschen. Es ist auch nicht mit einmal üben erledigt. Es ist wie jedes Training. Ich muss es schon öfters absolvieren damit es eine Wirkung hat. Und je öfter und genauer ich es mir visualisiere desto besser funktioniert es. Das ist meiner Meinung nach die größte Herausforderung. Und dann gibts da noch Fragen, „Was wäre wenn, … Was passiert, wenn es anders kommt, … usw.“ Ich habe versucht all diese Fragen, soweit ich konnte für mich zu beantworten. Und wenn das nicht möglich war, überlegte ich mir, was ich dann machen werde. Die Lösung war einfach, erstmal in die Situation kommen und dann wird mir schon was einfallen. Und das war tatsächlich einfach für mich.
Die größte Sorge, welche ich im Vorfeld hatte, war, ob mein Schienbein das durchalten kann und mitmachen wird. Eine andere Möglichkeit als es auszuprobieren hatte ich nicht. Irgendwie war ich auch schon neugierig, wie es sein wird nach 12 Wochen Laufpause wieder zu laufen. Daher dachte ich immer daran, dass ich jeden Schritt, den ich mache, schmerzfrei mache. Das ich leicht und unbeschwert über die Strecke laufen und glücklich, gesund und verletzungsfrei ins Ziel kommen werde. Und das Tag für Tag. 7 Tage lang. Als ich mit dieser Vorstellung begann, wurde mein Bein auch immer besser. Ich bemerkte nur mehr selten einen Schmerz. Wenige Tage vor dem Lauf durfte ich noch für einen Test aufs Laufband. Der Zeitpunkt, um zu testen, ob das Bein hält und ob mein Mentaltraining geholfen hat. Aber das steht ja schon in den letzten beiden Beiträgen, dass es das tat. Versäumt? Hier nachlesen!
Das gelernte Umsetzen
Als dann am 06.09.2025 um 08:02 (der Busverkehr musste durchgelassen werden) der Startschuss fiel, wusste ich, es ist so weit Zeit das Gelernte anzuwenden. Die ersten Kilometer fühlten sich sehr gut an. Keine Schmerzen, perfektes Wetter und ein unglaubliches Bergpanorama. Die Glücksgefühle waren sogar besser als ich sie mir vorgestellt hatte. Der erste Tag verging und beflügelte mich. Es lief problemlos ab. Ich musste nichts anwenden. Das Visualisieren hat sich ausgezahlt. Der erste Tag war gelaufen und ich dachte mir schon, dass das nicht jeden Tag so sein wird. Ich dachte dann so für mich: „Wie isst man einen Elefanten? Man beginnt mit dem ersten Bissen und dann Biss für Biss!“. So habe ich es dann auch bei den weiteren Tagen angelegt. Immer nur von einer Etappe zur nächsten denken, laufen und handeln. Ich begann bereits mir Affirmationen und Metaphern zu überlegen.
Affirmationen
Die Definition von meinem Experten ChatGPT „Affirmationen sind kurze, positiv formulierte Sätze, die durch wiederholtes Denken oder Aussprechen das Selbstvertrauen stärken und gewünschte Einstellungen oder Verhaltensweisen fördern.“ Und genau das habe ich gemacht. Ich ließ mir alles Mögliche einfallen. So viel, dass ich es mir gar nicht im Kopf behalten konnte. Daher entschied ich mich dann spontan, wenn ich es brauchen würde zu entwickeln. Das gelang mir extrem gut. Wenn es bergauf ging und ich am liebsten aufgehört hätte, sah ich meine Hände an und begann in meinem Kopf zu sagen «Links, rechts, links, rechts. Schritt für Schritt ans Ziel.» Oder wenn es bergab ging und ich überlegte, wie ich schneller runterlaufen kann «Leicht wie eine Feder geht’s runter, schnell wie ein Stein donnere, ich ins Tal». Und wenn gar nichts half, begann ich Melodien vor mich hinzusummen. Das hob meine Stimmung und es ging gleich besser.
Im Kopf singen
Ich bin der Meinung, dass meine Gesangskünste hinter verschlossenen Türen in einem schalldichten Raum bleiben sollten. Daher habe ich nicht beim Laufen gesungen. Also nicht hörbar. Nur für mich. Da klingt es auch sehr gut. Die Resonanz in meinem Kopf ist unglaublich. Was so eine hohle Birne für einen Klangraum bieten kann, ist schon faszinierend. Ich bin aber brutal gut im umtexten von Songs. Zumindest für mich selbst bin ich das. Und so fiel mir zu „The Police – Every Breath You Take” ein neuer Text ein. Angelehnt an den bekannten Text summte ich vor mich hin. „Every breath I take, every Carb I ate, I’ll be running trough” Es ist egal ob das Sinn macht oder richtig ist. Funktionieren musste es. Und das hatte ich damit geschafft. Damit kehrte immer wieder ein Schmunzeln in mein Gesicht zurück. Das hielt meine Motivation hoch weiterzumachen.
Schmerzen ignorieren oder annehmen?
Bei so einem Lauf war mir vorher schon klar, dass ich Muskelkater haben werde. Doch wie sehr oder wenig wusste, ich nicht. Auch war mir klar, dass es zu Blasen an den Beinen kommen könnte. Und dann war da noch die Sache mit anderen auftretenden Schmerzen. Was mache ich dann? Ignorieren, annehmen, aufgeben? Vorab konnte ich diese Entscheidung nicht treffen. Das ging nur in dem Moment, wo sie auftreten würden. Mit Muskelkater hatte ich kein Problem. Der war ab Tag 3 Geschichte. Von da an war ich locker drauf und meine Muskeln auch. Blasen? Waren nur zwei kleine auf meinen Zehen. Fachgerecht verarztet und versorgt waren auch die kein Problem. Dann traten die ersten Schmerzen im linken Knie auf. Gerade so viel, dass sie erträglich aber unangenehm waren. Die Lösung? Annehmen und tapen lassen. Das half zum einen im Kopf und zum anderen auch dem Knie.
Bis auf die sanften Schmerzen im Knie blieb das auch so. Bis auf den letzten Tag. Meine Schienbeine waren so geschwollen, dass auch das Mentaltraining nichts half. Ich probierte ein wenig zu laufen. Mehr schlecht als recht. Bergauf war noch ok, bergab war der Horror. Aber ich musste bis zur nächsten Verpflegung. Jede Vorstellung und was auch immer ich versuchte versagte. Den Schmerz konnte ich nicht wegdenken. Ich nahm eine Ibuprofen 600 und es wurde besser. „Ich lauf doch nicht 200 km durch die Alpen, um dann auf den letzten 20 km aufzugeben!“ Dieser Satz verstärkte die Wirkung der Ibu. Der Satz, die Tablette und mein ungebrochener Wille aus eigener Kraft ins Ziel zu kommen trieben mich an. Das und das Wissen, dass ich im Ziel für die Vorbereitung und die Strapazen der letzten Tage belohnt werde. Mental war ich schon im Ziel. Mehrmals.
Ich würde heute alles gleich machen. Wäre mir das vom letzten am ersten Tag passiert, hätte ich vermutlich aufgehört. Den Schmerz anzunehmen als Teil der letzten Etappe war ok. Auch ihn für eine kurze Zeit zu ignorieren. Über einen längeren Zeitraum wäre das nicht schlau gewesen. Ich habe diese Entscheidung für mich selbst getroffen und bin froh darüber. Das hat mir gezeigt, wo meine Grenzen liegen und wie weit ich gehen kann. Ob es dumm war, werde ich hoffentlich nie herausfinden. In der Situation war es gut und richtig. Auf meinen Blutzucker hatte es interessanterweise keine Auswirkung. Der lief stabil durch. Und die nächste Challenge? Noch habe ich die nicht festgelegt, aber ich habe Ideen. 😉
Mentales Fazit
Durch die Teilnahme am Transalpine Run konnte ich mir einige neue Fähigkeiten aneignen. Fähigkeiten die mir weit über den Sport hinaus helfen werden. Beruflich wie privat habe ich festgestellt, dass ich einige dieser gelernten Tools einsetzen kann und werde. Das beginnt damit, dass ich meine positive Einstellung beibehalten und ausbauen werde. Wie ich mit mir selbst und anderen umgehe. Rückschläge sind nicht zwingend schlecht. Sie können eine Chance für einen anderen Weg sein. Erfolge darf genieße ich, aber ruhe mich nicht zu lange darauf aus. Den Fokus aufs Ziel richten und halten. Sollte ich es aus den Augen verlieren suche ich den Fokus wieder und richte ihn eventuell neu aus. Mit Biss aber nicht verbissen an die Aufgabe gehen. Ich möchte weitere mentale Techniken lernen und diese bei Bedarf weitergeben. Der schönste Erfolg beim Lauf war, dass meine mentale Vorbereitung mir den Lauf gerettet hat.
Und damit möchte ich diesen Beitrag für heute schließen. Wie gehst du mit mentalen Herausforderungen um? Im Alltag, im Job, im Sport oder wo auch immer? Hast du Tricks, die dir helfen? Lass doch einen Kommentar da. Bitte lass auch einen Kommentar hier, falls du Wünsche für die nächsten Beiträge hast. Ich freue mich über Vorschläge. Übrigens das Video entstand an Tag 3. Wenige Kilometer vorm Ziel. Und es ist alles andere als happy 😉
von Mauzi | Sep. 22, 2025 | Beiträge mit Diabetes
7 Tage hintereinander zu laufen ist eine Sache. Das ganze dann noch in und über die Alpen ist nochmal ein Stück heftiger. Und wenn das dann noch mit Diabetes Diabetes Typ 1 absolviert wird, ist das wohl die Kirsche auf der Torte. Vielleicht stellst du dir nun die Fragen wie sieht da das Blutzuckermanagement aus? Wie viele Kohlenhydrate müssen gegessen werden. Welches Insulin wird verwendet? Welche Menge, wann wird es abgegeben, welches System wird genutzt. Dann bleib dran. Ich werde in den nächsten Zeilen darauf eingehen und versuchen es so gut wie möglich zu erklären. Vorab möchte ich aber darauf hinweisen, dass das meine Erfahrungen sind und ich die Behandlung in dem Moment so entschieden habe. Ich stand dennoch in ständigem Kontakt mit Othmar Moser. Er hat mich aus der Ferne beraten und gemeinsam haben wir über die Behandlung entschieden.
Blutzuckermanagement beim Lauf

Vorab die Erklärung zum Screenshot & Allgemeines
Bevor wir loslegen, erkläre ich noch das Bild. Die schwarzen und weißen Punkte sind die Sensorwerte. Der horizontale graue Balken, in dem sich die Werte die meiste Zeit befinden, ist der Zielbereich (70-180 mg/dl). Die blaue Linie ist die Basisinsulinversorgung. Diese wird vom Loop anhand der Sensorwerte bestimmt und an die Insulinpumpe übermittelt. Die blau strichlierte Linie ist die programmierte Basisinsulinversorgung. Für den Fall, dass der Loop ausfällt. Die Zahlen in den Blasen sind Kohlenhydrate (schwarz) bzw. die abgegebenen Insulineinheiten (blau). Vertikale gelbe (Ease-Off) bzw. rote Balken (Boost) sind Zusatzfunktionen im Loop. Diese Funktionen führen zu einer Verminderung oder Steigerung der Insulinabgabe. Also der Loop wird gemütlicher in der Insulinabgabe oder aggressiver. Das war es fürs erste mit Erklärungen zum Bild. Was Unter (Hypoglykämie)- bzw. Überzucker (Hyperglykämie) ist könnt ihr hier nachlesen.
Sofern ich es nicht explizit in einer Erklärung erwähne, war mein Zielwert während der Etappen immer auf 120-150 mg/dl eingestellt. Die Alarme für einen Hypo hatte ich auf 100 mg/dl gesetzt. Das war stets in Abstimmung mit Othmar geschehen. Außerdem hatten wir 7 Tage Zeit, um uns ein bisschen zu spielen. Ab Tag 3 habe ich in der Nacht einen Zielwert von 120 mg/dl eingestellt. Dies diente dazu Hypos und eine Gegenregulation zu vermeiden. Meine Ernährung war zum Frühstück meistens etwas mit Vollkorn, sofern es das gegeben hat oder Müsli. Beim Laufen selbst war es eine Mischung aus Zuckersirup aus der Tube (a 36g), Proteinriegel (50g Protein, 23 g Kohlenhydrate), Maoam, Cola oder Lower Carb Proteinriegel (11g Kohlenhydrate). Geschmäcker die ich aktuell weniger (gar nich!) konsumiere, Schokolade, Vanille und die Kombination davon und auch Cola.
Jetzt gehts los 😉
Am Vorabend des Starts in das 7 Tage Rennen gab es wie üblich vor Läufen eine Pasta Party. Erstmal richtig Kohlenhydrate schaufeln und dem Briefing lauschen. Mein Essen habe ich mit einer App zusätzlich zum Loop aufgezeichnet. So konnte ich die enthaltenden Kohlenhydrate bestimmen. Die Pasta war mit 96 g eine gute Portion für ein recht spätes Abendessen. Die 4 g danach waren glaube ich eine Mini Manner Schnitte, welche auf meinem Kopfpolster lag. Die Nacht war ok bis ca. Mittenacht. Dann kam es zu einem Hypo. Was eine Gegenregulation zur Folge hatte und meinen BZ wieder ansteigen ließ. Frühstück gab s um kurz nach 6 Uhr. Hier habe ich mehr gegessen als üblich und dafür weniger Insulin abgegeben als normal. Das führte zu einem schönen Anstieg wie man an der Kurve erkennen kann. Zusätzlich verwendete ich zu erst die Ease-Off Funktion und später dann den Boost.
Durch Ease-Off stieg mein Wert auf knapp über 300 mg/dl. Obwohl meine Werte schon erhöht waren, begann ich zu essen. Zum einen war das mit Othmar abgesprochen zum anderen ist es notwendig genug Kohlenhydrate und Kalorien zu konsumieren. Als ich die Boost Funktion aktiviert hatte, fiel mein BZ rasch ab. Trotz ständigem Essen und Trinken bekam ich knapp einen Hypo. Der Screenshot ging an Othmar. Bevor er geantwortet hatte, wusste ich bereits, dass das Einschalten des Boost Modes den Hypo herbeigeführt hatte. Ein Fehler der passiert ist und glücklicherweise ohne große Folgen blieb. Der Start war um 8 Uhr und wir waren um kurz vor 15 Uhr im Ziel. Dort konnten wir mit einem alkoholfreien Bier auf den ersten Tag anstoßen. Zum Abendessen gab es dann Käsespätzle. Also wieder ordentlich Kohlenhydrate zum Auffüllen der Speicher für die nächsten Tage.
Weiter gehts

Ich würde ja behaupten die erste Nacht nach dem Lauf war eine erholsame, aber das war es leider nicht. Ich habe mich beim Abendessen mit der Menge der Kohlenhydrate verschätzt und bekam dadurch einen Hypo. So eine Hypo Nacht ist nicht besonders angenehm. So kam es, dass ich schon sehr geschlaucht zum Frühstück und zum Start ging. Dieses Mal gab ich gar kein Insulin fürs Frühstück ab. Mein BZ (Blutzucker) kletterte auf knapp 200 mg/dl und fiel dann von selbst ab. An diesem Tag war der Start wieder um 8 Uhr. Ich nutzte fast die gesamte Zeit den Ease-Off Mode und musste dennoch ordentlich dazu futtern. Am zweiten Tag habe ich festgestellt, dass mein Körper weit mehr an Nahrung benötigt als ich mir vorgestellt hatte. Um ca. 14:30 waren wir im Ziel und es gab Nudelsalat und alkoholfreies Bier zur Belohnung.
Blutzuckermanagement bei der Königsetappe

Die Königsetappe hatte knapp 50 km und 3.400 Höhenmeter. Start war schon um 6 Uhr. Nachdem ich die Nacht davor immer im Hypo war, war diese Nacht genau das Gegenteil. Ich war immer im Hyper. Auch nicht viel besser, aber ich konnte durchschlafen und musste nicht in der Nacht essen. Warum der Loop mich nicht in den Zielbereich gebracht hat, ist einfach zu erklären. Weil die Nacht davor dauernd zu tief war versuchte er mich diese Nacht höher zu lassen damit ich nicht das gleiche Problem nochmal habe. Das Frühstück war um kurz nach 4. Wieder gab ich kein Insulin ab und mein BZ stieg nicht wesentlich weiter an. Wir machten uns auf den Weg und rechneten mit einer Zeit von 10 Stunden. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten war, dass mein BZ einwandfrei funktionieren und es und extrem gut gehen wird.
Wir waren nach 8:26 Stunden im Ziel. Deutlich schneller als geplant. Wir konnten einige Teams überholen und viel an Zeit gut machen. Uns kamen die technischen Downhillpassagen zugute. Auf denen ließen wir es richtig krachen. Dadurch das mein BZ auch so gut mitspielte war es noch einfacher. Das Einzige, was interessant war, war dass ich nach ca. der Hälfte meine Ketone gemessen habe. Diese waren erhöht. So musste ich kurzfristig einen manuellen Bolus abgeben und dann ordentlich futtern damit ich keinen Hypo bekomme. Die zusätzliche Energie haben wir gut genutzt und sind flott vorangekommen. Im Ziel gab es dann eine kleine Jause und alkoholfreies Bier. Weil ich das erste Bier vergessen hatte einzugeben und Insulin zu spritzen hatte ich einen ordentlichen BZ-Anstieg gefolgt von einem Hypo. Der rote Punkt beim Hypo ist eine blutige Kontrollmessung mittels Fingerstich und diente auch zur Kalibrierung des Sensors.
Bergsprint

Am vierten Tag war der „Ruhetag“. Bedeutet es waren „nur“ 9,3 km mit 1.300 Höhenmetern auf den Gotschnagrat. An diesem Tag regnete es die ganze Zeit, es ging Wind und war kalt. Nicht die schönsten Bedingungen aber egal. Wir hatten nichts Besseres zu tun als zu laufen 😉 Für mein Frühstück um 07:30 gab ich knapp 40% an Insulin ab. Ich ließ den Loop einfach arbeiten und wusste, dass ich kurz vorm Ziel einen Wert in Richtung Hypo haben werde. Start war um 09:15 und im Ziel waren wir um kurz vor 11. Dort schnappte ich mir gleich einen Riegel und wir liefen direkt zur Bergstation, um uns Umzuziehen und die Gondel ins Tal zu nehmen. Weil ich für den Riegel kein Insulin abgegeben hatte, schoss mein BZ auf knapp 400. An diesem Tag entschied ich mich dazu, dass der Loop das richten muss und griff nicht ein.
Wie man sieht, hat das super funktioniert und ich kam gut in den Zielbereich. Das Abendessen und die Nacht verliefen ruhig. Am Abend wurde uns beim Briefing für den nächsten Tag mitgeteilt, dass die Strecke aufgrund des anhaltenden schlechten Wetters verkürzt wird. Die Strecke war von 38 km auf 15 km reduziert worden. Es war zu gefährlich auf bis zu 2.700 m Seehöhe aufzusteigen. Die Temperaturen wurden auf bis zu -8°C vorhergesagt. Definitiv kein Wetter bei dem 600 Athleten über einen Berg laufen sollten.
Verkürzter Tag

Nachdem schon bei dieser Etappe die Höhen ausgelassen wurden, galt das auch für mein Blutzuckermanagement. Das Besondere an diesem Tag war, dass sich mein Smartphone selbst gesperrt hatte und ich es während des gesamten Laufes nicht nutzen konnte. Ich musste also blind dem Loop vertrauen. Erst war ich genervt und verärgert, dann war ich sogar richtig froh darüber. Ich hatte mich nur auf die Alarmsignale verlassen und wusste dann, dass ich Zucker benötige. Wir sind um kurz nach 10 Uhr gestartet und waren um kurz vor 12 im Ziel. Wie man sieht, hat der Loop sogar besser gearbeitet, als wenn ich eingreife. Ab diesem Tag ließ ich viel mehr den Loop selbst arbeiten und griff nicht mehr so häufig ein. Das war für mich eine Erkenntnis, die den Lauf wirklich entspannter gemacht hat. Es waren auch nur mehr 2 Tage zu laufen.
Vorletzter Tag

Nachdem es uns bisher gut gegangen ist, haben wir uns für Tag 6 überlegt, welche Zeit wir anstreben werden. Wir gingen von knapp 6 Stunden aus. Start war um 8 Uhr. An diesem Tag lief wieder alles besser als gedacht und auch mein BZ war guter Dinge. Ich war super zufrieden mit dem Blutzuckermanagement. Gegen Ende nahm ich einen Leistungsabfall wahr. 6 Tage laufen machten sich langsam aber sicher bemerkbar. Wir schlossen diesen Tag in knapp 5:26 Stunden ab. Damit waren wir wieder schneller als geplant. Im Ziel sah ich an meinen Beinen hinab und musste feststellen, dass sie deutlich geschwollen waren. Außerdem schmerzten sie auch. Durch die vielen Höhenmeter rauf und runter traten nun Überbelastungserscheinungen auf. Glücklicherweise nahm mir der Loop das Blutzuckermanagement ab und ich musste mich nicht darum sorgen.
Das Finale

Der letzte Tag begann für mich bereits mit heftigen Schmerzen in den Schienbeinen. Der Übergang von den Schienbeinen auf die Knöchel war nicht zu sehen. So geschwollen waren meine Bein. Außerdem hatte ich in der Nacht einen Hypo und war auch deswegen nicht besonders erholt. Die Etappe startete um 8 Uhr. Wir reihten uns eher weiter hinten ein. Die ersten 10 km waren nur bergauf. Knapp 1.800 Höhenmeter waren am Stück bis zum höchsten Punkt auf ca. 3.000 m Seehöhe zu bewältigen. Mit dem Aufstieg stieg auch mein Zucker. Der Loop fiel auch aus und ich lief auf der voreingestellten Basisversorgung. Das funktionierte sehr gut. Als es zum Downhill kam, musste ich feststellen, dass mein BZ das kleinste Problem ist. Meine Beine schmerzten derart, dass ich erstmals im Rennen zu zweifeln begann und mich auf einen extra langen Tag einstellte. Es würde ein Rennen gegen das Zeitlimit werden. Doch dann hatte ich eine Idee.
Bevor wir zur zweiten Verpflegungsstation kamen, nahm ich eine Schmerztablette. In meiner gesamten Laufkarriere war das das erste Mal, dass ich zu so einem Hilfsmittel griff. Erst wurde ich müde und die Schmerzen wurden schlimmer. Nach 30 Minuten und der Verpflegung wurde es besser und ich konnte sogar wieder laufen. Mein BZ war auch in Ordnung und wir steigerten wieder das Tempo. Mit dem guten Blutzuckermanagement und dem Ziel vor Augen konnten wieder Tempo aufnehmen. Es ging besser und ich freute mich auf das erste normale Bier seit Wochen. Per WahtsApp wurde mir Mut zugesprochen und Peter nahm mir bergab meinen Rucksack ab. Damit wurde alles leichter und wir flogen ins Ziel. Nach 7:15 Stunden hatten wir es geschafft. Es war unglaublich. Wir waren erleichtert, dass alles so gut geklappt hat und es uns so gut gegangen ist.
Fazit zum Blutzuckermanagement
Ich bin mit dem Blutzuckermanagement wirklich sehr zufrieden. Es hat bis auf Kleinigkeiten super funktioniert. Ich habe mich absolut wohl gefühlt und bin ziemlich sorgenfrei gelaufen. Dass es ab und zu mal nicht klappt ist einfach so. Das ist wie immer im Leben und gehört ein bisschen dazu. Ich habe gelernt je mehr ich auf den Loop vertraue, desto besser funktioniert es und macht seine Arbeit. Mittlerweile bin ich viel lockerer im Umgang damit und lasse den Loop einfach arbeiten. Es gibt mir mehr Freiheit und ich bin nicht mehr so gestresst. Ich habe jetzt mehr Zeit für andere Sorgen 😉 Hast du noch Fragen zum Blutzuckermanagement oder zum Loop? Infos zur Insulinpumpe findest du hier zum Loop findest du die Infos hier. Ansonsten schreib mir doch gerne einen Kommentar dazu, lass ein Like da oder teile den Artikel. Ich freue mich auf deine Rückmeldung.
An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass ich hier keine Behandlungs- oder Therapieempfehlungen abgebe. Es sind meine Erfahrungen und Berichte im Umgang mit meinem Blutzuckermanagement. Wenn du gezielte Therapiemöglichkeiten benötigst, besprich diese bitte mit deinem Arzt oder Diabetesberater. Es gibt mittlerweile internationale Trainingsempfehlungen mit Diabetes. Diese Empfehlungen gibt es für die meisten gängigen Loops und wurde von international anerkannten Wissenschaftlern in Studien ermittelt und verfasst. Ich habe mich persönlich an diesen Guidelines orientiert und es in Rücksprache individuell angepasst. Bei konkreten Fragen hilft dir dein Arzt oder Diabetesberater sicher gerne weiter. Viel Spaß beim Training mit Diabetes. Lass dich nicht unterkriegen und denk immer daran, Diabetes ist kein Hindernis deinem Hobby nachzugehen.
Vorschau
Im nächsten Artikel werde ich von meinen mentalen Tricks berichten. Wenn du schon Fragen dazu hast, dann rein damit in die Kommentare 😉
von Mauzi | Sep. 16, 2025 | Beiträge mit Diabetes, Veranstaltungsbeiträge
So schnell ist eine Woche vorbei und der Transalpine Run 2025 ist Geschichte. Was war das für eine schöne Woche. Voller Höhen und glücklicherweise mit wenig Tiefen. Auch wenn ich euch immer wieder Einblicke in den Lauf und den Alltag gegeben habe, möchte ich es hier nochmals machen. Ich möchte nicht nur Einblicke geben, sondern dich auch fragen, ob du konkrete Fragen hast. Wie war es mental? Welche Tricks habe ich angewendet. Körperlich, mit meinem Diabetesmanagement usw. Lass einfach einen Kommentar hier. Heute gibt es den Breicht der 7 Tage, das Blutzuckermanagement und meine mentalen Tricks folgen in den nächsten Tagen/Wochen.
Viel Spaß beim Lesen meiner Eindrücke.
Die Vorbereitung
Meine Vorbereitung für den TAR2025 lief bis Juni ganz gut und dann gar nicht mehr. Ich habe immer wieder mal mein Schienbein gespürt und deswegen auch den Trainingsumfang verringert. Nachdem ich aber einige Veranstaltungen am Plan hatte, bin ich diese auch gelaufen. Irgendwann war es dann gänzlich zu viel und ich musste eine längere Pause einlegen. 3 Wochen habe ich nichts getan. Kein spazieren oder laufen. Nur Oberkörperkrafttraining habe ich gemacht. Insgesamt dauerte die Pause 12 Wochen. Ich habe mir nur ein Rennrad gekauft. Damit habe ich meine Ausdauer weitertrainieren und vielleicht auch noch verbessern können. Das Radfahren funktionierte ausgezeichnet und so war ich positiv gestimmt, dass auch der Transalpine Run eine eher mentale Herausforderung wird und die Ausdauer vorhanden ist. Ich wusste es aber bis zum Start nicht. Daher war ich seit langem wieder mal nervös vor einem Wettbewerb.
Zur weiteren Vorbereitung zählte Mentaltraining. Ich habe eine Ausbildung als Mentaltrainer abgeschlossen und einige Bücher speziell für Sportler gelesen. Das half mir mich auf den Lauf vorzubereiten. Ich visualisierte immer wieder, dass ich den Lauf schmerzfrei mit einem stabilen Blutzuckermanagement bestreiten werde. Bei jedem Wetter, mit Muskelkater, mit zwicken in den Gelenken. Jede Möglichkeit, die mir einfiel, habe ich versucht zu visualisieren und zu erleben. Ich habe nicht den perfekten Lauf geplant oder mir vorgestellt. Schlechtes Wetter und Probleme habe ich ebenso mit in das Mentaltraining genommen. Jede Eventualität, welche mir eingefallen ist, habe ich eingebaut. Mir war es wichtig so gut es geht vorbereitet zu sein. Damit konnte ich etwas entspannter bleiben. Dadurch habe ich auch sicher besser geschlafen die Tage davor. Falls du dich fragst ob es funktioniert hat, ja das hat es. Sehr gut sogar. Die Zeit, die mir durch das Laufverbot gegeben wurde nutzte ich dafür.
TAR25 der Lauf
Das Team
Ich trat im Team Mylife Runners an. Das Team bestand aus meinem langjährigen Freund Peter und mir. Mit Peter bin ich meinen ersten Marathon gemeinsam gelaufen und seitdem laufen wir immer wieder gemeinsam. Mehr oder weniger verrückte Veranstaltungen. Mehr oder weniger zum Gefallen von Peters Partnerin. Danke Heidi, dass du ihn hin und wieder für unsere Läufe herborgst 😉
Tag 1
Die letzten Sekunden werden heruntergezählt. 3.. 2.. 1.. STARTSCHUSS! Und 1000 Läufer setzten sich von Lech am Arlberg nach Bludenz in Bewegung. Die erste Etappe 39 km mit 2.300 Höhenmeter bergauf und 2.500 bergab. Es wären mehr gewesen, aber auf Grund von Regen und Schneefällen am Vortag musste die erste Etappe geändert werden. Das Ziel war klar. In den ersten beiden Tagen sich nicht abzuschießen. Also eher hinten im Feld starten und gemütlich den ersten Anstieg meistern. Bei den Downhillpassagen aufpassen und ebenso zurückhaltend bleiben. Zeit an die 7-8 Stunden laufen dann regenerieren. Der erste Tag lief bereits super. Unsere Zurückhaltung zu Beginn eskalierte bei den anspruchsvollen Downhills in puren Wahnsinn und wir liefen viel schneller als geplant. Nach knapp 6:40 Stunden waren wir im Ziel. Glücklich den ersten Tag überlebt zu haben und voller Vorfreude auf Tag 2. Ich spürte bereits meine Beine.
Tag 2
Der Startschuss fiel zum zweiten Mal und wir machten uns wieder auf den Weg. Von Bludenz nach Brand mit ein paar kleinen Umwegen im Hinterland. Anders wären wir aber auch nicht auf die Knapp 34 km mit über 2.000 Höhenmeter rauf und runter gekommen. Die Strecke startete durch die Stadt und über Asphalt 4 km bis zum Eingang in eine Klamm. Dort entstand bereits ein langer Stau und wir bereiteten uns schon auf den Aufstieg vor. Von dort weg ging es eigentlich nur mehr bergauf bis zum höchsten Punkt auf 1900 m Seehöhe. Vom höchsten Punkt ging es nach unten. Wieder mit einem Höllentempo krachten wir ins Tal. Wir konnten einige Leute überholen und vor allem am letzten Stück bergab gab es kein Halten mehr. Kurzerhand hab ich mich unfreiwillig auf meine 4 Buchstaben gesetzt. Nichts passiert, ab ins Ziel und regenerieren.
Tag 3 Königsetappe
Es stand die Königsetappe an. 49 km und über 3.400 Höhenmeter rauf nur 3.100 nach unten. Als hätten die ersten beiden Tage mit gesamt 72 km und über 4.000 Höhenmeter nicht schon ausgereicht. Ein Knall und das Starterfeld lief los. Wir spürten unsere Beine und mussten erst unser Tempo finden. Nach 2-3 km einlaufen waren wir wieder in unserem Renntempo und kamen gut voran. Bergauf waren wir flott aber nicht am Limit unterwegs. Das änderte sich als es wieder bergab ging. Beim ersten Downhill überholten wir gefühlt das ganze Starterfeld. Beim Gegenanstieg hatten wir dann wieder mehr Zeit und reduzierten das Tempo erneut. Wir hielten sogar kurz an. Ich führte Ketonmessungen durch und pfiff mir puren Zucker ins Kleinhirn. Nach 2-3 Minuten im Gehtempo bergab rief ich zu Peter „Ok, ready to rumble!“ Die Handbremse wurde gelöst und wir donnerten ins Tal. Geplante Zielzeit 10 h, Ankunft nach 8:26 h.
Tag 4 Bergsprint
Der Bergsprint gilt als „Erholungstag“. Grund dafür ist, dass es nur 9,4 km mit 1.300 Höhenmeter bergauf geht. Und es wäre auch wirklich ein Tag zum Erholen gewesen, wenn da nicht Regenwetter den Tag getrübt hätte. Der Start wurde immer früher angelegt damit möglichst alle trocken ins Ziel kommen. Leider hatte das Wetter die Idee auch früher mit dem Regen zu beginnen und es so lange regnen zu lassen bis auch der Letzte im Ziel war. Wir starteten gemütlich, ab der Hälfte der Strecke wurde es mir zu kalt und ich erhöhte das Tempo. Ich sah nicht mal zu Peter zurück, ich wusste er ist fitter als ich und bleibt dran. Bergauf ist nicht unsere Königsdisziplin aber die geplante Zielzeit von 2 h unterschritten wir dennoch. Zielzeit 1:42. IM Ziel sofort umziehen, ab in die Gondel, duschen umziehen, essen gehen, Massage und Powernap. Ruhetag eben.
Tag 5 verkürzte Etappe
Die Etappe musste aufgrund des Wetters deutlich verkürzt werden. Damit ergab sich ein zweiter Tag zum Erholen. Nur 15 km mit 750 Höhenmeter waren zu bewältigen. Zum Start musste man aber 2,5 km hinwandern. Der Start erfolgte fliegend. Sobald man ankam, lief man los. 3 h durften benötigt werden. Wir hatten wieder 2 h am Plan. Peter war besser drauf und ließ mich erst bergauf schnaufen und bergab sogar stehen. Die Folge er musste im Tal warten. Dann kam eine flache Passage auf Asphalt. Mag ich normalerweise. Bei Regen und nach 130 km in den Beinen mit über 8.000 Höhenmeter hielt sich meine Begeisterung aber in Grenzen. Die einzige Verpflegungsstation ließen wir aus und rannten weiter ins Ziel. Mein Handy entschied sich komplett zu sperren. Ich hatte keine Messwerte und durfte blind auf meinen Zucker vertrauen. Hat geklappt und nach 1:41 h waren wir komplett durchnässt im Ziel.
Tag 6
Ich dachte die Strecke wird auf Grund des Wetters der letzten Tage sicher wieder verkürzt. Falsch gedacht. Es waren 34 km und der höchste Punkt war auf knapp 2.700 m Seehöhe. Da ist die Luft schon ganz schön dünn. Der Start war in Zernez und es ging nach Scoul. Die ersten 2 km waren auf der gesperrten Bundesstraße, bevor es über einen Singletrail zum höchsten Punkt ging. Kurz vor dem Gipfel klingelte mein Telefon. Thunderstruck war zu hören gefolgt von einem, „Seas Andi bin im Urlaub. Spaziere gerade a bissl durch die Schweiz. Bin nächste Woche wieder da.“ Ich entschuldigte mich bei den restlichen Teilnehmern in meinem Umfeld, dass ich noch telefonieren konnte, während sie um Luft ringen musste. Einige kostete es ein Lachen. Am höchsten Punkt angekommen ließen wir es wieder krachen. 2 mal noch rauf und wieder runter und wir waren im Ziel. Geplant 6h Ziel 5:26h. Meine Schienbeine hatten aber gelitten. Ordentlich!
Tag 7 Das Finale
Der letzte Tag war vom Aufstehen weg mühsam. Meine Schienbeine schmerzten ordentlich. Es tat richtig weh. Mein Ziel war es ins Ziel zu kommen. Irgendwie. Wir gingen an den Start und platzierten uns weit hinten. Die Luft war erst mal draußen. Keine Zielzeit mehr geplant. Nur vor dem Zeitlimit ins Ziel kommen. Es gab nur einen großen Anstieg. Gleich zu Beginn. 10 km 1.800 m nach oben auf knapp 3.000 m Seehöhe. Knapp innerhalb des Zeitlimits erledigt. Der Downhill war die pure Qual. Peter und ich stellten uns auf einen langen Tag ein. Nach dem ultralangsamen Downhill beschloss ich am kurzen Anstieg eine Schmerztablette zu nehmen. Würde ich sonst nie machen, aber nach 200 km durch die Alpen beende ich nicht freiwillig das Rennen. Verpflegungsstation 2 immer noch im Zeitlimit. Die Tablette wirkt. Langsam konnten wir wieder Tempo aufnehmen und sogar laufen. Es sah zwar aus als hätte mich jemand angefahren, aber ich konnte laufen.
Während des Rennens dachten wir, dass wir eine der letzten sein werden, die ins Ziel kommen. Allerdings ging es mir dann zunehmend besser und wir wurden wieder schneller. Die Schmerzen wurden wieder erträglich. Laufen war wieder möglich. Das stimmte uns glücklich und wir kamen dem Ziel rasch näher. Nach 7:15 h waren wir im Ziel. Nach 7 Tagesetappen hatten wir eine Zielzeit 37:58:17,0 h für 223 km und 13.200 Höhenmeter benötigt. Wir beide sind glücklich es geschafft zu haben. Auch wenn es zwischendurch anstrengend war konnten wir viel mitnehmen, lernen, sehen und erleben. Ein unvergessliches Erlebnis.
Danke
An dieser Stelle möchte ich danke an alle sagen die uns unterstützt haben. Allen voran Mylife Diabetescare. Sie haben unser Startgeld beglichen und so unser Erlebnis erst möglich gemacht. Danke an Peter, dass er sich der Herausforderung gestellt und diese gemeinsam mit mir gemeistert hat. Ebenso ein Dankeschön an meine Familie, die mich aus der Ferne unterstützt haben. Danke auch an Othmar Moser. Das Blutzuckermanagement wurde durch ihn überwacht und er stand mit seiner Expertise erfolgreich zur Seite. Danke auch an die Organisatoren, die so ein Event veranstalten und es unvergesslich machen. Und danke auch an meinen Physiotherapeuten Peter, er hatte rasch Zeit sich mein Schienbein anzusehen, mich zum richtigen Arzt (auch ein Peter😉 ) zu schicken und das Training anzupassen. Und ein weiterer Dank geht an Christian Almer von der Sportmed Graz. Bis zu meiner Verletzung konnte ich erfolgreich nach seinem Plan trainieren und mich vorbereiten.
Das war der TAR
Das war der Transalpine Run 2025. Ein Erlebnis, welches mir sicher in Erinnerung bleibt. Ich hoffe, du hattest beim Lesen so eine Freude wie ich beim Laufen. Wie versprochen werde ich in den nächsten Tagen und Wochen noch ausführlicher über mein Blutzuckermanagement, mein mentales Training und Herausforderung sowie auf die Fragen von euch eingehen. Ich freue mich schon davon zu berichten und von dir zu hören. Schreib doch in die Kommentare was dich besonders interessiert. Teile den Beitrag und lass doch ein Like da. Und falls du noch andere Projekte nachlesen möchtest bist du hier richtig. Bis bald!
von Mauzi | Juni 17, 2025 | Beiträge mit Diabetes, Beiträge ohne Diabetes
Ich bin mir sicher, dass viele wissen was ein unzertrennbares Band ist. Für uns ist dieses unzertrennbare Band der 17.06. Für viele ist dasein normaler Tag. Für uns ist es mehr als ein „normaler“ Tag. Es ist ein ganz besonderer Tag. Für uns ist es ein Tag der unser Leben für immer verändert hat.
Ein unzertrennbares Band
Mein 17.06
Am 17.06.2015 begab ich mich zu meinem Hausarzt. Mir gings nicht gut und ich hatte einen Verdacht was los ist. Ich schilderte ihm kurz meine Geschichte und wenige Momente später erhielt ich die Diagnose Diabetes Typ1 habe. Typ1 bedeutet so viel wie, ich bin auf das zuführen externen Insulins angewiesen. Das ist nicht der „schlimme“ oder der „so wild hast du es“ Typ. Es ist der Typ, bei dem mein Körper einfach beschlossen hat, kein Insulin mehr zu produzieren. Du kannst das so sehen wie, wenn dein Körper beschließt den Lungen zu sagen sie sollen aufhören Luft zu pumpen. Na, wie schlimm ist das? Ziemlich endlich, oder? Diabetes ist nicht so tragisch. Damit kann ich gut leben. Wie gut kannst du hier nachlesen. Ich habe den Typ übrigens nicht ausgesucht oder bekommen, weil ich zu viel Süßes gegessen habe. Das passiert einfach. Warum? Das weiß aktuell noch niemand ganz genau.
Es ist aber auch egal woher es kommt und warum es nicht mehr weggeht. Es ist gekommen und zu bleiben. Die Frage ist nur, was ich daraus mache bzw. bereits gemacht habe. Meiner Meinung nach habe ich das Beste daraus gemacht. Mir geht es gut, ich habe meinen Spaß am Leben und würde meinen, dass ich ganz gut beweisen kann, dass Diabetes kein Hindernis darstellt. Zugegeben es bremst mich manchmal aus, aber ich kann es auch wunderbar als Grund verwenden, wenn ich mal keinen Bock auf etwas haben. Wer es nicht selber hat und sich damit nicht auskennt, muss mir einfach glauben, dass es mir nicht gut geht. Punkt für mich und Diabetes. Weil ich meine Diagnose Diabetes aber in einem anderen Beitrag behandle, möchte ich direkt zum nächsten Thema kommen. Nämlich Michis Unfall.
Michis 17.06
Am 17.06.2017 starteten wir in unserem Urlaub mit Freunden eine weitere Motorradtour. Geplant war es in Südtirol ein paar Bergpässe abzufahren, irgendwo Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen und am Abend gemütlich im Hotel ein Bierchen zu trinken und gemeinsam zu essen. Wir fuhren also nach dem Frühstück los und passierten die Grenze. In einem Örtchen bei einer Ampel meldete sich meine Insulinpumpe mit einem Batteriealarm. Die Batterie wird in den nächsten 12 Stunden leer werden. Ein Grund umzudrehen, allerdings wussten wir, dass wir sicher davor wieder im Hotel sind. Dort gibt es eine neue Batterie. Anstatt umzudrehen, setzten wir unsere Tour fort. Irgendwann zu Mittag tauschten Michi und ich das Motorrad. Michi wollte eine Probefahrt machen, weil er sich überlegt hat das gleiche Motorrad zu kaufen. Ich erklärte ihm alles und das er vorsichtig sein muss. Er fuhr schon ein paar Jahre und hatte genug Erfahrung.
Nachdem wir in einer Gruppe unterwegs waren, fuhren wir sowieso gesittet und hielten uns auch an die StVo. Auf den Bergpässen galt allerdings, jeder fährt so schnell wie er will (im gesetzlichen Rahmen natürlich) Auch daran hat sich jeder brav gehalten. Wir kamen zu einem Pass und Michi hatte freie Fahrt. Er fuhr als erste Person und führte die Gruppe an. Es waren viele schöne Kurven die richtig Spaß gemacht haben. Wir waren voller Freude und genossen die Fahrt. Doch dann geschah das Unglück. In einer Kurve passierte ein Fehler, er kam auf die Gegenfahrbahn und krachte in die Leitschiene. Sein linkes Bein war der Puffer zwischen ihm und der Leitschiene. Durch den Aufprall wurde er vom Motorrad geschleudert und nahm Flugstunden. Seine Bruchlandung endete ebenso in der Leitschiene. Unser älterer Bruder, der direkt hinter ihm war, sah den Unfall. Dann kam unser Freund Armin und danach ich.
Der Unfall
Von da an läuft alles ab wie ein Film. Wir sprangen von unseren Motorrädern und liefen zu Michi. Er hat geschrien. Aber nicht vor Schmerzen wie er sofort selbst sagte, sondern um uns zu signalisieren, dass er bei Bewusstsein ist. Sofort setzten wir einen Notruf ab. Wir wussten nicht sofort, wo wir waren. Glücklicherweise kamen Einheimische vorbei. Denen gab ich mein Telefon und machte ihnen mit Händen und Füßen verständlich, dass sie einen Hubschrauber anfordern sollen. Sekunden wurden zu Stunden. Ich sah Michis Bein. Nicht nur sein Bein. Auch seine inneren Werte ragten durch die Ledermontur weiß-rötlich in der Sonne schimmernd heraus. „Scheiße“ schoss es mir durch den Kopf. Michi sah meinen Blick. „Ist es schlimm?“ „Nein geht schon.“ Meinte ich und musste schlucken. „Lüg mich nicht an.“ „Naja sexy ist es nicht.“ Und dann waren wir beschäftigt Schatten für ihn zu machen und auf die Rettung zu warten.
Als erstes traf die Polizei ein. Kurz danach die Rettung und dann erst der Hubschrauber. Der Ernst der Lage wurde immer klarer. Andere Motorradfahrer hielten bereits an und halfen die Unfallstelle zu sichern oder waren dazu da, um die Infusionen für Michi zu halten. Michi wurde aus der Montur geschnitten. Ich wich nicht von seiner Seite, sprach mit ihm und hielt ihm die Hand. Nach einer Stunde Erstversorgung an der Unfallstelle wurde er in den Hubschrauber gebracht. Ich fragte, ob ich mitfliegen darf und hatte Glück. Der Pilot stimmte zu. Michi lag vor mir im Hubschrauber. Ansprechbar, mit einer Sauerstoffmaske im Gesicht und bereits voller Schmerzmittel. Der Flug fühlte sich an wie eine mehrtätige Mission auf der ISS. Michis Gedanken verriet er mir ihm Nachhinein. „Wenn die Schraube vom Rotor zum Hubschrauber flöten geht, dann gehen wir alle drauf“. Er war also auch sehr um uns besorgt.
Die Not OP
Wieder am Boden gelandet wurde er sofort in einem Schockraum gebracht. Nach der ersten Einschätzung durch die Ärzte ging es weiter zur Not Operation. Über 4,5 Stunden hat es gedauert bis ein Arzt aus dem Saal kam und mir mitteilte, dass sie alles, was sie tun konnten, getan haben und es jetzt heißt abzuwarten. Ich fragte mehrmals, ob er es schaffen wird. Ausweichende Antworten, aber Hoffnung war da. Er wird wieder. Mehr wollte ich nicht hören. Nach einer weiteren Stunde durfte ich dann zu ihm auf die Intensivstation. Intubiert, vollgeklebt mit Elektroden und alles voller Leitungen, die in ihn oder aus ihm kamen. Ich stand 5 Minuten an seinem Bett. Drückte ihm nochmal die Hand und sagte, „Michi du hattest einen schweren Unfall. Die Ärzte haben gesagt du hast viel Blut verloren und musst dich jetzt erholen. Aber du wirst wieder. Erhol dich und ich komme wieder. Versprochen!“
Dann verließ ich die Station und begab mich nach draußen. Es war noch immer sehr heiß. Erst jetzt wurde mir klar, dass ich in Bozen bin. Allein und die Batterie meiner Insulinpumpe kurz vorm Ausfallen. Bis auf Frühstück hatte ich den ganzen Tag nichts gegessen. Mein Taxi, mein älterer Bruder mit Freunden, war noch 2 h entfernt. Mir blieb nichts übrig als zu warten. Irgendwann um kurz vor Mitternacht wurde ich dann abgeholt. Gleich wurde ich mit einer neuen Batterie versorgt und bekam ein Lunchpaket. Dann fuhren wir retour ins Hotel. Dort hatte ich noch 2 Bier, bevor ich duschen und ins Bett ging. Nicht wissend, ob Michi die Nacht übersteht oder ob in der Früh ein Anruf am Telefon aufscheint das Unheil verkündet. Glücklicherweise kam es anders. Der Anruf kam, aber alles war gut. Die Nacht war überstanden. Der Rest würde sich in den nächsten Tagen zeigen.
Die Zeit danach
Die Tage danach waren immer gleich, aufstehen, frühstücken, zu Michi ins Krankenhaus gehen, ihm beistehen. Es dauerte 2,5 Tage, bis er wieder aus dem Koma aufgeweckt wurde. Wenigstens war ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr allein. Unser Vater war nachgebracht worden von meiner Tante. Begleitet von unserer Mutter und seiner Freundin. Ich bin froh, dass nur mein Vater blieb und sonst niemand. Nach jedem morgendlichen Besuch ging es zum Mittagessen, dann zum Besuch und dann zum Abendessen. In der Zwischenzeit hielten wir alle Verwandten, Freunde und Bekannten am Laufenden und ich kümmerte mich um den Rücktransport. Nach über einer Woche ging es dann endlich nach Graz in die Heimat. Wo dann der eigentliche lange Rückweg für Michi beginnen sollte. Und auch den meisterte er. Es gab zwar Rückschläge, aber Michi ließ sich nie unterkriegen und so konnte er zurück ins Leben kommen und fand (s)ein neues Hobby. Oder verrückter.
Unser 17.06
Seit meiner Diagnose und dem Unfall von Michi, ist der 17.06 unser 2er Feiertag. Für ihn ein zweiter Geburtstag und für mich gibt’s Kuchen. Diabetes habe ich schon und den Teil mit der Amputation des Beines hat Michi erledigt. Damit haben wir alles abgedeckt. Wir feiern das selten, um ehrlich zu sein. Meistens bin ich Urlaub und Michi darf arbeiten. Wir holen das dann häufig nach. Grillen, chillen, und Bierli killen. Gemeinsam schauen dann auf unsere Erlebnisse zurück und sind froh, dass es uns so gut geht. Wir sind sehr ähnlich in unserer Art und Humor. Es kann dann schon vorkommen, dass wir vergessen die Bier zu zählen und rechtzeitig aufzuhören. Dann wanken wir nach dem einen oder anderen Bier, als ob uns beiden mindestens ein Bein fehlen würde. Was uns beide auch stark verbindet ist unsere Stärke mit Rückschlägen umzugehen und die positiven Dinge versuchen zu sehen.
Was ist daran positiv?
Vieles ist daran positiv. Michi kann nicht mehr mit dem falschen Bein aufstehen. Er wird sich auch kein Bein ausreißen nur um etwas zu erreichen. Wenn jemand fragt, ob es läuft, sagt er nein es humpelt. Und davon gibt es noch unzählige weitere Sprüche. Ich bin süß, auch wenn ich Sauer heiße. Ich antworte auf Fragen zu meinem Diabetes meistens mit dummen Antworten. Außerdem darf ich, nein ich muss sogar, legal dopen. Insulin steht auf der Dopingliste und ohne geht es bei mir nicht mehr. Auch hier könnte ich noch viele weitere Dinge anführen die ich als positiv beurteilen würde. Eines ist noch zu erwähnen. Michi hat seit neuestem einen Flaschenöffner in seinem Schaft. Man kann wunderbar Bier öffnen oder auch andere Getränke. Ist also nicht nur positiv sondern auch ein Partygag und kommt verdammt cool rüber.
Was wir beide als positiv empfinden ist unsere Neugier einfach immer wieder was auszuprobieren. Wir wollen anderen Mut machen und zeigen, dass auch Rückschläge nicht der Weltuntergang sind. Jeder von uns hat die Möglichkeit das Beste aus seiner Situation zu machen. Wenn wir es allein nicht schaffen, dann haben wir jemanden der uns helfen kann, oder wir suchen jemanden. Und haben wir keinen in unserem Bekanntenkreis dann suchen wir uns jemanden außerhalb. Irgendwie geht es immer weiter. Unser Leitspruch ist auch „Wenn der Kopf bis zum Hals in Scheiße steckt, dann lassen wir ihn lieber nicht hängen!“ Und so kommen wir immer voran. Die Richtung ist dabei egal. Wir möchten ein Vorbild sein und andere motivieren den Kopf nicht hängen zu lassen. Den egal was das Leben für dich bereit hält, du hast immer Möglichkeiten. Du kannst aufgeben, nachgeben oder Alles geben. Wir geben (fast) immer alles.
Auf die nächsten Jahre
Wir wissen beide nicht, was das Leben für uns noch bereithält. Wir wissen nur, wir werden es nehmen, wie es kommt, und uns gegenseitig zur Seite stehen und unterstützen, wo wir nur können. Es wird sicher die eine oder andere Meinungsverschiedenheit geben, bisher konnten wir noch alle lösen. Sei es durch direkte Aufforderung oder durch ein klärendes ruhiges Gespräch. Das meiste machen wir uns beim Kochen, Grillen und Bier trinken aus. Das hat bisher gut funktioniert und wird es auch weiterhin. Für uns ist klar, was auch immer passiert, es wird immer einen Weg geben, der für uns passt und den wir gemeinsam gehen bzw. humpeln können. Uns rennt nichts davon und falls doch, hole ich es ein und halte es fest 😉
Und damit beende ich den Beitrag für heute. Ich hoffe, er hat dir gefallen. Über ein Like, Kommentar oder wenn du es teilst, freue ich mich sehr. Wie gehst du mit Rückschlägen um? Feierst du auch einen zweiten Geburtstag oder irgendeine Diagnose wie Diabetes?
von Mauzi | Juni 4, 2025 | Beiträge mit Diabetes
Vor 2 Jahren bin ich meine 9 Marathons in Folge gelaufen und habe jedes Bundesland sowie jedes Nachbarland dabei besucht. Auf selbst erstellten Strecken ging es durchs Land. Bei „Laufend Grenzen verschieben“ habe ich nicht nur mein schönes Österreich besser kennengelernt, sondern auch alle Nachbarländer. Und natürlich habe ich die Kulinarik erforscht und genossen. Heute möchte ich auf meine Marathon und Cordon Bleu Reise zurückblicken und das mit dir teilen.
Laufend Grenzen verschieben
Die Idee dahinter
Die Idee entstand beim Kongress Licht 2023. Ich habe einen Artikel über 2 Südsteirer gelesen, die in jedem Bundesland einen Halbmarathon gelaufen sind. Und das an 9 aufeinanderfolgenden Tagen. Ich musste schmunzeln und kurze Zeit später bekam ich von Freunden und bekannten den Artikel auch noch geschickt. Lächelnd habe ich gemeint, das ist eine halbe Sache und wer mich kennt, der weiß entweder ganz oder gar nicht. Also wenn ich das Projekt starte, dann nur mit Marathons. Bei einem Spaziergang in die Altstadt von Salzburg erzählte ich meinem Arbeitskollegen und Freund von der Idee. Wir unterhielten uns darüber und verfeinerten die Idee bei einem Bier. Weil Armin aber ähnlich gute Ideen hat wie ich, wuchs der Idee zu einem Plan und wurde immer mehr. Nicht nur Marathons in jedem Bundesland durften es sein, auch jedes Nachbarland sollte besucht werden. Nach ein paar Tagen machte ich mich an eine genauere Planung.
Die Grobplanung
Als erstes sah ich die Probleme des Projektes.
- Das war die Zeit. Wann soll ich so viel Zeit haben das zu laufen? Fit war ich ja, da machte ich mir keine Sorgen.
- Wo werde ich laufen, um alle meine Vorgaben zu erfüllen?
- Wer wird mich begleiten?
- Wie komme ich von einem Ort zum anderen.
- Wie kann ich meine Regeneration möglichst gut gestalten?
- Was und wie viel muss ich vor, während und nach den Läufen zu mir nehmen, um fit zu bleiben?
- Welche Geschwindigkeit ist die richtige, um so ein Projekt zu schaffen.
- Kann ich Sponsoren organisieren, die mich finanziell unterstützen?
- Und noch viele weitere Fragen taten sich für mich auf.
Die Antworten waren auf manche Fragen schnell gefunden auf andere weniger schnell. Die wichtigste wer mich begleiten wird, war schnell geklärt. Armin hat sofort gesagt, wenn ich das wirklich mache, dann wird er mich begleiten.
Die zweite wichtige Frage war die Zeitfrage. Wann und wie soll ich das unterbringen. Auch dafür war schnell eine Lösung gefunden. Und zwar eine die für mich mehr als perfekt gepasst hat. Nicht nur das Projekt flatterte zufällig in meinen Schoß, auch ein neuer Job ergab sich. Ich wechselte in mein neues Unternehmen. Dafür konnte ich im alten meinen Urlaub abbauen und war noch ein Monat arbeitslos. Ich hatte also gut Zeit. Das Nächste, was ich gelöst habe, waren sämtliche medizinische Fragen in Bezug auf meinen Diabetes. Schnell hatte ich meine Ärzte begeistern können. Dann ging es auf Sponsorensuche. Auch hier konnte ich einige finden und so wurde das Projekt finanziert. Und dann wollte ich noch dafür sorgen, dass ich darauf aufmerksam mache, dass mit Diabetes nahezu alles möglich ist. Und so unterstütze ich den Verein «Wir sind Diabetes» Alles was an Spenden reinkam, ging 1:1 an den Verein weiter.
Detailplanung, naja so lala
Bevor es dann losging, musste ich noch die Strecken finden. Die habe ich ganz schnell mit Garmin geplant. Das hat zu ein paar Hoppalas geführt. Zum Beispiel waren wir auf Wegen unterwegs die es gar nicht gab. Oder sind an eine gesperrte Brücke gekommen, die einen schönen Umweg bedeutet hat. Und die Planung für Armin am Rad tauglich zu machen war auch nicht einfach. So habe ich mir die Strecken nicht exakt angeschaut und darauf vertraut, dass Garmin genau weiß, ob es möglich ist, dort mit dem Rad zu fahren. Im Nachhinein hat sich der Satz „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser!“ als richtig erwiesen. Wir haben aber alles unbeschadet überstanden und hatten viele schöne Momente, von extremer Freude bis hin zu aggressiver Stille vor Wut über die Streckenführung. Weil uns diese Marathonchallenge nicht genug war, hatten wir noch eine Side Challenge. Und zwar die Cordon Challenge.
Nachdem auch die Strecken feststanden, der Zeitraum ausgewählt war und die Unterkünfte gebucht, fehlte nur mehr eine Kleinigkeit. Die Abklärung mit meinen Ärzten und Trainer. Ich durfte zur Blutabnahme, zur Körperfettmessung und zum EKG. Bei den Untersuchungen besprachen wir auch wie mein Diabetesmanagement in dieser Zeit aussehen sollte und welche Daten ich sammeln werde. Ein kleines USB-Stick großes EKG wurde mir erklärt und ich trug es 24/7. Nur zum Duschen, Datendownload und aufladen wurde es abgenommen. Noch schnell eine WhatsApp Gruppe eingerichtet und dann kam endlich der einfache und angenehme Teil des Projektes. An den Start fahren, ein bisschen Sightseeing machen und warten, dass der erste Start anbricht. Bevor es aber so weit war, gab es noch das letzte Abendmahl. Ein, nein sogar zwei Stück, Cordon Bleu. Vom Kalb, mit herzhaftem Bergkäse und Schinken. Und so startete die Side Challenge bevor die eigentliche Challenge losging.
Laufend Grenzen verschieben, die Marathons
Vorarlberg – Lichtenstein – Schweiz
Mein erster Marathon startete in Feldkirch (Vorarlberg) und ging nach Liechtenstein über die Schweiz retour nach Feldkirch. Mit 400 Höhenmetern war es ein anstrengender Beginn. Vor den Anstiegen hat Armin noch gemeint ich werde auf ihn warten müssen. Das belächelte ich, doch er hatte Recht. Erst wenns bergab ging konnte er mich einholen und wieder begleiten. So habe ich in der Zwischenzeit bei Fitnessgeräten Klimmzüge gemacht, um mir die Wartezeit zu verkürzen. In einer Zeit von 4:35:12 und mit 43,26 km war der erste Marathon in den Büchern.
Tirol
Manche der Marathons bin ich nur im Bundesland geblieben. Dafür habe ich bei anderen ein Dreiländereck gemacht. Tirol war der zweite Marathon und der erste, welcher nur in einem Land blieb. Der zweite Marathon war ein wenig die Überraschungskiste. Ich wusste nicht, wie es sein wird, zwei Marathons hintereinander zu laufen. Dieses Mal begleitete mich nicht nur Armin am Rad, auch Thomas mein Marathonbekannter aus Tirol war mit von der Partie. Er lief mit mir einfach zum Spaß einen ganzen Marathon mit. Armin fragte schon am Morgen wie es mir geht, ich meinte gut, den Rest sehen wir, wenn ich laufe. Nach den ersten Metern stellte ich fest, dass ich absolut fit bin. Null Vorbelastung habe und das einfach locker runterlaufen werde. Und damit meinte ich nicht diesen zweiten Marathon, sondern das gesamte Projekt. Marathon 2/9 42,21 km 4:24:30
Salzburg
Mein dritter Marathon war in Salzburg. Hier kannte ich mich ein wenig aus und so liefen wir entlang der Salzach von Hallein bis nach Salzburg. Die Strecke war in Ordnung und meistens im Schatten. Dennoch wurde es sehr schnell sehr warm. Das führte auch dazu, dass ich mehr Zucker als sonst benötige. Armin hatte aber alles in seinem Rucksack und versorgte mich. Damit war der dritte Marathon auch „nur“ reine Formsache bei bestem Wetter. Nach 42,21 km in 4:17:31 war es zu Ende und wir fuhren zur nächsten Unterkunft.
Oberösterreich – Deutschland
Marathon 4 hielt einige Überraschungen parat. Der Start war in Passau am Dreiflusseck. Wir blieben in Deutschland und liefen der Donau entlang. Als erstes fiel mein EKG ab. Ich schwitzte es runter. Dann übersahen wir ein dezentes großes Schild, welches darauf hinwies, dass die Querung Jochenstein gesperrt war und dann wurde aus dem Marathon ein Marathon plus lockeres Auslaufen. Als wir an die gesperrte Querung der Donau kamen, mussten wir entscheiden, ob wir weiterlaufen und es deutlich mehr wird als ein Marathon oder ob es retour geht. Wir entschieden uns umzudrehen und eine Fähre zu suchen. Wir hatten Glück und fanden eine. Dort stand auch der Hinweis, dass man die nutzen sollte, wenn man über die Donau will. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wir nahmen es mit Humor und erledigten den Marathon+. Nach 5:13:30 und 48,20 km waren wir im Ziel und kurz vor einem Cordon Bleu.
Niederösterreich – Tschechien
Diese Strecke war auch unterhaltsam. Aus einem geplanten Straßenmarathon wurde ein Orientierungslauf. Die Strecke die Garmin geplant hatte, gab es stellenweise nicht. So ging es querfeldein durchs Gemüse. Bei dieser Strecke trennten wir uns wegen dem Gelände. Über eine Stunde lief ich allein über Feldwege, Felder und Wiesen. Stets mit Armin über den Live-Standort verbunden, aber doch getrennt. Nach knapp einer Stunde ging mir der Traubenzucker aus. Ich hatte schon Sorge, dass ich abbrechen muss. Weit und Breit war keine Zivilisation zu sehen. Kurz bevor es kritisch wurde holte mich Armin wieder ein. Zur schnellen Behandlung gab es zur Halbzeit des Projektes ein Pausenbier. Der Zucker pendelte sich rasch ein und wir beschlossen uns bei der zweiten Hälfte des Projektes nicht mehr zu trennen. 44 km 5:01:54
Wien
Wien war wieder ein Marathon nur in Wien. Armin und ich trafen uns für ein Interview mit „Wir sind Diabetes“ im Prater und dann ging es los. Auf den Spuren von Kipchoge lief ich die Prater Hauptallee 4-mal rauf und wieder runter, um den Marathon voll zu bekommen. Weil ich etwas sauer war, nicht nur wegen meines Namens, wollte ich den Marathon in unter 4 h laufen. Ich fragte kurz in Graz nach, ob das möglich sei und ballerte, dann durch die Allee. Das Sprechen habe ich für die Zeit weitestgehend eingestellt. Armin wurde zum Alleinunterhalter und bespaßte mich. Mit Schuhwechsel und bei sehr warmen Temperaturen war der Marathon mit 42,20 km in einer Zeit von 3:57:30 zu Ende. Zufrieden planten wir den Trip zum nächsten Cordon Bleu.
Burgenland – Slowakei – Ungarn
Auch ein sehr heißer und dafür sehr öder Marathon. Kilometerweit war nichts zu sehen. Endlose Felder und gerade Abschnitte die einfach nur sch… langweilig waren. Die Sonne war erbarmungslos und ich schien an meine Grenzen zu kommen. Trotzdem gingen sich noch ein paar Klimmzüge aus und Armin wusste mich abzulenken und zu motivieren. Immerhin war das der Marathon bei dem ich nach 7 Tagen wieder zu Hause bin und in meinem Bett schlafen kann. Nach 42,20 km in 4:22:33 war alles zu Ende und wir traten die Heimreise an.
Kärnten – Slowenien – Italien
Bei Marathon 8/9 habe ich mir selbst eine Challenge aufgegeben. Es ging über den Radweg nach Italien in Richtung Tarvis, dann weiter in Richtung Slowenien nach Kranska Gora und dann über den Wurzenpass retour zum Start in Arnoldstein. Der Marathon mit den meisten Höhenmeter einen Tag bevor der letzte Marathon anstand. Dieses Mal wurde ich auch noch von Wolfi begleitet. Auf den Radwegen war Armin immer an unserer Seite, bei den Anstiegen entschieden wir uns zu trennen und weiterzulaufen. Als Wolfi und ich am Wurzenpass ankamen und am Wanderweg weiterliefen, versuchte ich Armin vergeblich zu erreichen. Keine Verbindung. Ich wollte ihm mitteilen, dass er die Straße zurück nach Arnoldstein nehmen soll und nicht den Wanderweg. Als ich wenig später ein eindeutiges Foto bekam, wusste ich meine Mühe war vergebens und nun war Armin sauer. Dennoch kamen wir gut zum nächsten Cordon nach 43.05 km in 4:22:16 mit 1044 Hm
Steiermark – Das große Finale
Mein letzter Lauf war von Röthelstein auf den Grazer Hauptplatz. Ich wurde von vielen Freunden am Rad und laufend begleitet. Manche liefen ihren ersten Marathon oder waren schon erfahrener. Andere begleiteten mich ein Teilstück oder liefen ihren ersten Halbmarathon. Die Elektrolytversorgung wurde mit Bier gewährleistet. Nach 2 Bier beim Laufen hatte ich ganz schön einen sitzen. Bis auf den Hauptplatz nach Graz wurden es immer mehr Leute um mich herum. Am Hauptplatz wurde ich von meiner Familie und Freunden sowie einigen Passanten unter Jubel und Applaus empfangen. Es stand ein Tisch bereit mit einem Cordon Bleu für Armin und mich und einer kalten Dose Bier. Mein erster und für lange Zeit einziger Gedanke war in diesem Moment „Wie geil es geschafft zu haben. Wir haben es geschafft!“ Ich war überwältigt und umarmte Armin und bedankte nochmal für seine Zeit, Hilfe und Freundschaft. 43,81 km 4:22:16
Es war ein Wahnsinn, was wir in diesen 9 Tagen erlebt hatten. Wie viele Orte wir sahen und wie viele Cordons wir gegessen hatte. Wir hatten viel Zeit uns während den Läufen und auch danach über alles Mögliche zu unterhalten. Im Ziel waren wir begeistert davon wie gut es uns gegangen ist und wie viel Spaß wir dabei hatten. Abschließend noch ein paar Zahlen
- 391,12 km
- 41:12:44 Stunden
- 560 positive Höhenmeter
- 635 negative Höhenmeter
- 049 verbrannte Laufkalorien + 18.000 Kalorien Grundbedarf
- 10 Cordon Bleus
Die Cordon Bleu Side Challenge
Bei Laufend Grenzen verschieben war natürlich die Ernährung eine große Frage. Im Vorfeld haben wir gedacht wir werden in jedem Bundesland eine kulinarische Köstlichkeit probieren. Aber schon im Vorfeld beschlossen wir überall Cordon Bleu zu kosten und das beste Cordon Bleu zu finden. So ergab es sich, dass wir 10 Tage lang Cordon Bleu gegessen haben. Im Sinne der Wissenschaft und um das beste Cordon zu finden.
- Das beste Cordon gab es in Tirol beim Romediwirt
- Das lustigste Cordon bei meinem Nachbarn nach Marathon #7. Er hat an dem Tag zum ersten Mal Cordon gemacht
- Das überraschendste Cordon gab es beim Zieleinlauf, zubereitet vom Propeller Graz. Die haben nicht mal Cordon auf der Karte, aber als sie davon hörten, haben sie einfach eines gezaubert
So wurde meine Marathonchallenge von unser Cordonchallenge begleitet. Und das Schönste daran? Kein einziges mussten wir selbst bezahlen. Wir wurden auf jedes aus der Ferne eingeladen.
Familie, Freunde und mein neuer Arbeitgeber haben uns auf die Cordons und auch die Getränke eingeladen. Wir waren immer gut gesättigt und zufrieden. Ich kann mich noch an die Aussage eines Freundes erinnern. Tage nach dem Projekt meinte er so «Ich war mir sicher, dass du das mit den Marathons schaffen wirst. Bei den Cordon Bleus war ich mir nicht so sicher.» Gleich wie bei den Marathons sind mir die Cordon Bleus zu keinem Zeitpunkt angestanden. Tatsächlich ist es mittlerweile so, dass ich Cordon viel lieber esse als vor zwei Jahren. Das Gasthaus in Arnoldstein nach Marathon Nummer 8 besuche ich immer wieder gerne auf das Cordon. Das war auch sehr gut und jedes Mal muss ich schmunzeln wenn ich dort bin.
Die Ergebnisse aus der Medizin
Nachdem alles zu Ende war, wurden noch die EKG-Daten ausgewertet, Blut wurde erneut abgenommen und auch die Körperfettmessung wurde nochmal durchgeführt. Die Ergebnisse waren sehr interessant.
- EKG-Daten unauffällig. Nur nach dem letzten Marathon war meine Regeneration schlecht. Lag vielleicht an den drölf Bier, die ich hatte 😉
- Die Blutwerte waren unspektakulär langweilig. Man hat nicht erkannt, dass ich gelaufen bin. Alle Werte im Normalbereich zumindest nicht wesentlich anders als bei der Abnahme vor Laufend Grenzen verschieben
- Die Körperfettmessung ergab auch kaum Veränderung. Ich hatte kaum abgenommen, weder Gewicht noch an Umfang an den gemessenen Stellen. Bedeutet also, dass die Cordon Bleu Diät erfolgreich war.
- Mein Diabetesmanagement war sehr gut. Das verdanke ich dem AID-System von mylife Diabetescare
Und mein persönliches Fazit dazu ist. Ich weiß nun, dass ich (fast) alles schaffen kann. Solange ich halbwegs normal trainiere, mich ausgewogen mit vielen verschiedenen Cordon Bleus ernähre und verletzungsfrei bleibe lauf ich immer weiter. Das nächste Projekt ist schon bereit.
DANKE
Ich möchte mich noch bei allen bedanken die mich damals unterstützt haben. Das waren sehr viele Einzelpersonen und auch Firmen. Ihr habt immer an mich geglaubt und unterstützt. Ich habe es zwar für mich gemacht und auch um zu beweisen, dass es möglich ist, aber mit der Unterstützung war es deutlich einfacher. Und besonders möchte ich mich bei Armin bedanken. Der sich als WUGL* angeboten hat und mit mir diese Tour gestartet hat. Wir sind zwar keine Arbeitskollegen mehr, aber wir sind Freunde geblieben und essen immer noch gemeinsam Cordon Bleu.
*WUGL = Wasser Und Geländegängiges Lastentier

Falls du dir meine Instagram Beiträge von damals dazu ansehen willst, habe ich dir den ersten hier verlinkt. Dann kannst du dir alles nochmal anschauen. Gerne kannst du den Beitrag liken, teilen oder kommentieren. Ich freue mich über alles davon. Bis bald, ich gehe jetzt ein Cordon Bleu essen 😉
von Mauzi | Mai 16, 2025 | Beiträge mit Diabetes
Der 17.06.2015 war ein Tag der mein Leben für immer ändern sollte. Schicksalhaft und von Dauer wird das Bündnis sein, welches ich eingegangen bin. Nicht gerade freiwillig oder so, dass ich es mir ausgesucht hätte. Aber wie das so mit dem Leben ist. Es passiert einfach wenn man Pläne macht. Ich möchte dir von meinem 10-jährigen Diabetesjubiläum erzählen.
Wenn du dich jetzt fragst warum gibt es diesen Beitrag einen Monat früher, dann möchte ich dir sagen, dass der 17.06 ein besonderer Tag ist. Ich teile ihn mit meinem Bruder. Ihm ist auch etwas passiert. Am gleichen Tag nur 2 Jahre später. Und daher möchte ich um den 17.06 herum einen eigenen Beitrag schreiben.
10 Jahre Stoff und noch immer nicht high, …
Der Beginn
Nun sind es 10 Jahre, in denen ich darauf angewiesen bin, mir extern Insulin zuzuführen. Zu Beginn habe ich das noch mit Insulinpens gemacht. Zumindest ein Jahr lang habe ich mit den Insulinkugelschreibern, wie ich sie genannt habe, mir das Insulin injiziert. Und ich bin froh, dass ich keine Angst vor Nadeln habe. Ich hatte eher Angst die Nadeln würden nicht in meinen stählernen Körper eindringen und kaputt gehen. Das ist natürlich nicht so gewesen. Sie gingen durch meine Haut ins subkutane Fettgewebe wie ein heißes Messer durch Butter fetzt. Damit startete meine Karriere als Person mit diabetischem Hintergrund. Circa ein Jahr lang nutzte ich diese Technologie inklusive Fingerpiks, um den Blutzucker zu bestimmen. Vor 10 Jahren waren CGMs noch selbst zu bezahlen. Ich musste ein paar Wochen überlegen, bis ich mir dann endlich die Sensoren geleistet und in meine Gesundheit investiert habe.
Nicht nur das Anschaffen des CGMs (Kontinuierliche Glukose Messung) dauerte ein paar Wochen, sondern auch das Erlernen der Fertigkeiten, die ich für meinen neuen Alltag benötigte. Die ersten 2 Wochen war ich im Krankenstand und zu Hause. Bewaffnet mit einer Waage und einem DIN A3 Block mit unzähligen Lebensmitteln, lernte ich das Wiegen und Schätzen von Mahlzeiten mit Kohlenhydraten. Das war wichtig, um die Insulinmenge zu berechnen die ich mir dann in mein Hüftgold jagen musste. Zu Beginn durfte ich auch immer wieder ins Krankenhaus, um weitere Schulungen zu erhalten und meine Therapie anzupassen. Das Feintuning der Therapie war die Glasur, die zu meiner Selbsttherapie mit Diabetes notwendig war. Erst danach durfte ich wieder auf die Welt losgelassen werden. Und dann kam sehr schnell der Alltag retour. Nur mit dem Feature Diabetes. Mein treuer Begleiter der mich nicht mehr loslassen wird.
Meine Helferlein
Weil es nicht einfach ist sich alles zu merken durfte ich ab der Diagnose auch ein Tagebuch führen. Nicht so eines, was du jetzt vielleicht denkst. Ein Diabetestagebuch. Darin enthalten sind Blutzuckerwerte, Kohlenhydratmengen, Insulinwerte und sonstige Notizen. 2015 gab es aber schon Smartphones und Apps, die das erleichterten. Ich habe es zwar in Papierform gelernt, wechselte aber sehr schnell zu einer App-Lösung. Der größte Vorteil dabei war, dass ich die Mahlzeiten genau beschreiben und auch Lokale eintragen konnte. Damit wusste ich, dass ich im Lokal X, bei stets dem gleichen Gericht, meistens die gleiche Menge Insulin abgeben musste. Ich konnte im Tagebuch danach suchen und die Werte von damals mit den aktuellen vergleichen. Dementsprechend nahm ich dann die Anpassungen in der Insulinmenge vor. Nach wenigen Monaten war ich bereits sehr sicher im Schätzen von Mahlzeiten. Es fiel mir meistens leicht meinen Blutzucker gut zu kontrollieren.
Neben der App-Lösung und den selbst bezahlten CGMs gab es noch weitere wichtige Helferleins. Das waren meine Familie und meine Freunde. Stets besorgt um meine Gesundheit durfte ich häufig die gleichen Fragen beantworten. Das war zwar nervig, aber gut gemeint. Sie haben sich eben Sorgen um mich und meine Gesundheit gemacht. Egal was ich gemacht habe, es war immer wer an meiner Seite. Für den Fall, dass ich etwas vergesse und umkippe. So konnte ich bereits nach kurzer Zeit wieder in mein Training einsteigen und wurde am Rad oder laufend begleitet. Somit musste ich kein Zubehör schleppen. Den ersten Marathon mit Diabetes habe ich erst ein Jahr nach meiner Diagnose geschafft. Davor war ich zu faul. Aber damit war dann auch der Startschuss in (m)eine sehr sportliche Laufbahn erfolgt. Und was ich bis heute alles geschafft habe ist für mich unglaublich.
Und so ganz nebenbei glaube ich, dass die Diagnose Diabetes für mein Umfeld schockierender war als für mich. Manchmal bin ich der Meinung, dass meine Helferlein diejenigen waren, die meinen seelischen Beistand und meine beruhigenden Worte benötigt haben. Irgendwann haben dann aber alle erkannt, dass es mir gut geht und ich meinen Weg laufen werde.
Blutig messen vs. CGM
2015 bis 2016 durfte ich 8-mal am Tag blutige Messungen zur Bestimmung meines Blutzuckers durchführen. Diese Werte in einem Tagebuch erfassen und zur Kontrolle einmal im Quartal mitbringen. An das Fingerstechen musste ich mich gewöhnen. Alles andere war einfach. Das aber war nervig und tat auch häufig weh. Ich traf oftmals Stellen an den Fingerkuppen, die mich an die Decke springen ließen. Ich bin zwar nicht wehleidig, aber das war mies. Mein Entschluss fiel dann für das CGM-System aus. Es war bequemer, ich hatte 24 h Werte und das für 14 Tage am Stück. Kein lästiges Fingerstechen mehr und keine Luftsprünge an die Decke meiner Hütte. Auch wenn die Kosten selbst zu tragen waren, gönnte ich mir diesen Luxus für meine Gesundheit gerne. Meine Gedanken dazu waren, ich gebe genug Geld für Blödsinn aus. Dann investiere ich lieber in mich und meine Gesundheit. Eine gute Investition wie ich finde.
Seit dem verwende ich nur mehr CGM-Systeme und messe nur mehr manchmal blutig. Das dient dann zur Kontrolle und nicht weil ich wissen will wie schmerzhaft es ist sich in die falschen Stellen am Finger zu stechen.
Der Umstieg auf die Pumpe
Ein Jahr lang nutzte ich die Insulinpens für meine Therapie. Dann kam die Umstellung auf die Insulinpumpe. Der Grund war ein einfacher. Es gab eine medizinische Studie, bei der es notwendig war, eine Insulinpumpe zu tragen. Und die Studie wurde äußerst gut bezahlt. Nachdem ich gerade den Kaufvertrag für mein Reihenhaus unterschrieben hatte, kam die Studie auch recht. Zu Beginn war ich noch skeptisch wegen der Pumpe, aber diese Skepsis legte sich recht schnell. Nach der erfolgten Einschulung auf die Pumpe, musste die Therapie wieder adaptiert werden. Wochenlanges tüfteln wie Daniel Düsentrieb. Am Ende kam aber keine Mondrakete raus, sondern etwas viel Besseres. Eine nahezu perfekte Therapieeinstellung, welche mir sehr viel mehr Freiheit und Flexibilität in meinen Alltag gab. Ich war super happy und das Geld aus der Studie löste ein weiteres Dopaminfeuerwerk in meinem Oberstübchen aus. Eine neuronale Party trotz einer unheilbaren Krankheit.
4 Jahre lang durfte ich die Pumpe tragen. Dann lief der Vertrag aus und ich hatte das Recht auf eine neue Insulinpumpe. Wie das Leben so spielt, gab es eine neue Studie. Eine Studie wieder mit einer insulinpumpe. Doch dieses Mal war etwas ganz Besonderes dabei. Ich benötigte ein Smartphone, ein bestimmtes CGM, welche mittlerweile von der Krankenkasse bezahlt wurden und eine spezielle Pumpe. Die Besonderheit der Studie war ein neues System. Ein sogenanntes Hybrid-Closed-Loop System. Und das System war der Hammer.
Studie mit Hybrid-Closed-Loop
Diese Hybrid-Closed-Loop Studie ist ein Highlight von meinem 10-jährigen Diabetesjubiläum. Bereits nach wenigen Tage stellte ich zu meinem Entzücken fest was für ein Gamechanger dieses System sein würde. Ich war so begeistert davon, dass ich immer mehr mit dem System getestet habe. Ich wollte die Grenzen der Belastbarkeit dazu herausfinden. Ein Unterfangen, welches sich als unmöglich herausstellte. Die Studie ging über ein paar Monate und wurde sogar verlängert. Danach durften wir das System noch weiterverwenden. Wir Teilnehmer mussten lediglich das Pumpenmaterial selbst kaufen. An der Zeit das System zu testen, scheiterte es also nicht. Es scheiterte daran, dass es trotz der Neuartigkeit bereits sehr ausgereift und lernfähig war. Egal was ich auch probiert habe, der Algorithmus war darauf vorbereitet und konnte damit umgehen. Und so entschied ich zu Muttertag von mir zu Hause in unser über 50 km entferntes Wochenendhaus zu laufen.
Verantwortungsbewusst wie ich bin, habe ich vorher bei meiner Studienärztin nachgefragt, ob ich das auch machen darf. Sie war etwas überrascht, stimmte aber zu und war gespannt, wie es funktionieren würde. Mir ging es damit gleich. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich mit dem Diabetesmanagement nicht zufrieden während dem Sport. Doch dieser Lauf hat meine Einstellung dazu geändert. Mit meinen Kenntnissen über das System und den gesammelten Erfahrungen nahm ich vor dem Lauf ein paar kleinere Anpassungen vor. Dann kam der einfachere Teil. Das Laufen. Mein Ziel war es zumindest einen Marathon zu schaffen. Mental vorbereitet war ich nicht auf einen spontanen Marathon, körperlich war ich bereit das zu rocken. Also lief ich mit meinem Trinkrucksack und einer Menge Traubenzucker los. 4,5 Stunden später ließ ich mich abholen und die letzten Kilometer zum Haus bringen. Nicht weil ich nicht mehr konnte, sondern weil ich zum Essen zu spät gekommen wäre.
Begeistert vom System und der erbrachten Leistung berichtete ich meine Erfahrungen meiner Ärztin. Wir waren beide erfreut über das System und den spontanen Marathon. Damit war bewiesen, dass das System auch im Sport eine einwandfreie Unterstützung darstellt. Für die Studie war es irrelevant, dass ich das gemacht habe. Es war auch nicht gefordert. Allerdings brachte es erste Einblicke in die Zukunft, was alles noch leichter möglich sein wird. Der Ausblick damals ist heute der Standard. Nur mit ein paar kleinen Unterschieden. Die Insulinpumpe von heute ist moderner und hat mehr Sexappeal. Der Algorithmus ist noch besser und meine Erfahrung machen es fast schon zum Kinderspiel mein Diabetesmonster täglich aufs neue zu zähmen.
Der Loop wird Salonreif
Dieser Hybrid-Closed-Loop, den ich testen durfte, wurde ca. 3 Jahre nach der Studie von der Firma Ypsomed AG (mylife Diabetescare) auf den Markt gebracht. Mit den Erfahrungen, welche ich während der Studie gemacht habe, konnte ich sofort im vollen Umfang starten. Eigentlich hätte ich noch eine Online-Schulung inklusive Tests dafür machen müssen, aber ich bin das umgangen. Ich hatte die Zugangsdaten aus der Studie noch und konnte das System ohne die geforderten Maßnahmen starten. War zwar nicht erlaubt bzw. gewünscht, aber manchmal breche ich die geltenden Regeln und gehe meinen eigenen kreativen Weg. Also habe ich das neue System sofort gestartet und gleich versucht es an seine Grenzen zu bringen. Eines habe ich sofort gelernt. Das System ist nicht an seine Grenzen zu bringen. Es sei denn ein technischer Defekt liegt vor. Das ist aber wie bei einem Auto. Funktioniert immer außer es wird etwas kaputt.
Mittlerweile habe ich das System seit über 3 Jahren im Einsatz. Dafür benötige ich noch für kurze Zeit ein Android Smartphone, aber bald läuft es auch auf iOS und damit benötige ich dann nur mehr ein Smartphone. Ich bezeichne mein Diabetes Smartphone als Diabetes Dashboard. Dafür bin ich auch bereit mein iPhone plus ein weiteres Smartphone herumzutragen. Lange wird es nicht mehr dauern und es reicht dann ein Smartphone. Der größte Vorteil von diesem System ist, dass es sehr diskret verwendet werden kann. Das trifft auf mich nur nicht zu. Ich gehe offen mit dem Thema Diabetes um und hoffe, dass ich vielen Mut machen und Hoffnung geben kann damit zu leben und das Beste daraus zu machen. Das System ist zuverlässig und funktioniert gut. Es eignet sich für ein Kleinkind über die Erziehungsberechtigten bis ins hohe Alter wenn man Technikaffin ist. Ich bin happy, dass es diese Entwicklung gibt.
Diabetesjubiläum feiern
Kann ich das jetzt feiern, dass ich seit 10 Jahren unheilbar krank bin? Klar warum sollte ich das nicht feiern können. Die Gründe dafür sind einfach und kann ich aufzählen.
- Diabetes hat mein Bewusstsein für meine Gesundheit geweckt
- Diabetes gibt mir die Motivation über mich selbst hinauszuwachsen
- Diabetes ist ein Teil von mir
- Tut nicht weh, schränkt nicht ein, ist unsichtbar
- Motiviert mich andere zu motivieren
- Ist nicht immer einfach zu handeln, aber ich lerne nie aus
- Es hätte mich schlimmer treffen können
- Ich bin dadurch messbar süß, auch wenn mein Name Sauer ist
- Lieblingssatz: „Ich kanns wegspritzen“ (vielseitig einsetzbarer Satz unabhängig von Diabetes)
Und aus diesen Gründen werde ich meine 10 Jahre mit Diabetes feiern, genießen und immer wieder Revue passieren lassen. Nicht nur ein treuer Begleiter mein Diabetes, auch ein Anker, der mich immer wieder mal auf den Boden der Tatsachen holt wenn ich zu übertriebenen Höhenflüge ansetze.
Die Zukunft
Was die Zukunft mit Diabetes bringt, wird sich zeigen. Es gibt viele Studien und die Forschung stoppt nicht. Es ist ein spannender Bereich der ständig Neues hervorbringt. Ich lasse mich überraschen, was alles noch auf mich zukommt, und werde an weiteren Studien teilnehmen. Meine Motivation andere zu motivieren und zu zeigen, dass Diabetes kein Hindernis ist, ist ungebrochen. Und irgendwann wird es heilbar sein. Da bin ich mir sicher. Und dann wird es spannend. Was mache ich dann ohne Diabetes? Hoffentlich wird mir nicht langweilig wenn ich nicht mehr mitdenken muss beim Essen und Trinken. 😉
Ich hoffe dir hat der Beitrag gefallen. Ich würde mich über das Teilen des Beitrags, Kommentare und Likes dazu fragen. Bis zum nächsten Mal 🙂
„Ich laufe nicht trotz Diabetes – ich laufe, weil ich es kann. Weil ich will. Und weil ich zeigen will, dass es geht.“ Missy Foy (Ultramarathonläuferin, Typ-1)